Revo Hospitality - Buchbarkeit der Hotels über Accor-Systeme wiederhergestellt

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Die digitalen Vertriebskanäle für die Hotels der Revo Hospitality Group, die unter den Marken des Partners Accor geführt werden, sind wieder vollständig aktiv. Nachdem am 16. Januar über technische Einschränkungen bei den Reservierungsmöglichkeiten berichtet wurde, meldete das Unternehmen die komplette Wiederherstellung der Buchbarkeit in den Accor-Systemen. Nahezu zeitgleich leitete die Gruppe ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für einen Großteil ihrer Gesellschaften ein.

Rückkehr in die digitalen Vertriebswege

Die vorübergehende digitale Nichtverfügbarkeit zahlreicher Hotels der Marken Mercure, Mövenpick und Pullman wurde am vergangenen Wochenende beendet. In einer Mitteilung des Konzerns heißt es dazu wörtlich: „Sie hatten am 16.1. berichtet, dass einige Hotels von REVO nicht mehr über Accor gebucht werden konnten. Seit Samstag (17.1.) sind alle REVO Hotels wieder wie gewohnt über Accor-Systeme buchbar.“

Die Einschränkungen betrafen vorwiegend Häuser innerhalb Deutschlands, während die Betriebe der Marke Ibis sowie Standorte außerhalb der Bundesrepublik durchgehend erreichbar blieben. Trotz der zeitweiligen digitalen Störungen wurde der Vor-Ort-Betrieb in den betroffenen Objekten ohne Unterbrechung aufrechterhalten.

Sanierungsverfahren für 140 Konzerngesellschaften

Parallel zu diesem Vorgang hat die Revo Hospitality Group beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung für rund 140 Gesellschaften beantragt. Dieser Schritt umfasst rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich. Ziel ist eine Sanierung der Gruppe bis zum Sommer 2026. Der Betrieb aller betroffenen Hotels wird mit den rund 5.500 Mitarbeitern fortgeführt, wobei gerichtlich bestellte Sachwalter die Verfahren überwachen. (Tageskarte berichtete)

Die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens, das bis 2025 als HR Group agierte, wird auf eine Kombination aus der allgemeinen Wirtschaftskrise und massiv gestiegenen Kosten zurückgeführt. Insbesondere die Belastungen durch höhere Mieten, Energiepreise sowie gestiegene Lohnkosten und die Anhebung der Mindestlöhne setzten dem Betrieb zu. Zudem habe die starke Expansion der vergangenen Jahre zu Doppelstrukturen und Problemen bei der Integration neuer Häuser geführt.

Strategische Neuausrichtung und Investorensuche

Im Zuge der Eigenverwaltung wurde die Geschäftsführung um die Sanierungsexperten Dr. Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn von der Kanzlei GT Restructuring erweitert. Die neue Führung hat bereits die Vorfinanzierung der Gehälter für die Monate Januar bis März 2026 bei der Agentur für Arbeit beantragt. Dr. Gordon Geiser erklärte hierzu: „Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung. Wir werden den Geschäftsbetrieb umgehend stabilisieren und erste Sanierungsmaßnahmen in Absprache mit den wesentlichen Stakeholdern umsetzen.“

Geplant ist eine Umgestaltung der Managementleistungen sowie die Gewinnung internationaler Investoren. Dr. Benedikt de Bruyn sieht hierfür gute Voraussetzungen: „Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken. Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich auch das bis heute spürbare Interesse von Investoren noch erhöhen.“

Massive Expansion als Belastungsfaktor

Die Revo Hospitality Group war in den letzten Jahren einer der am schnellsten wachsenden Akteure am europäischen Hotelmarkt. Von 51 Häusern im Jahr 2020 wuchs das Portfolio auf aktuell 250 Hotels in 12 Ländern mit rund 8.300 Mitarbeitern an. Meilensteine dieser Entwicklung waren die Übernahmen der Success Hotel Group, der Amedia Hotel Group und zuletzt im Februar 2025 der H-Hotels-Gruppe.

Trotz eines jährlichen Umsatzes von 1,3 Milliarden Euro konnten die für 2025 geplanten Ertragsziele nicht erreicht werden, da auch die Übernachtungszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Während das Unternehmen nun den Weg der Sanierung geht, bleibt die Lage an einzelnen Standorten dynamisch. So plant der Eigentümer der Immobilie des Pullman Schweizerhof in Berlin, Union Investment, derzeit den Verkauf des Hauses. Der Hotelbetrieb soll davon jedoch unberührt bleiben.


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