Prozess um gekaufte Hotelrezensionen

| Hotellerie Hotellerie

Das Münchner Landgericht verhandelt in einem Prozess mit Signalcharakter: Thema sind gekaufte und erfundene Hotelrezensionen. Das zum Medienkonzern Burda gehörende Urlaubsportal Holidaycheck hat gegen die im südamerikanischen Kleinstaat Belize ansässige Firma Fivestar Marketing geklagt, die ihr Geld mit dem Verkauf positiver Bewertungen und Rezensionen auf großen Online-Portalen verdient. Die Kammer will den Geschäftsführer des Unternehmens als Zeugen hören.

Erfundene Online-Bewertungen sind sowohl für die Kunden als auch für Online-Portale wie Holidaycheck ein Ärgernis. Fivestar warb in der Vergangenheit damit, dass ausschließlich Spitzenbewertungen verkauft werden, hat mittlerweile aber das Erscheinungsbild der Firmen-Webseite geändert. Die Preisliste ist nach wie vor öffentlich einsehbar: Eine Rezension auf Amazon ist ab 19,40 Euro zu haben. Das Unternehmen bietet darüber hinaus auch die Bewertung von Arbeitgebern auf den einschlägigen Portalen an.

Bei der mündlichen Verhandlung im Juni zeichnete sich ein Erfolg für den Burda-Konzern ab. Die für Fivestar Marketing tätige Anwältin konnte auf Nachfragen des Gerichts nicht nachweisen, dass die Bewerter auch tatsächlich in den betreffenden Hotels und Gasthöfen übernachtet hatten. Laut Holidaycheck hatte ein Fivestar-Bewerter innerhalb kürzester Zeit 30 Hotels mit Topnoten bewertet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Motel One Group plant ein neues Projekt in Miami: Im Wynwood Arts District sollen ein Hotel und Eigentumswohnungen unter der Marke The Cloud One entstehen. Das Vorhaben ist Teil der US-Expansion des Unternehmens.

Wyndham führt in Zusammenarbeit mit Mogotel das Konzept der Ramada Residences erstmals in Deutschland ein. In Berlin-Reinickendorf entstehen bis 2028 ein Hotel und ein Apartmenthaus mit insgesamt 368 Einheiten.

Die Hotels ibis und ibis budget in der Leipziger Innenstadt nehmen nach einer vollständigen Renovierung stufenweise den Betrieb wieder auf. Den Anfang macht das ibis Leipzig City Ende April, gefolgt vom preisgünstigeren Schwesterhotel im Jahresverlauf.

IHG Hotels & Resorts verzeichnet ein deutliches Wachstum in Europa und erreicht mit 150.000 Zimmern einen neuen Meilenstein. Besonders Deutschland spielt mit einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtbestand eine zentrale Rolle für die Expansion.

Die Radisson Hotel Group skaliert ihr Programm für klimaneutrale Hotelbetriebe und plant bis 2030 weltweit 100 zertifizierte Standorte. Durch den Einsatz von Ökostrom und effiziente Betriebsabläufe soll die CO2-Bilanz der Häuser vollständig ausgeglichen werden.

BWH Hotels Central Europe integriert das ehemalige H+ Hotel Bochum ins eigene Portfolio. Das Haus wird künftig von der Curator Hotelbetriebsgesellschaft geführt und umfassend modernisiert.

Die Motel One Group erweitert ihre Präsenz in den USA und realisiert in Miami erstmals ein kombiniertes Projekt aus Hotel und Eigentumswohnungen unter der Marke The Cloud One. Der Komplex umfasst 214 Zimmer sowie 85 Wohneinheiten.

Hotel für Monteure: In Berlin-Spandau ist ein Hochhaus für temporäres Wohnen geplant. Das Projekt „Spektrum“ soll Fachkräfte im Umfeld der Siemensstadt unterbringen und ist Teil der Entwicklung des Luxwerk-Areals.

Das Bonn Marriott am World Conference Center Bonn wechselt die Marke. Ab Juni 2026 wird das Hotel als Radisson Blu geführt. In Zusammenarbeit mit der Invite Group wird das Haus als Standort für Geschäfts- und Freizeitreisende positioniert.

Accor forciert das Wachstum der eigenen Kollektionsmarken und plant eine Steigerung des Portfolios um über 65 Prozent. Unabhängige Hotels sollen dabei von der globalen Vertriebsstärke profitieren, während sie ihre Eigenständigkeit bewahren.