Schleswig-Holstein erzielt Rekordwerte bei Übernachtungen und Gästezahlen

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Der touristische Aufschwung in Schleswig-Holstein setzt sich fort und erreicht erneut ein Rekordergebnis. 2025 zählte das Statistikamt Nord fast 9,7 Millionen Gästeankünfte (plus 2,9 Prozent) und fast 38,6 Millionen Übernachtungen (plus 1,3 Prozent) in Betrieben mit mindestens zehn Betten, einschließlich Camping.

Damit liegt Schleswig-Holstein weiterhin auf Platz fünf der Bundesländer, wie der neue Geschäftsführer der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Stefan Borgmann sagte. Stärkstes Tourismusland in Deutschland ist Bayern mit fast 103 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Zuwächse in allen Bereichen

2025 habe es in allen Bereichen Zuwächse gegeben, sagte Tourismusminister Claus Ruhe Madsen (CDU). «Das ist, glaube ich, in den letzten Jahren einmalig.» Ein Sorgenkind sei allerdings der Binnenlandtourismus. Darauf müsse jetzt der Fokus stärker gerichtet werden. Auch die Nebensaison sei noch ausbaufähig. «Schleswig-Holstein hat das Ziel, eine ganzjährige Destination zu werden und bewirbt deswegen auch die Nebensaison», sagte Borgmann. Es seien bereits Zuwächse in den Monaten von September bis Dezember zu erkennen. Hier helfe es, dass die Oktober in den vergangenen Jahren wärmer geworden seien.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste im Land ging im Vergleich zu 2024 leicht auf vier Tage zurück. Die Statistiker zählten 3.452 geöffnete Betriebe mit fast 335.000 Betten. Das waren etwas mehr Betten in etwas weniger Betrieben als im Vorjahr. Die Auslastung der Betten über das Gesamtjahr stieg um einen Punkt auf 36 Prozent. Mit 38 Prozent Anteil gibt es die meisten Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern, gefolgt von Hotels mit 20 Prozent und Campingplätzen mit 14 Prozent.

Der Norden ist besonders bei Nordrhein-Westfalen beliebt

Der ganz überwiegende Anteil von 36,6 Millionen Übernachtungen entfiel auf Gäste aus dem Inland. Besonders beliebt ist der Norden bei Gästen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, dem eigenen Bundesland sowie Hessen und Hamburg. Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen ist Schleswig-Holstein für die deutschsprachige Bevölkerung 2025 das beliebteste Reiseziel bei Reisen ab fünf Tagen gewesen.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland werden überwiegend von Dänen, Schweizern, Niederländern, Schweden, Österreichern und Polen gebucht.

Innerhalb Schleswig-Holsteins sind in den vergangenen Jahren leichte Verschiebung in der Bedeutung der Regionen erkennbar. So blieb die Zahl der Übernachtungen an der Nordsee seit 2022 mit etwa 12,7 Millionen im Jahr stabil. An der Ostsee stieg sie im selben Zeitraum aber von 18,8 auf 19,5 Millionen. Die Holsteinische Schweiz legte in dem Zeitraum um rund 100.000 auf 1,1 Millionen Übernachtungen zu, das übrige Binnenland um 200.000 auf 5,3 Millionen.

Größter Zuwachs in Scharbeutz

Unter den stärksten Tourismusorten ragte 2025 Scharbeutz (Kreis Ostholstein) mit einem Zuwachs um 12,6 Prozent auf gut 1,17 Millionen Übernachtungen heraus. Den größten Verlust mit je minus 2,8 Prozent mussten St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) mit knapp 1,93 Millionen und Kiel mit fast 1,08 Millionen Übernachtungen hinnehmen. Stärkste Tourismusorte sind Sylt mit knapp 3,35 Millionen Übernachtungen (plus 2,8 Prozent) und Fehmarn mit fast 2,54 Millionen Übernachtungen (plus 2,3 Prozent).

Trend zum Camping dauert an

Ungebrochen ist der Trend zum Camping, der während der Zeit der Corona-Pandemie einen Schub erhalten hatte. 2019 hatte es noch 4,29 Millionen Übernachtungen gegeben, im vergangenen Jahr waren es 5,49 Millionen Übernachtungen, wobei die Zahl seit 2022 relativ wenig schwankt. «Es ist ein wichtiger Sektor», sagte Borgmann. Seit 2016 habe es einen Zuwachs um 46 Prozent gegeben. Camping sei ein Treiber für den Schleswig-Holstein-Tourismus - auch im Winter.

Madsen äußerte sich trotz einiger pessimistischer Stimmen aus der Branche noch zuversichtlich über die Aussichten für das laufende Jahr, trotz der unsicheren politischen Weltlage und der aktuell stark gestiegenen Energiepreise. Möglicherweise würden sich Menschen stärker für Urlaub im eigenen Land entscheiden. Schleswig-Holstein stehe «nach wie vor für den sicheren, den schönen Familienurlaub».

Borgmann kündigte an, das Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz voranzutreiben. «Das fängt an bei einer schönen, modernen, inspirierenden Homepage.» Diese müsse, egal, wo man sei, automatisch in die entsprechende Landessprache übersetzt werden. Die TA.SH habe auch bisher modernes Marketing gemacht. «Aber es entwickelt sich immer weiter, permanent, und zwar in einem rasenden Tempo.»

TA.SH-Chef kündigt Tour durchs Land an

Er wolle nach den Osterferien eine Schleswig-Holstein-Tour beginnen und alle touristischen Organisationen im Land besuchen, sagte Borgmann. Er möchte gerne erfahren, wie es vor Ort gehe und wo sich die einzelnen Orte im Jahr 2040 sehen. Die TA.SH werde noch in diesem Jahr eine Tourismusstrategie für das Unternehmen erstellen.«Wie müssen wir das Budget, das wir haben für das Marketing, ganz konkret und sinnvoll einsetzen, um der Branche zu helfen?»

Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein ist nach eigenen Angaben die offizielle Landestourismusorganisation und organisiert die überregionale Vermarktung des Reise- und Tagungsstandorts Schleswig-Holstein. (dpa)


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