Rheinhessen will mehr Hotels

| Hotellerie Hotellerie

Rheinhessen, die Region zwischen Mainz und Worms, verfügt über erhebliches touristisches Potenzial, schöpft dieses aber aufgrund eines unzureichenden Hotelangebots nicht vollständig aus. Dies ist das zentrale Ergebnis einer neuen Hotelmarktanalyse, die jetzt in Worms vorgestellt wurde. Die Studie empfiehlt, kurzfristig Kapazitäten für mehrere neue, größere Hotels zu schaffen, um die Wertschöpfung in der gesamten Region zu sichern und die Ganzjahresnachfrage zu stärken.

Bedarf an modernen Konzepten

Die Analyse wurde von der IHK für Rheinhessen gemeinsam mit der Rheinhessen-Touristik GmbH, mainzplus CITYMARKETING sowie den Wirtschaftsförderungen der Städte Alzey, Ingelheim und Worms in Auftrag gegeben und von der dwif-consulting GmbH durchgeführt.

Dr. Florian Steidl, Geschäftsführer der IHK für Rheinhessen, erklärte die Motivation für die Untersuchung: „Spätestens die Wertschöpfungsstudie Tourismus Rheinhessen aus dem vergangenen Jahr hat gezeigt, dass in der Region ein klarer Bedarf an Hotelbetten besteht. Doch wo genau und für welche Zielgruppen? Diese Frage beschäftigt uns alle in Rheinhessen.“

Die Untersuchung bestätigt, dass die Nachfrage vorhanden ist, das Angebot jedoch Lücken aufweist. Christian Halbig, Geschäftsführer der Rheinhessen-Touristik GmbH, fasst zusammen: „Gäste kommen nach Rheinhessen, finden aber häufig nicht das passende Hotel. Aktivhotels, Budget-Design-Hotels, Wellness- und Boutiquehotels sind unterrepräsentiert – damit bleibt wertvolles Potenzial ungenutzt.“

Wertschöpfung geht verloren

Halbig betont, dass die Region aktuell Wertschöpfung an andere Gebiete verliert. Um die Aufenthaltsdauer zu verlängern und die Nachfrage über das gesamte Jahr hinweg zu sichern, sei es notwendig, „größere, besser positionierte Hotels in der Fläche“ zu schaffen.

Die Analyse verdeutlicht, dass insbesondere kleinere Tourismusorte abseits von Mainz im Wettbewerb oft nicht mithalten können, da ihre Betriebe zu klein und die Konzepte veraltet seien. Demnach profitiert die gesamte Region, wenn in die Fläche investiert wird.

Aktuell zählt die Region 235 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt rund 16.500 Betten. Die Studie sieht Spielraum für zusätzliche Kapazitäten: Kurzfristig könne der Markt vier bis sechs neue Hotels mit jeweils etwa 120 Zimmern aufnehmen. Bei einer positiven Marktentwicklung seien darüber hinaus weitere Betriebe möglich. Die Analyse umfasst die IHK-Region Rheinhessen, bestehend aus der Tourismusregion Rheinhessen und der VG Rhein-Nahe.

Forderung nach politischer Unterstützung

IHK-Geschäftsführer Steidl fordert entschlossenes Handeln und sieht die Politik in der Pflicht: „Wir brauchen die Politik als Möglichmacher – mit schnelleren Verfahren, gezielten Förderungen und einer strategischen Ansiedlungspolitik.“ Er ist überzeugt, dass neue Hotelinvestitionen die gesamte Region stärken, Chancen für Investoren eröffnen sowie Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern.

Als zentrales Ergebnis empfiehlt die Studie die Gründung einer Taskforce Hotelentwicklung Rheinhessen zur Koordination und Forcierung des Themas. Christian Halbig erklärt, dass die gewonnenen Erkenntnisse in die Fortschreibung der Tourismusstrategie Rheinhessen 2030+ einfließen und „die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus- und Wirtschaftsstandorts Rheinhessen“ bilden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Jufa Hotel in der Hamburger HafenCity verzeichnet einen Meilenstein von einer Million Übernachtungen. Parallel dazu steigt die Zahl der Gäste aus Norddeutschland in der Steiermark an.

Mercurius Real Estate plant im Frankfurter Gallus-Viertel den Bau von 577 Serviced Apartments. Das Projekt „Green Cam“ ersetzt eine ursprünglich vorgesehene Büronutzung und soll zusätzlich Gewerbe-, Gastronomie- und Freizeitflächen umfassen.

Die Mitgliedshäuser von Relais & Châteaux haben ihren gemeinsamen Umsatz im Jahr 2025 nach Angaben der Vereinigung um sieben Prozent auf 3,308 Milliarden Euro gesteigert. Grundlage der Auswertung seien die Angaben von 94 Prozent der Mitgliedshäuser, teilte die Kooperation mit.

Das Wein- und Spa-Resort Terra Saar soll im September 2026 in Saarburg eröffnen. Geplant sind 80 Zimmer, 20 Winzerhäuser, ein großer Spa-Bereich sowie gastronomische Angebote mit Fokus auf die Weinregion Saar. Mit Bildergalerie.

Das Circus-Hotel am Berliner Rosenthaler Platz wird Ende Oktober seinen Standort schließen. Das berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf Mitgründer Andreas Becker. Das benachbarte Hostel der Betreibergruppe bleibt laut Bericht bestehen.

IHG erweitert das britisches Portfolio um ein neues Haus der Marke Vignette Collection im Londoner Stadtteil Canary Wharf. Die Eröffnung des Objekts ist für den Sommer 2026 geplant.

Die Hotels der Kooperation Familotel haben im Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben einen Nettoumsatz von 336,9 Millionen Euro erzielt. Wie das Unternehmen mitteilt, lagen damit sowohl die Umsätze als auch die durchschnittlichen Erlöse pro Zimmer über den Vorjahreswerten.

Der Hotelverband Deutschland hat die Finalisten seiner diesjährigen Branchenawards benannt. Die ausgewählten Start-ups und Preferred Partner präsentieren ihre Konzepte im Juni am Nürburgring.

Die Motel One Group hat ihr erstes Hotel der Marke The Cloud One Hotels in Portugal eröffnet. Das neue Haus befindet sich in Lissabon und umfasst 88 Zimmer, darunter Suiten sowie Zimmer mit privater Terrasse. Mit Bildergalerie.

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.