Vorläufige Insolvenzverwaltung für die Amedia Hotel GmbH angeordnet

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Das Amtsgericht Charlottenburg hat die vorläufige Insolvenzverwaltung über die Amedia Hotel GmbH angeordnet und Lucas Flöther zum Verwalter bestellt. Die Gesellschaft, die zur Revo-Gruppe gehört und eine Geschäftsanschrift in Österreich besitzt, gerät damit auch unter externe Kontrolle. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Robert Kennedy, der zudem als Managing Director Strategy der Revo Hospitality Group tätig ist.

Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 13. Februar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Amedia Hotel GmbH angeordnet (Aktenzeichen: 3612 IN 954/26). Das Unternehmen, das im österreichischen Firmenbuch unter der Nummer FN 362528 f registriert ist, steuert seine operativen Tätigkeiten von einem Verwaltungssitz in Berlin-Schöneberg aus. Das Gericht begründete seine Zuständigkeit damit, dass sich an diesem Standort der Mittelpunkt der hauptsächlichen Interessen der Gesellschaft befindet.

Kontrolle durch externen Insolvenzverwalter

Mit der Entscheidung des Gerichts wurde keine Eigenverwaltung zugelassen, sondern ein klassisches Sicherungsverfahren eingeleitet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther bestellt. Damit verliert die Geschäftsführung unter Robert Kalman Kennedy die alleinige Kontrolle über die Finanzmittel: Verfügungen über das Vermögen der GmbH sind ab sofort nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam.

Flöther hat nun die Aufgabe, die vorhandene Masse zu sichern und zu prüfen, ob das Vermögen ausreicht, um die Kosten eines Hauptinsolvenzverfahrens zu decken. Er ist berechtigt, Geschäftsräume zu betreten und Einsicht in alle Unterlagen der Gesellschaft zu nehmen.

Hintergründe zur Markenstruktur und Übernahme

Die aktuelle wirtschaftliche Situation trifft auf ein komplexes Geflecht aus Markenrechten und Betriebsgesellschaften. Im Jahr 2022 hatte die Berliner HR Group ein Portfolio der Amedia-Hotels übernommen, welches damals 23 Häuser in Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien und den Niederlanden mit rund 3.000 Zimmern umfasste.

In Österreich werden derzeit mindestens fünf Hotels unter der Marke Amedia, Trademark Collection by Wyndham geführt. Ob diese Häuser rechtlich direkt von der nun zahlungsunfähigen Amedia Hotel GmbH oder von anderen Einheiten der HR Group bzw. der Revo Hospitality Group betrieben werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert. Robert Kalman Kennedy, Geschäftsführer der betroffenen GmbH, ist zudem als Managing Director Strategy der Revo Hospitality Group tätig.

Sicherungsmaßnahmen und Zahlungsverbot

Um die Gläubigerinteressen zu wahren, hat das Amtsgericht umfassende Maßnahmen erlassen. Zwangsvollstreckungen gegen die Amedia Hotel GmbH wurden untersagt, bereits laufende Schritte müssen eingestellt werden. Zudem wurde ein Zahlungsverbot für Drittschuldner ausgesprochen: Kunden oder Partner der Gesellschaft dürfen Zahlungen nicht mehr an das Unternehmen leisten, sondern müssen diese direkt an den vorläufigen Insolvenzverwalter abführen.

Einleitung durch Eigenantrag

Der gerichtliche Beschluss erfolgte nach einem Eigenantrag der Schuldnerin vom 10. Februar 2026. Ziel des Verfahrens ist es, nachteilige Veränderungen der Vermögenslage zu verhindern, bis über die endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens entschieden ist.


 

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