Tourismusbarometer 2026 zeigt sinkende Gewinne trotz stabiler Auslastung in Österreich

| Hotellerie Hotellerie

Das Tourismusbarometer 2026 von Deloitte Österreich und der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) zeichnet ein Bild wirtschaftlicher Belastung für die Tourismusbranche in Österreich. Trotz stabiler Buchungszahlen sehen heimische Betriebe ihre wirtschaftliche Lage schlechter als im Vorjahr. Laut Mitteilung bewerten die befragten Tourismusbetriebe die allgemeine Lage aktuell mit einer Note von 3,2.

Ertragslage unter Druck durch Kostensteigerungen

Die Auswertung basiert auf den Angaben von rund 230 Touristikern aus dem gesamten Bundesgebiet. Während die Übernachtungszahlen auf einem vergleichsweise guten Niveau verharren, korreliert dies laut Analyse nicht mit einer entsprechenden Gewinnentwicklung. Die Ertragskraft wird durch gestiegene Energie- und Betriebskosten sowie die Belastung durch Steuern und Abgaben gemindert.

Wie der Bericht weiter ausführt, hat sich bei jedem zweiten befragten Betrieb der Gewinn in den zurückliegenden drei Jahren schwächer entwickelt als der Umsatz. Ein weiterer Faktor für die betriebliche Planung sind geopolitische Unsicherheiten: Neun von zehn Unternehmen gehen aufgrund der Konflikte im Nahen Osten von weiteren Kostensteigerungen aus.

Skepsis bezüglich der kommenden Monate dominiert

Die Erwartungshaltung für den weiteren Jahresverlauf bleibt verhalten. Nach Angaben des Unternehmens erwartet fast jeder zweite Betrieb eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV, beschreibt die aktuelle Einschätzung der Branche als kritisch: „Wenn die Ergebnisse der vergangenen zwölf Monate negativ bewertet werden, wenn fast die Hälfte für die kommenden zwölf Monate skeptisch sind und kein einziges Unternehmen einen Lichtblick sieht, dann haben wir nicht ein Problem, sondern viele.“

Gäste reduzieren Ausgaben für touristische Zusatzangebote

Das veränderte Buchungsverhalten der Gäste wirkt sich direkt auf die Umsätze aus. Demnach berichten 63 Prozent der Betriebe von sinkenden Nebenausgaben durch Urlauber. Insbesondere in der Gastronomie sowie bei Wellnessangeboten und Upgrades verzeichnen die Unternehmen eine höhere Zurückhaltung.

Hinsichtlich der Personalsituation zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Entspannung, wobei die Betriebe die Verfügbarkeit von Arbeitskräften mit einer Note von 3,0 bewerten. Dennoch sind laut Deloitte und ÖHV bei 62 Prozent der befragten Betriebe weiterhin Stellen offen.

Anpassung der Geschäftsmodelle und betrieblicher Strukturen

Der anhaltende wirtschaftliche Druck führt zu einer strategischen Neuausrichtung vieler Unternehmen. Mehr als zwei Drittel der Betriebe haben ihr Geschäftsmodell bereits angepasst oder planen entsprechende Schritte. Zu den Schwerpunkten gehören dabei die Optimierung der Kostenstruktur, was von 76 Prozent der Betriebe priorisiert wird, sowie die Steigerung der Effizienz bei Betriebsprozessen, wie sie 56 Prozent der Befragten anstreben. Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte in Tirol, ordnet diese Entwicklung als notwendigen Prozess ein, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Platzl Hotels München setzen in vier ihrer Küchen ein neues KI-gestütztes System zur Messung von Speiseabfällen ein. Ziel des Projekts ist eine Reduzierung der Abfallmengen um bis zu dreißig Prozent innerhalb eines Jahres.

Premier Inn erweitert sein Portfolio in Göttingen und übernimmt eine Hotelimmobilie von der Real I.S. Die Übergabe an den neuen Betreiber erfolgte bereits zum 1. Mai, nun fand die offizielle Eröffnung des Hotels mit 144 Zimmern statt.

Das ibis Paderborn wird aktuell in drei Phasen grundlegend modernisiert. Der Betreiber Event Hotels hat nach Abschluss der ersten Arbeiten die ersten 30 neugestalteten Zimmer für Gäste freigegeben.

Ringhotels und CPH Hotels vereinbaren eine Zusammenarbeit ab Juli 2026. Das Münchner Servicebüro von Ringhotels übernimmt künftig die operative Betreuung der CPH-Mitgliedsbetriebe.

Die Lieblingsplatz Hotels erweitern ihr Partnermodell um die Schwarzwald-Gruppe stuub Hotels & Ferienwohnungen. Die Kooperation umfasst mehrere Standorte im Schwarzwald und soll zentrale Vertriebs- und Digitalstrukturen bündeln.

People Inc. will MGM Resorts für mehr als 18 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Verwaltungsrat des Casino- und Hotelkonzerns prüft derzeit das Angebot des Medienunternehmens von Barry Diller.

Die Moselstern-Gruppe übernimmt zum 1. Juni 2026 den Betrieb des Boutique Hotels Moselgarten in Bullay. Das teilte Insolvenzverwalter Ingo Grünewald mit. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sei zudem ein regionales Investorenteam gefunden worden, das die Immobilie am Moselufer erworben habe.

Mitten im Indischen Ozean liegt die Leitung des Le Méridien Maldives Resort & Spa seit über drei Jahren in den Händen eines gebürtigen Kölners: General Manager Thomas Schult berichtet über seine Führungsphilosophie und ein neues Luxusverständnis zwischen Exklusivität und Nachhaltigkeit.

Die DSR Hotel Holding übernimmt zum 1. September 2026 das Hotel Caro & Selig am Tegernsee. Das Haus wird künftig unter der Marke A-Rosa betrieben.

Für 165 Hotels der insolventen REVO Hospitality Group sind Investorenlösungen gefunden worden. Der überwiegende Teil der rund 5.450 Hotelarbeitsplätze soll erhalten bleiben. Dagegen werden die Arbeitsverhältnisse von 450 Mitarbeitern der Unternehmenszentrale nicht fortgeführt.