Relais & Châteaux führt MyImpact zur Erfassung von CO₂-Bilanzen ein

| Hotellerie Hotellerie

Die Hotel- und Restaurantvereinigung Relais & Châteaux hat die digitale Plattform MyImpact zur Erfassung des CO₂-Fußabdrucks ihrer Mitgliedshäuser eingeführt. Wie die Vereinigung in ihrer Presseinformation vom 13. Oktober 2026 mitteilt, verbinde die Anwendung CO₂-Bilanzen mit individuellen Empfehlungen zur Emissionsreduzierung. Innerhalb des ersten Jahres nach der Einführung hätten 39 Prozent der Mitglieder ihre CO₂-Bilanz erfasst.

Die Plattform stehe den 580 unabhängigen Hotels und Restaurants der Vereinigung in 65 Ländern zur Verfügung. Sie arbeite mit einer weltweit einheitlichen Methodik, berücksichtige bei der Analyse und den Empfehlungen jedoch die lokalen Gegebenheiten der einzelnen Häuser.

MyImpact simuliert Emissionen und schätzt die Wirkung empfohlener Maßnahmen

Nach Angaben der Vereinigung ermögliche MyImpact, die Auswirkungen von Einträgen und Beiträgen auf die CO₂-Emissionen in Echtzeit zu simulieren. Darüber hinaus schätze die Plattform die potenzielle Emissionsminderung jeder empfohlenen Maßnahme. Die Mitgliedshäuser könnten damit vor einer Umsetzung beurteilen, welche Wirkung verschiedene Maßnahmen voraussichtlich hätten, und ihre Prioritäten entsprechend festlegen.

Die Anwendung biete außerdem individuelle Reduktionspläne, mehrsprachige Unterstützung durch Experten und ein weltweites Forum zum Austausch innerhalb der Vereinigung. Mitglieder könnten ihre Ergebnisse miteinander vergleichen und sich über bewährte Vorgehensweisen und Lösungen austauschen.

Als methodische Grundlagen nennt Relais & Châteaux die französische ADEME-Methode und das GHG Protocol, das Treibhausgas-Protokoll. Entwickelt worden sei MyImpact von Nachhaltigkeitsexperten und Wissenschaftlern.

Die Vereinigung plant für 2027 Empfehlungen zur weiteren Dekarbonisierung

Auf Grundlage der erfassten CO₂-Bilanzen wolle Relais & Châteaux 2027 einen indikativen Dekarbonisierungspfad entwickeln. Dieser solle Empfehlungen für Ziele enthalten, die auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten der Mitgliedshäuser abgestimmt seien.

Präsident Laurent Gardinier erklärt in der Presseinformation, die Plattform passe einen gemeinsamen globalen Rahmen an die ökologischen, kulturellen und regulatorischen Gegebenheiten jedes Hauses an. Die Vereinigung habe sich verpflichtet, zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Gastgewerbes beizutragen.

Zunächst konzentriere sich MyImpact auf CO₂. Schrittweise sollten weitere Funktionen hinzukommen, mit denen die Häuser ihre Ergebnisse bei regionaler Beschaffung, biodiversitätsfreundlicher Gestaltung der Außenanlagen und sozialen Kriterien des Arbeitsumfelds messen und überwachen könnten.

Betriebliche Praktiken sollen ab 2027 in die Bewertung einfließen

Relais & Châteaux berichtet außerdem, Nachhaltigkeit sei mit der Einführung von MyImpact zu einem zentralen Qualitätskriterium geworden. Die Mitgliedshäuser würden alle zwei Jahre anhand eines Inspektionsfragebogens mit rund 500 Kriterien bewertet.

Seit 2025 bilde ein Nachhaltigkeits-Score die dritte Säule dieses Fragebogens. Er erfasse Aspekte, die für Gäste sichtbar seien, darunter Maßnahmen zur Sensibilisierung, die Förderung lokaler Erzeugnisse und der erkennbare Umgang mit Ressourcen. Ab 2027 sollten über MyImpact auch betriebliche Praktiken in die Bewertung einfließen.

Als Beispiel für Maßnahmen eines Mitgliedshauses nennt die Presseinformation das Purs in Andernach. Dessen geschäftsführender Inhaber Phillip Doetsch berichtet unter anderem von Sprachkursen und Unterstützung bei Behördengängen für internationale Auszubildende sowie internen und externen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Doetsch nennt zudem den Austausch veralteter Geräte durch energieeffizientere Modelle, die Reduzierung von Einwegplastik und die Verwendung regionaler und saisonaler Produkte, wo dies möglich sei. Im kleinen Außenbereich verzichte das Haus vollständig auf chemische Pflanzenschutzmittel. Bei der Einrichtung würden bestehende Materialien und Objekte wiederverwendet; die Bar sei beispielsweise aus einer ehemaligen Metzgereitheke entstanden.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der deutsche Hotel-Investmentmarkt verzeichnet nach drei Quartalen 2026 mehr Transaktionen, obwohl das Investmentvolumen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Vor allem kleinere Transaktionen prägen das Marktgeschehen.

Die Hotelbuchung beendet die Reiseplanung häufig nicht. Eine Untersuchung von McKinsey und Skift unter 1.015 US-Reisenden zeigt, dass viele Befragte anschließend weiter recherchieren, Preise beobachten oder alternative Angebote prüfen.

Das Mercure City in der Kölner Friesenstraße hat seinen Betrieb eingestellt. Der Kölner Stadt-Anzeiger nennt technische Mängel und hohe notwendige Investitionen in den Brandschutz als Gründe. Das Pullman-Hotel an der Helenenstraße soll Anfang Dezember 2026 vorerst schließen.

Nach ungewöhnlich vielen gemeldeten Fällen in Mecklenburg-Vorpommern warnt die NRW-Datenschutzbeauftragte vor Betrugsversuchen mit erbeuteten Buchungsdaten. Kriminelle verschicken Nachrichten, die vermeintlich von Unterkünften stammen, und fordern etwa zur Verifizierung von Kreditkartendaten auf.

Kriminelle erbeuten Buchungsdaten und versuchen damit, Urlauber um Geld zu bringen. Nordrhein-Westfalens Datenschutzbeauftragte warnt vor täuschend echten Nachrichten vermeintlicher Unterkünfte.

Novum Hospitality hat gemeinsam mit IHG Hotels & Resorts und HD Hotels vier Hotelprojekte in Dortmund vereinbart. Drei bestehende Häuser und ein Neubau sollen 2027 unter den Marken Garner und Holiday Inn – the niu betrieben werden.

Microsoft berichtet über erneute Cyberangriffe über Hotelnetzwerke. Die Angreifer nutzten vermeintliche Aktualisierungen und Anmeldeaufforderungen, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugang zu Konten zu erlangen.

Travel + Leisure Co. und Wyndham erweitern ihre Zusammenarbeit, um klassische Hotels unter der Marke Sports Illustrated Resorts zu entwickeln. Für Chicago, Baton Rouge und Tuscaloosa nennt eine Mitteilung geplante Projektabschlüsse beziehungsweise Eröffnungen für 2027 und 2028.

Die Gelder der Betreiber-GmbH des ehemaligen Hilton-Hotels in Frankfurt-Gravenbruch bleiben eingefroren. Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass auch die Bestellung eines starken vorläufigen Insolvenzverwalters daran nichts ändere.

Motel One und B&B Hotels erhalten im Treugast Rating 2026 erneut die Bestnote AAA. Odyssey Hotel Group steigt mit BBB ein, während Premier Inn und travdo ausgezeichnet werden.