REVO Hospitality Group – Die Hintergründe der Insolvenzen bei den Hotels

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Die Revo Hospitality Group, die bis zum Jahr 2025 unter dem Namen HR Group tätig war, hat für rund 140 Gesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Fokus der Sanierung liegt auf den Ursachen, die zu der wirtschaftlichen Schieflage des Multibrand-Hotelbetreibers geführt haben.

Revo Hospitality - Strukturelle Probleme durch schnelles Wachstum

Die Entwicklung der Gruppe war in den vergangenen Jahren von einer starken Expansion geprägt. Nach der Übernahme eines ersten Hotels in Leipzig im Jahr 2008 wuchs der Bestand bis 2020 auf 51 Hotels an. Aktuell betreibt die Gruppe 250 Hotels in 12 europäischen Ländern und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

Diese schnelle Ausweitung des Portfolios ist eine der zentralen Ursachen für die aktuelle Situation. Laut Unternehmensangaben führte die Expansion zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen. Zudem waren die Akquisitionen der neuen Hotels mit erheblichen Kosten verbunden, während die Übernachtungszahlen nicht wie erwartet stiegen. Auch das für das Jahr 2025 geplante Umsatzziel wurde nicht erreicht.

Externe Kostenfaktoren und wirtschaftliche Belastungen

Neben den internen Strukturproblemen tragen externe wirtschaftliche Faktoren zur Krise bei. Die Revo Hospitality Group nennt insbesondere die gestiegenen Lohnkosten und die starke Anhebung der Mindestlöhne als belastende Faktoren. Hinzu kommen erhöhte Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel. Diese Kostensteigerungen trafen auf eine allgemeine Wirtschaftskrise, in deren Folge die betroffenen 140 Gesellschaften, inklusive der Verwaltungs- und Holdinggesellschaft, in Schwierigkeiten gerieten.

Revo Hospitality - Zielsetzung des Eigenverwaltungsverfahrens

Das Verfahren soll dazu genutzt werden, die Gruppe neu zu gestalten und den Bedarf an Managementleistungen anzupassen. Die gerichtlich bestellten Geschäftsführer Dr. Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn planen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und internationale Investoren anzusprechen.

Dr. Gordon Geiser erklärt hierzu: „Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung. Wir werden den Geschäftsbetrieb umgehend stabilisieren und erste Sanierungsmaßnahmen in Absprache mit den wesentlichen Stakeholdern umsetzen.“ Dr. Benedikt de Bruyn ergänzt: „Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken.“

Trotz der Verfahren wird der Betrieb der rund 125 betroffenen Hotels in Deutschland und Österreich mit allen 5.500 Mitarbeitern fortgeführt. Eine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme wird bis zum Sommer angestrebt.

Das Geschäftsmodell de Revo Hospitality - Plattform statt Eigenmarke

Kern der Unternehmensstrategie ist das Modell des Multi-Brand-Operators. Revo tritt nicht primär mit einer eigenen Hotelmarke am Markt auf, sondern betreibt Hotels im Namen weltweit bekannter Ketten wie Accor (Mercure, Mövenpick, Pullman), Wyndham (Vienna House) oder IHG. Das Unternehmen versteht sich dabei als technologische Full-Service-Plattform, die Betrieb, Markenführung und digitale Infrastruktur für Hotelbesitzer und Investoren übernimmt.

Ein Wachstum im Eiltempo bei Revo Hospitality

Die Geschichte des Unternehmens war zuletzt von einer massiven Übernahmeswelle geprägt. Jahr 2023 schluckte die Gruppe die Success Hotel Group sowie die Amedia Hotel Group. Parallel dazu erfolgte die Integration von rund 20 Vienna House Hotels in Kooperation mit dem Franchisegeber Wyndham. Im Jahr 2024 folgte die Übernahme des Portfolios der Centro Hotels. Dies umfasste 34 Häuser mit rund 2.800 Zimmern, die teilweise unter die Marke Vienna House Easy by Wyndham überführt wurden. Den bisher größten strategischen Meilenstein setzte das Unternehmen im Februar 2025. Revo erwarb die H-Hotels-Gruppe (ehemals Hospitality Alliance) aus Bad Arolsen.


 

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