Übernachtungszahlen: "Die Hotellerie hat kein strukturelles Problem"

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„Zwischen April und Dezember 2022 konnte die Hotellerie an den deutschen Primärstandorten ein Übernachtungsaufkommen verbuchen, das rund 90 Prozent des Volumens vom Vergleichszeitraum des Spitzenjahres 2019 entspricht – obwohl die Preise deutlich gestiegen sind“, so Claudia Sunderkamp, Mitglied des Managementboards der HOTOUR Consulting GmbH.

„Die positive Nachfrageentwicklung ist ein Beleg dafür, dass die Hotellerie kein strukturelles Problem hat.“ Insgesamt verzeichneten Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart drei Prozent mehr Betten als 2019. Für 2023 rechnet das Unternehmen mit einer wachsenden internationalen Nachfrage.

„Erstmals ist es der Hotellerie gelungen, nach einer Krise, deutliche Preissteigerungen durchzusetzen, die auch durchweg gezahlt werden. Das ist ein Novum und insbesondere im Hinblick auf die vielerorts erfolgten Kapazitätserweiterungen bemerkenswert“, ergänzt Geschäftsführerkollege Philipp Linder. Ursächlich dafür, seien unter anderem der anhaltende Fachkräftemangel.

„Mit weniger Mitarbeitern, ist eine höhere Auslastung schlichtweg nicht möglich“, erläutert Linder. Darüber hinaus kämen noch die steigenden Kosten hinzu. „Es ist die erste Krise, nach deren Ende die Hotelpreise, die in Deutschland ohnehin im internationalen Vergleich sehr niedrig sind, nicht reduziert wurden.“

Die durchgehend positive Nachfrageentwicklung ab dem zweiten Quartal 2022 bis zum Jahresende ist auf den Wegfall pandemiebedingter Restriktionen zurückzuführen. „Neben freizeittouristisch motivierten Reisen gab es 2022 auch viele Nachhol- und Sondereffekte, wie zum Beispiel nachgeholte Konferenzen, Firmenjubiläen, Team-Events oder private Anlässe“, erklärt Sunderkamp das Übernachtungsaufkommen. Am stärksten bekam die Hotellerie in Hamburg den Rückenwind zu spüren. Die Hansestadt konnte 101 % des Übernachtungsaufkommens des Vergleichszeitraums 2019 erzielen.

Ebenso ist es den Destinationen München und Köln gelungen, mit 95 bzw. 94 % nah an das Übernachtungsvolumen vom Vergleichszeitraum des Spitzenjahres 2019 heranzukommen, obwohl es auch an diesen Standorten ein Angebotszuwachs von 9 bzw. 4 % gab. Eine ähnliche Situation zeigt sich in Stuttgart, Frankfurt am Main und Dresden, wo die Übernachtungszahlen – trotz erhöhter Kapazitäten - 90 % bzw. annähernd 90 % des Vorkrisenniveaus – ohne Winterquartal - erreichten.

Der größte deutsche Hotelstandort Berlin hingegen ist deutlich abgeschlagen. „In der Bundeshauptstadt gibt es im Vergleich zu 2019 zwar fünf Prozent weniger Betten. Doch das Übernachtungswachstum wurde in der Vergangenheit zu einem maßgeblichen Teil durch Reisende mit Low-Cost-Carriern gespeist. Und die fehlen am neuen Flughafen noch“, führt Linder aus. Mithin konnte Berlin 2022 nur 86 % des Übernachtungsaufkommens des Vergleichszeitraums 2019 generieren.

Positiver Ausblick für 2023

Für das laufende Jahr erwarten die HOTOUR-Experten eine weiter anhaltend stabile Nachfrageentwicklung. Sie gehen davon aus, dass das internationale Gästeaufkommen sogar noch zulegen und die Dynamik entsprechend beeinflussen wird. Für eine wachsende Nachfrage könnten insbesondere US-Amerikaner sorgen, die von einem starken Dollar profitieren, sowie Reisende aus dem asiatisch-pazifischen Raum, wo der späte Wegfall von Reisebeschränkungen zu entsprechenden Nachholeffekten führen könnte.


 

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