Rekordjahr für Schweizer Hotelimmobilien: Transaktionsvolumen steigt auf 428 Millionen Euro

| Hotellerie Hotellerie

Der Schweizer Hotelmarkt hat sich im Jahr 2025 als äußerst widerstandsfähig und attraktiv für Kapitalanlagen erwiesen. Laut dem aktuellen Swiss Hotel Market Snapshot des Immobilienspezialisten Christie & Co verzeichnete der Sektor ein Rekord-Transaktionsvolumen von 428 Millionen Euro. Maßgeblichen Anteil an diesem Ergebnis hatte der Verkauf des Luxushotels The Alpina Gstaad, der den durchschnittlichen Preis pro Zimmer auf den historischen Höchstwert von rund 1,4 Millionen Euro hob.

Institutionelle Investoren kehren zurück

Eine signifikante Trendwende zeigt sich in der Zusammensetzung der Käufergruppen. Erstmals seit 2020 engagierten sich institutionelle Investoren wieder verstärkt am Markt und zeichneten 2025 für fast zwei Drittel des gesamten Transaktionsvolumens verantwortlich. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Erwerb des Seminarhotels Bocken mit 40 Zimmern durch den Schweizer Investor Swiss Life. Diese Rückkehr unterstreicht das Vertrauen in großangelegte, strategische Investitionen in erstklassigen Lagen.

Spitzenposition bei Erlösen im DACH-Vergleich

Im Vergleich mit den Nachbarländern Deutschland und Österreich nimmt die Schweiz bei den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen eine Sonderstellung ein. Mit einem Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) von durchschnittlich 174 Euro führte die Schweiz die Region im Jahr 2024 an. Zum Vergleich erreichte Deutschland 118 Euro und Österreich 140 Euro. Die Durchschnittsrate (ADR) lag landesweit bei 270 Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Schweizer Markt primär auf zahlungskräftige Gästesegmente setzt und weniger auf reines Volumen angewiesen ist, da die Auslastung mit 64,5 Prozent unter der der Nachbarländer lag.

Regionale Unterschiede in der Performance

Die Erholung nach der Pandemie verlief regional unterschiedlich schnell. Während freizeittouristisch geprägte Destinationen wie die Alpenregion und Luzern bereits Ende 2022 das Vorkrisenniveau übertrafen, war der Prozess in geschäftsorientierten Städten wie Basel langwieriger. Die Alpenregion verzeichnete mit einer Durchschnittsrate von 400 Euro die landesweit höchsten Preise, wobei der Zimmererlös seit 2019 um über 63 Prozent anstieg. Luzern profitierte stark von internationaler Nachfrage und erzielte einen Zimmererlös von 223 Euro. In Zürich, dem wichtigsten Knotenpunkt für Geschäftsreisen, blieb die Auslastung mit über 72 Prozent stabil. Demgegenüber kämpft Basel weiterhin mit dem Rückgang klassischer Geschäftsreisen und dem Wegfall von Großereignissen, was zu einem vergleichsweise niedrigen Zimmererlös von 120 Euro führte.

Herausforderungen durch Kosten und ESG-Auflagen

Trotz der positiven Marktdaten stehen Hoteliers vor wachsenden Herausforderungen. Steigende Personalkosten infolge des Fachkräftemangels sowie höhere Ausgaben für Energie und Beschaffung belasten die Margen. Zudem erfordern gesetzliche ESG-Konformitätsvorgaben in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung kostspielige Investitionen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass größere Hotelketten durch Skaleneffekte Vorteile genießen, während unabhängige Häuser unter Druck geraten. Aktuell stellen diese inhabergeführten Betriebe in der Schweiz noch immer etwa 75 Prozent des gesamten Zimmerangebots.

Stabilität als Sicherheitsmerkmal für Kapital

Die langfristigen Aussichten für den Hotelstandort Schweiz bleiben positiv. Die politische Kontinuität, eine starke Währung als Schutz gegen Inflation und die erwarteten stabilen Zinssätze der Schweizerischen Nationalbank stützen die Attraktivität für Investoren. Lucas Binkert von Christie & Co betont, dass die Schweiz massiv von ihrer internationalen Wahrnehmung als sicherer Hafen für Kapitalanlagen profitiert. Für die Zukunft wird eine verstärkte Konzentration auf qualitativ hochwertige Projekte in urbanen Zentren und exklusiven Ferienorten erwartet, wobei die Bedeutung von Markenhotels in den Städten weiter zunehmen dürfte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel „Der Sonnenhof“ in Bad Wörishofen wird seit Januar 2026 ohne die Marke Steigenberger geführt. Die Hotelbetriebsgesellschaft Sonnenhof mbH hat den Franchisevertrag zum Jahreswechsel beendet, wie diverse Medien berichten.

Hilton expandiert mit ihrer Marke Tapestry Collection nach Deutschland und plant für 2027 die Eröffnung eines Hauses mit 183 Zimmern in Köln. In Kooperation mit Foremost Hospitality wird hierfür das ehemalige Senats-Hotel in der Innenstadt umgebaut.

Mit dem Premier Inn Hannover City Centre eröffnet das zweite Hotel der Marke in Hannover. Bei dem Neubau in der niedersächsischen Landeshauptstadt handelt es sich um das 66. Hotel des Unternehmens in Deutschland.

Hilton integriert die Marke Yotel als ersten Partner in das neue Segment Select by Hilton. Die Kooperation ermöglicht Yotel den Zugriff auf das globale Vertriebsnetz und das Loyalitätsprogramm von Hilton, während die Marke eigenständig bleibt.

Accor weist Vorwürfe zu Menschenrechtsverstößen zurück und kündigt interne sowie externe Untersuchungen an. Der Konzern bestreitet zudem Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

Mit der Eröffnung des Masana Algarve führt Hyatt ihre Marke Destination in Portugal ein. Das Resort in der Nähe von Albufeira bietet 33 Wohneinheiten und ist Teil einer Wachstumsstrategie des Konzerns auf der Iberischen Halbinsel.

Der Landkreis Harz hat das Brockenhotel und die Gastronomie an Timberjacks verpachtet. Der Betreiberwechsel ist für den 1. April 2026 vorgesehen. Timberjacks habe sich in einem europaweiten Teilnahmewettbewerb mit seinem Konzept „Brocken Mountain Lodge“ durchgesetzt.

Für die Grafenau Hotel Betriebs GmbH & Co. KG wurde eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Laut Impressum ist die Gesellschaft dem Sonnenhof in Grafenau zugeordnet. Laut Bericht soll eine Zusammenarbeit zwischen InterSPA und Michel-Hotels gestoppt worden sein.

Der Bodenmaiser Hof im Bayerischen Wald wird umfassend umgebaut und bleibt bis Juni 2026 geschlossen. Laut Hotelchefin Sandra Geiger-Pauli entspricht das Projekt in seinem Umfang einem Neubau.

Ein Bericht von Hospitality Investor zeigt: US-Investoren richten ihren Fokus 2026 verstärkt auf Europas Hotelmarkt. Nicht verkaufte Portfolios und Marktbedingungen spielen dabei eine Rolle.