Trivago reicht Kartellklage gegen Google vor Hamburger Gericht ein

| Hotellerie Hotellerie

Trivago hat eine Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Hamburg eingereicht. Das Unternehmen wirft dem Suchmaschinenkonzern vor, den eigenen Hotelpreisvergleich in den allgemeinen Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln und Wettbewerber wie Trivago dadurch zu benachteiligen.

Wie das Unternehmen mitteilt, richtet sich die Klage gegen Google LLC, Google Ireland Ltd. und Google Germany GmbH. Grundlage seien Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union sowie deutsches Wettbewerbsrecht. Trivago fordert demnach Schadenersatz für den Zeitraum von Januar 2014 bis Dezember 2025 sowie die gerichtliche Feststellung einer Haftung ab dem Jahr 2026.

Trivago verweist auf EU-Verfahren gegen Google Shopping

Nach Angaben von Trivago stützt sich die Klage unter anderem auf die Entscheidung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2017 im Verfahren um Google Shopping. Diese Entscheidung sei im September 2024 vom Europäischen Gerichtshof bestätigt worden.

Das Unternehmen verweist zudem auf laufende Untersuchungen der Europäischen Kommission im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte. Dabei werde geprüft, ob Google gegen das Verbot der Selbstbevorzugung eigener Dienste verstoßen habe.

Johannes Thomas, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Trivago, erklärte laut Mitteilung: „For more than a decade, we have raised concerns about Google using its dominance in general search to systematically steer millions of travelers away from hotel metasearch platforms like trivago and toward its own competing service.“

Weiter sagte Thomas: „We believe this has weakened our competitive position, limited our ability to grow, and ultimately harmed the travelers who rely on fair and open competition.“

Trivago fordere „full compensation“ für die entstandenen Schäden, so Thomas weiter.

Koalition von Unternehmen forderte bereits 2020 Maßnahmen

Nach Angaben des Unternehmens hatte sich Trivago bereits im November 2020 einer Gruppe von 158 Unternehmen und Verbänden angeschlossen. Diese hatten die Europäische Kommission aufgefordert, gegen die Bevorzugung eigener Dienste durch Google vorzugehen.

Im Jahr 2022 habe die Unternehmensführung Google zudem öffentlich als eines der zentralen Unternehmen genannt, das von den damals geplanten Regelungen des Gesetzes über digitale Märkte betroffen sei. Im März 2025 habe Trivago die vorläufigen Feststellungen der Europäischen Kommission begrüßt, wonach Google gegen das Gesetz verstoßen habe.

Trivago veröffentlicht Quartalszahlen mit Umsatzanstieg

Parallel zur Bekanntgabe der Klage veröffentlichte Trivago auch die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026. Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 142,9 Millionen Euro. Die Vermittlungserlöse erhöhten sich demnach um neun Prozent.

Der Nettoverlust lag laut Unternehmen bei 7,3 Millionen Euro und damit um sechs Prozent unter dem Wert des ersten Quartals 2025. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrug minus 4,5 Millionen Euro, nach minus 6,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Google sieht sich seit Jahren mit kartellrechtlichen Verfahren und Untersuchungen konfrontiert. Im Jahr 2024 bestätigte ein Gericht eine Geldbuße der Europäischen Union in Höhe von 2,4 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Verfahren um Google Shopping. Zudem leitete die Europäische Kommission im Dezember Untersuchungen zur Nutzung von Inhalten für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz ein.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Airbnb testet bei ausgewählten Gastgebern „Direct Booking Links“ mit reduzierten Servicegebühren. PhocusWire berichtet von sechs beziehungsweise zehn statt 15,5 Prozent, wenn eine Buchung über einen vom Gastgeber verbreiteten Link zustande kommt.

Die Odyssey Hotel Group hat einen Betreibervertrag für das Mövenpick Hotel Münster mit 224 Zimmern und Suiten abgeschlossen. Das zuvor von Revo Hospitality betriebene Haus soll umfassend renoviert werden.

Ein Gast bewertet eine Unterkunft auf Booking.com mit einem von zehn Punkten, obwohl er dort nicht übernachtet hat. Das Landesgericht Bozen ordnete die Löschung der Rezension an und setzte für Verzögerungen eine Zahlung von 50 Euro pro Tag fest.

B&B Hotels eröffnet ein neues Hotel in Bad Oeynhausen. Das Unternehmen wird bis Ende 2028 im bis dahin umgebauten und modernisierten City Center Neo ein Haus mit rund 100 Zimmern in Betrieb nehmen.

Die Hotelgruppe Mangias Hotels und Resorts hat an der Südostküste Siziliens das Iconas Costa Ragusa Resort eröffnet. Dabei handelt es sich um das erste Anwesen der neu eingeführten Luxusmarke Iconas Collection.

Seekda hat einen Sicherheitsvorfall in seinen Systemen bestätigt. Der ORF berichtet über betrügerische Nachrichten an Hotelgäste, während die Österreichische Hotelvereinigung von ersten Meldungen seit Ende Juli berichtet und Hotels Informationen zum Umgang mit Datenverlusten bereitstellt.

Das erst Anfang Mai eröffnete Holiday Inn – the niu Quay im Harburger Binnenhafen soll nach Medienberichten rund 340 Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen. Politiker aus CDU, SPD und FDP kritisieren die geplante Nutzung und fordern Aufklärung über Beteiligung und Kosten.

Hitzewellen beeinflussen nach Beobachtungen von HotellerieSuisse das Buchungsverhalten. Während Gäste kurzfristiger Aufenthalte in den Bergen buchen, berichtet ein Basler Hotel von Stornierungen an besonders heißen Tagen und investiert in die Kühlung seines Gebäudes.

IHA-Chef Markus Luthe kritisiert Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln. Anlass ist ein Handelsblatt-Interview vor dem Hintergrund einer in Amsterdam anhängigen Sammelklage von 10.783 Hotels.

Anzeige

Der raue Ton, für den die Hotellerie lange bekannt war, funktioniert heute nicht mehr: Führung muss neu gedacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen einen Purpose zu geben, sagt Bernhard Patter, Geschäftsführer der diavendo GmbH. Im Gespräch mit Host Oliver Meyer gibt er in der neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“ Tipps, wie Hoteliers mit guter Führung ihre Bottom Line aufbessern.