Vermittler für Veranstaltungsräume: Airbnb kauft Start-up Gaest

| Hotellerie Hotellerie

Airbnb hat das dänische Start-up Gaest gekauft. Die Plattform vermittelt Veranstaltungsräume für Meetings, Workshops, Foto-Shootings oder Interviews. Mit Gaest stößt Airbnb weiter ins B2B-Geschäft vor.

Airbnb gibt an, dass Gaest derzeit rund 3.000 Veranstaltungsorte im Angebot hat, die auch zukünftig auf der eigenen Plattform bleiben sollen. Ob das auch für die Marke Gaest gilt, bleibt unbestätigt.

„Wir freuen uns, einem der innovativsten Unternehmen der Welt beizutreten und ein Bestandteil ihrer Mission zu werden“, sagte Gaest-CEO Mogensen in einer Erklärung.  Die finanziellen Hintergründe der Transaktion bleiben ungenannt. Laut Crunchbase hatte Gaest bislang 3,5 Millionen Dollar Finanzierung eingesammelt. Die Unternehmensbewertung von Airbnb liegt aktuell bei mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen plant für dieses Jahr via IPO einen Börsengang. Gegründet 2015 in Aarhus, ist das Portal heute auf sechs Kontinenten aktiv. Die Oberfläche ähnelt der von Airbnb, ebenso wie die Herangehensweise: Die buchbaren Räume sollen alles andere als Standard sein, Einzigartigkeit beweisen und die Gäste inspirieren.

Die Akquisition von Gaest macht die strategische Entwicklung bei Airbnb deutlich, auch den  Geschäftskundenmarkt erschließen zu wollen. Hier hatte Airbnb im letzten Jahr bereits versucht, mit „Airbnb for Work“, Unterkünfte an Geschäftsreisende zu vermitteln. Laut Airbnb sollen sich inzwischen Mitarbeiter von über 40.000 Unternehmen in Deutschland bei Airbnb for Work registriert und eine Unterkunft für eine Geschäftsreise gebucht haben. Fast 11.000 dieser 40.000 Unternehmen hatten mindestens einen Mitarbeiter, der direkt über Airbnb for Work die Reiseplanung für Mitarbeiter des Unternehmens verwaltet hat.

„Wir stellen uns eine Welt vor, in der jeder seinen Raum für professionelle Veranstaltungen und auf lange Sicht für Feiern teilen kann“, sagte David Holyoke, Global Head of Airbnb for Work, in einer Erklärung. „Die Einbindung eines Führungsteams mit starkem Wissen ermöglicht es uns, unsere Arbeit in diesem Bereich zu beschleunigen. Und was noch wichtiger ist, Gaest.com und Airbnb teilen die Vision, jedem Raumbesitzer zu helfen, Unternehmer zu werden, indem sie ihre Räume mit denen teilen, die sie brauchen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die MHP Hotel AG hat im ersten Halbjahr 2026 ein Umsatzplus von 25,1 Prozent verzeichnet, die Jahresprognose jedoch aufgrund veränderter Rahmenbedingungen angepasst.

Das ibis Paderborn City hat die Modernisierung nach drei Bauabschnitten planmäßig abgeschlossen und die Leitung an Daniel Handschick übergeben. Die Erneuerung umfasste sämtliche neunzig Gästezimmer sowie die öffentlichen Bereiche des Hauses.

Die Nachhaltigkeitskriterien für das Hotelverzeichnis des Bundes stoßen auf Kritik. IHA-Geschäftsführer Markus Luthe bemängelt unter anderem die Bewertung der Zertifizierungssysteme und die starke Gewichtung ökologischer Kriterien.

Marriott richtet seinen Hotelvertrieb stärker auf KI-Plattformen aus. Konzernchef Anthony Capuano erwartet den größten Einfluss von KI auf die Hotellerie in der Distribution und erläutert die Zusammenarbeit mit Google und OpenAI.

Ein Grandhotel ist auch ein Mikrokosmos: Es verbindet Landschaft, Handwerk, Gastlichkeit und die Frage, wie all das eine Zukunft haben kann. Mit einer Podcastserie will das Hotel du Cap-Eden-Roc nun die Menschen ins Zentrum rücken, die daran jeden Tag arbeiten.

Die Ruby Group realisiert gemeinsam mit Union Investment ihr erstes Hotel in Helsinki im historischen Professor House. Die Eröffnung des Hauses mit 84 Zimmern ist für das erste Quartal 2028 geplant.

Das Gericht der Europäischen Union hat das Verbot der Etraveli-Übernahme durch Booking bestätigt. Booking konnte im Verfahren auch die Feststellung der Kommission einer dominanten Stellung auf dem Hotel-OTA-Markt nicht entkräften. Der Hotelverband sieht darin Rückenwind für die separate Schadenersatzklage europäischer Hotels.

Booking darf den Wettbewerber eTraveli auch nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht übernehmen. Die Richterinnen und Richter in Luxemburg bestätigten eine entsprechende Entscheidung der EU-Kommission von 2023.

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.