Sachsen-Anhalt verzeichnet stabile Gästezahlen bei leichtem Übernachtungsrückgang

| Hotellerie Hotellerie

Der Tourismus in Sachsen-Anhalt hat sich im Jahr 2025 auf einem soliden Niveau behauptet. Wie das Statistische Landesamt und das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin mitteilen, wurden im vergangenen Kalenderjahr rund 3,39 Millionen Gästeankünfte registriert. Dies entspricht einer minimalen Steigerung von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Übernachtungen wurde hingegen ein Rückgang um 1,4 Prozent auf insgesamt 8,23 Millionen verzeichnet. Damit bleibt das Land zwar über der Marke von acht Millionen Übernachtungen, verfehlt jedoch weiterhin das Rekordniveau des Vorpandemiejahres 2019 um knapp fünf Prozent.

Regionale Unterschiede und internationale Herkunftsmärkte

Innerhalb des Landes bleibt der Harz sowie das Harzvorland die mit Abstand stärkste Reiseregion. Laut den statistischen Erhebungen entfielen 35,8 Prozent aller Übernachtungen auf dieses Gebiet, obwohl die Übernachtungszahlen dort um 1,9 Prozent sanken. Die Altmark sicherte sich mit 2,8 Tagen die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste, verzeichnete jedoch mit 3,5 Prozent den deutlichsten Rückgang bei den Ankünften. Ein Großteil des Tourismusaufkommens wird durch das Inland generiert, da 93 Prozent der Besucher aus Deutschland stammen. Bei den internationalen Gästen stiegen die Ankünfte um 1,8 Prozent auf 252.036, während die Übernachtungen in diesem Segment um 5,1 Prozent rückläufig waren. Die wichtigsten ausländischen Herkunftsmärkte bildeten die Niederlande, gefolgt von Dänemark und Polen.

Wirtschaftliche Lage und strukturelle Entwicklung im Gastgewerbe

Die wirtschaftliche Situation im Gastgewerbe gestaltete sich im Jahr 2025 differenziert. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stagnierten die nominalen Umsätze im Beherbergungssektor mit einem Zuwachs von lediglich 0,3 Prozent, was preisbereinigt einem realen Minus von 2,5 Prozent entspricht. In der Gastronomie fielen die Erlöse real sogar um 4,5 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Trotz dieser Umsatzentwicklung stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe insgesamt um 1,7 Prozent an. Bei den Betriebsarten zeigten insbesondere Ferienhäuser und Ferienwohnungen mit einem Übernachtungsplus von 4,8 Prozent eine positive Tendenz, während die klassische Hotellerie und Campingplätze leichte Einbußen hinnehmen mussten.

Kulturelle Schwerpunkte und touristische Ausrichtung 2026

Für das laufende Jahr 2026 setzt das Land verstärkt auf kulturelle Impulse, um neue Reiseanlässe zu schaffen. Im Fokus steht dabei laut der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt die etappenweise Wiedereröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg ab dem 28. März. Staatssekretärin Stefanie Pötzsch betont in diesem Zusammenhang, dass die Qualität der Angebote konsequent weiterentwickelt werden müsse, wobei das Ziel in einer Verlängerung der Aufenthaltsdauer und einer stärkeren Vernetzung der Regionen liege. Neben dem Welterbe in Quedlinburg bilden das fortgeführte Bauhaus-Jubiläum sowie die Lutherstätten zentrale Säulen der Vermarktungsstrategie. Um die zukünftige Ausrichtung der Branche zu erörtern, findet am 18. Juni 2026 der landesweite Tourismustag statt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

COMO Hotels and Resorts eröffnet im Mai das COMO Cordeillan-Bages. In Kooperation mit der Familie Cazes entsteht in einem historischen Anwesen in Pauillac ein neues Luxusdomizil, das Design von Paola Navone mit exklusivem Zugang zur Welt der Bordeaux-Weine kombiniert.

Eine aktuelle Treugast-Analyse am Beispiel Ruhpolding untersucht die Auswirkungen von Hotelneueröffnungen auf Feriendestinationen. Die Ergebnisse belegen, wie kapazitätsstarke Leitbetriebe das Nachfragewachstum nachhaltig fördern und bestehende Angebotslücken schließen können.

Mit der Eröffnung von 27 neuen Hotels hat Marriott International im Jahr 2025 die Marke von 200 Häusern in der DACH-Region überschritten. Das Wachstum wird maßgeblich durch Konvertierungen in allen Segmenten getrieben.

Mit der Eröffnung des Adagio Access Nanterre baut Adagio die Kapazitäten im Großraum Paris weiter aus. Das neue Haus mit 132 Apartments in direkter Nähe zum Geschäftsviertel La Défense zielt primär auf Geschäftsreisende und Langzeitgäste ab.

Booking Holdings verzeichnet ein über den Erwartungen liegendes Wachstum bei den Bruttobuchungen und passt die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben an. Zudem investiert der Konzern verstärkt in Technologie und Marketing.

Die Accor-Gruppe schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Gewinnplus ab und übertrifft die eigenen Finanzziele. Während die Lifestyle-Sparte zweistellig wächst, normalisiert sich das Geschäft auf dem deutschen Markt nach einer Schwächephase wieder.

Die Hotelgruppe Dormero expandiert weiter auf dem österreichischen Markt und übernimmt das bisherige Amedia Hotel Wels. Das Haus am Welser Stadtplatz, das vielen noch unter dem Namen Kremsmünsterer Hof bekannt ist, war zuvor Teil der Amedia Hotel GmbH. Diese gehört zur Revo Hotelgruppe und befindet sich derzeit in einem Insolvenzverfahren.

Ein 20-jähriger Hacker hat das Online-Bezahlsystem von Reiseportalen ausgetrickst und Luxus-Suiten für nur einen Cent gemietet. Die Flucht in den Luxus endete für den jungen Spanier schließlich im Madrider Hotel Ritz – auch wegen seiner eigenen Mitteilsamkeit in den sozialen Medien.

Die Revitalisierung des traditionsreichen Dom-Hotels in Köln nimmt weiterhin mehr Zeit in Anspruch als zuletzt geplant. Inzwischen wird die baubehördliche Abnahme des Objekts am Roncalliplatz erst im zweiten Quartal 2026 erwartet. Ursprünglich war eine Eröffnung für Ende 2023 anvisiert worden war.

Das Seehotel Niedernberg reagiert auf wachsende Gästezahlen und eröffnet in der renovierten Orangerie ein zweites Restaurant. Mit Fokus auf Menü-Gäste und verbesserter Akustik schafft das Haus zusätzliche Kapazitäten und mehr Flexibilität für den operativen Betrieb.