Wie Hotels in Sachen Mitarbeiterführung umdenken müssen

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Die Hotellerie konnte nach Corona deutliche Umsatz- und Ratensteigerungen verzeichnen. Doch höhere Zimmerraten bedeuten längst nicht automatisch höhere Gewinne. Insbesondere auch steigende Personalkosten setzen die Profitabilität vieler Betriebe zunehmend unter Druck und eine hohe Fluktuation tut ihr Übriges.

Für Bernhard Patter, Trainer und Geschäftsführender Gesellschafter der diavendo GmbH, ist eine Veränderung bei Mitarbeiterentwicklung und -führung ein großer Schlüssel zu mehr Bottom-Line-Profit.

Wie die Branche diesbezüglich umdenken muss, darüber spricht HotelPartner-CEO Oliver Meyer mit Bernhard Patter in der aktuellen Folge des Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Im Mittelpunkt steht dabei ein Kostenfaktor, der zugleich einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Hotels ist: der Mensch.

Jetzt die komplette Folge anhören.

Die Jüngeren wollen anders geführt werden

Wo Führung früher noch top-down funktioniert hat, sind heute flache Hierarchien gewünscht. Bernhard Patter beschreibt, dass die jüngeren Generationen etwas kritik- und konfliktunfähiger sind, doch mit ein paar Stellschrauben auch gut geführt werden können.

Er plädiert dafür, dass die Hotellerie nicht nur in der Führung ein bisschen flexibler werden muss, als sie es in der Vergangenheit war. Es gilt immerhin, die Menschen mitzunehmen und ihre Faszination zu wecken, in der Umgebung und der Hotelgruppe arbeiten zu wollen.

Dafür muss insbesondere auch die Kommunikation verändert werden: Frühere Führungsstile waren weniger auf Kommunikation auf Augenhöhe aus; dafür braucht es das heute umso mehr. Die Hotellerie muss abkommen von Tür-und-Angel-Gesprächen hin zu qualifizierten Gesprächen, die Sinn und Zweck vermitteln. Das kostet zwar mehr Kraft und Zeit, aber diese Investition in Führungstechnik schlägt sich im Profit nieder.

Menschen müssen den Sinn ihrer Arbeit (er)kennen

Bernhard Patter ist der Überzeugung, Mitarbeiter müssen verstehen, warum sie etwas tun und welchen Beitrag ihre Arbeit zum Unternehmen und zum Gästeerlebnis leistet. Er verweist dabei auf die Bedeutung von Purpose und einer klaren Unternehmenskultur. Ein für ihn prägender Satz ist und war:

„You have to tell the people the purpose.“

Für Hotels bedeutet das: Gute Führung muss erlernt werden. Mit der richtigen Technik und dem passenden Wording gelingt es, Mitarbeiter länger zu halten und sie Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit erleben zu lassen.

Gerade für jüngere Generationen gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Die Vorstellung, dass ein Mitarbeiter seine gesamte berufliche Laufbahn in einem Hotel verbringt, entspricht laut Bernhard Patter immer weniger der Realität. Hotels müssen sich darauf einstellen und Strukturen schaffen, in denen Mitarbeiter immer wieder neue Potenziale entwickeln können. Das bedeutet auch, die eigene Unternehmenskultur stärker für jüngere Generationen attraktiv zu machen.

Potenziale erkennen anstatt Perfektion suchen

Ein weiterer Perspektivwechsel betrifft die Personalauswahl: Während Hotels früher stärker darauf geachtet haben, welche Qualifikationen ein Bewerber bereits mitbringt, müssen sie heute laut Bernhard Patter stärker auf das Potenzial schauen. Fachliche Fähigkeiten lassen sich entwickeln – entscheidend ist, Talente zu erkennen, zu fördern und gezielt weiterzuentwickeln. Und das funktioniert, wenn die Motivation stimmt.

Das stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen, aber eröffnet Hotels auch die Chance, sich unabhängiger vom ohnehin angespannten Arbeitsmarkt zu machen. Die entscheidende Frage lautet damit also nicht mehr nur:

„Was kann dieser Bewerber bereits?“

Sondern: „Was kann aus diesem Menschen werden?“

Genau dafür sind Trainings und Coachings besonders wichtig. Aus dieser Überzeugung hat Bernhard Patter vor vielen Jahren diavendo mit seinen Angeboten in der Mitarbeiterentwicklung gegründet.

Unternehmenskultur muss gemeinsam entwickelt werden

Das beste Mission Statement bringt nichts, wenn es nur an der Wand hängt und nicht gelebt wird. Dass Werte nicht einfach von der Geschäftsführung definiert und anschließend kommuniziert werden können, davon ist Bernard Patter überzeugt, das funktioniert nicht.

Er beschreibt einen Prozess, bei dem Mitarbeiter aktiv in die Entwicklung der Unternehmenswerte einbezogen werden; alle 150 Personen haben Werte gesammelt und Teammitglieder bestimmt, die die Wertedefinition mit der Geschäftsführung weitergeführt haben. Dadurch entsteht Identifikation – nicht allein mit einem aufgeschriebenen Wertekanon, sondern mit dem Unternehmen selbst. Die Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, sie arbeiten in einer tollen Branche, in einem Betrieb, der seinen eigenen Sinn und Zweck gefunden und definiert hat.

Weniger Fluktuation ist mehr als ein HR-Ziel

Eine starke Unternehmenskultur klingt zunächst nach einem klassischen HR-Thema. Bernhard Patter macht jedoch deutlich, dass die Auswirkungen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung ankommen können: Wenn Mitarbeiter gerne in einem Unternehmen arbeiten und sich mit den Werten und der Philosophie identifizieren, steigen Leistungsbereitschaft und Produktivität. Gleichzeitig können Krankheitstage und Fluktuation sinken. Genau darin liegt ein konkreter wirtschaftlicher Hebel.

Für Hotelbetriebe ergibt sich daraus eine wichtige Perspektive:

Mitarbeiterbindung ist nicht nur eine Frage der Unternehmenskultur – sie kann einen messbaren Return on Investment erzeugen.

Denn jeder Mitarbeiterwechsel verursacht Kosten: für die Suche nach Ersatz, Einarbeitung, Ausbildung und den vorübergehenden Produktivitätsverlust. Wer diese Faktoren reduziert, verbessert gleichzeitig die operative Performance.

Das Fazit: Mitarbeiterführung wird zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor

Die Podcastfolge mit Bernhard Patter zeigt eine Perspektive auf, die in der Diskussion um Hotelperformance häufig zu kurz kommt: Profitabilität entsteht nicht allein durch höhere Preise. Wenn Kosten steigen und die Möglichkeiten zur Ratensteigerung begrenzt sind, müssen Hotels ihre operative Leistungsfähigkeit stärker in den Mittelpunkt stellen.

Dabei spielt der Mitarbeiter eine doppelte Rolle: Er ist einer der größten Kostenfaktoren – und gleichzeitig einer der größten Hebel für Produktivität, Servicequalität und wirtschaftlichen Erfolg.

Wer also seine Mitarbeiter entwickelt, Potenziale erkennt, Führung modernisiert und eine tatsächlich gelebte Unternehmenskultur schafft, kann damit nicht nur die Employee Experience verbessern, sondern auch Fluktuation reduzieren, Produktivität erhöhen und langfristig Profitabilität sichern.

In der aktuellen Folge von „AUSGEBUCHT!“ erfahren Sie außerdem:

  • warum Hotels trotz steigender Umsätze zunehmend mit der Kostenentwicklung kämpfen
  • wie sich Führung an die Erwartungen neuer Generationen verändern muss
  • welche Rolle Purpose, Corporate Values und Employer Branding spielen
  • und wie Mitarbeiterentwicklung aussehen kann.

Jetzt die komplette Folge von „AUSGEBUCHT!“ anhören und erfahren, warum moderne Mitarbeiterführung längst mehr ist als ein HR-Thema – und wie sie direkt auf die Profitabilität eines Hotels einzahlen kann.


 

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