Brewdog - Craft-Beer-Riese könnte verkauft werden

| Industrie Industrie

Die schottische Brauerei Brewdog hat die Beratungsgesellschaft AlixPartners beauftragt, um neue Investoren zu gewinnen oder einen vollständigen Verkauf vorzubereiten. Wie der Guardian berichtet, steht neben einer Gesamtveräußerung auch eine Zerschlagung des Konzerns im Raum. Davon könnten die weltweit vier Brauereien, die rund 70 Bars sowie die bekannten Marken wie Punk IPA betroffen sein. Laut einem Bericht der BBC begründet das Unternehmen diesen Schritt mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Klima und dem Ziel, die langfristige Stabilität der Firma zu sichern.

Gewerkschaft warnt vor Folgen für die Belegschaft

Die Belegschaft des in Aberdeenshire ansässigen Unternehmens reagierte mit Bestürzung auf die Pläne. Nach Informationen der BBC wurden die rund 1.400 Mitarbeiter lediglich durch eine einzige E-Mail der Geschäftsführung informiert. Viele Angestellte hätten erst durch die Presse von den Verkaufsabsichten erfahren.

Bryan Simpson, Sprecher für das Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Unite, sagte gegenüber der BBC, dass er von Nachrichten besorgter Mitarbeiter überflutet werde. Er kritisierte die Informationspolitik: „Das ist moralisch inakzeptabel.“ Laut Simpson wurden bei einigen Beschäftigten die Arbeitszeiten bereits von 32 auf 24 Stunden pro Woche reduziert, was einen Verlust von etwa 400 Pfund pro Monat bedeute. Er forderte gegenüber der BBC rechtzeitige Informationen über mögliche Entlassungen, damit die Betroffenen die ihnen zustehenden Ansprüche sichern können.

Kleinanleger fürchten laut Guardian um ihr Kapital

Besonders kritisch bewertet der Guardian die Situation für die rund 220.000 privaten Anteilseigner, die unter dem Label Equity for Punks insgesamt 75 Millionen Pfund investiert haben. Da der Finanzinvestor TSG Consumer Partners, der seit 2017 etwa 22 Prozent der Anteile hält, bei einem Verkauf vertraglich bevorzugt behandelt wird, könnten die Crowdfunding-Investoren laut Guardian leer ausgehen.

Analysten schätzen im Guardian, dass TSG bei einem Deal Ansprüche von bis zu 800 Millionen Pfund geltend machen könnte. Ein namentlich genannter Investor, Phil Halsey, äußerte gegenüber der Zeitung seine Enttäuschung und vermutet, dass seine Anteile faktisch wertlos seien. In den Foren der Anteilseigner herrscht laut Guardian Frust; ein Nutzer kommentierte dort, dass die Kleinanleger dem Unternehmen „weniger als gar nichts“ bedeuteten.

Wirtschaftliche Entwicklung und Führungswechsel

Die Verkaufspläne folgen auf eine Phase wirtschaftlicher Verluste. Wie die BBC berichtet, verzeichnete Brewdog im vergangenen Jahr ein Minus von 37 Millionen Pfund. Zudem wurden bereits im Januar die Spirituosenmarken der Destillerie in Ellon eingestellt.

Der Guardian verweist zudem auf den Wandel in der Führungsebene: Mitgründer Martin Dickie verließ das Unternehmen im Vorjahr, während James Watt 2024 als Chef zurücktrat. Watt, der laut Guardian durch den ursprünglichen TSG-Deal rund 50 Millionen Pfund verdient haben soll, wird aktuell mit Gerüchten über einen möglichen Rückkauf der Firma in Verbindung gebracht. Zudem thematisierte der Guardian die Kritik an der Unternehmenskultur und die Entscheidung von 2024, Neueinstellungen künftig nur noch nach dem gesetzlichen Mindestlohn statt nach dem höheren Reallohn zu vergüten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Vor Jahrzehnten tobte um die Biermarken «Bud» und «Bit» ein Rechtsstreit. Jetzt bringt der weltgrößte Braukonzern AB Inbev unter dem Namen «Anheuser-Busch Bud» sein Lagerbier zurück auf den deutschen Markt. Der Verkaufsstart erfolgt bei einer Supermarktkette.

Die diesjährige bundesweite Weinmosternte wird die kleinste Menge seit dem Jahrgang 2010 erreichen. Dies geht aus den finalen Ernteschätzungen des Deutschen Weininstituts hervor. Das Statistische Bundesamt ging in seiner Schätzung vom 20. September 2025 noch von einer Zunahme der Erntemenge aus.

Die BMC Hotelservice & Dienstleistung GmbH hat beim Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen mit Sitz in Freising vor allem stark gestiegene Lohnkosten und eine nur verzögerte Preisweitergabe an die Auftraggeber.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé plant den weltweiten Abbau von 16.000 Stellen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Konzernchef Philipp Navratil teilte diese Entscheidung bei der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen mit.

Pressemitteilung

Gelungene Premiere am Viktualienmarkt in München: Am 15. Oktober brachte das 370GRAD Pop-Up in der Kustermann Eventlocation rund 30 Aussteller und zahlreiche Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering zusammen – für einen Tag voller Innovationen, Austausch und neuer Impulse.

Die Internorga 2026 hat die Bewerbungsphase für ihre drei wichtigsten Auszeichnungen eröffnet. Mit dem Internorga Zukunftspreis, dem Next Chef Award und dem Deutschen Gastro-Gründerpreis sollen innovative Lösungen, unternehmerischer Mut und der Branchennachwuchs gewürdigt werden.

Pressemitteilung

Zur EUROVINO 2025 hat die Fachmesse für Wein das eigene Podcast-Format ConVINOsation gelauncht. Als B2B-Angebot liefert der Podcast den Zielgruppen der EUROVINO auf Ausstellenden- und Besuchenden-Seite, wertvolle Insights und Impulse für die tägliche Praxis. Nun folgt die zweite Staffel mit sieben neuen Folgen bis zur EUROVINO 2026.

Der Feinschmecker hat die besten dunklen Schokoladen des Jahres 2025 ausgezeichnet. Im Rahmen einer Blindverkostung wurden 45 Tafeln mit einem Kakaoanteil um die 70 Prozent untersucht, darunter etablierte Marken und internationale Bean-to-Bar-Manufakturen.

Anzeige

Am 29. und 30. Oktober 2025 wird das MOC München erneut zum Hotspot für Gastgeber mit Haltung und Handschrift. Die Independent Hotel Show Munich (IH Munich) ist der einzige Branchentreff im deutschsprachigen Raum, der sich konsequent auf die unabhängige Luxus- und Boutique-Hotellerie fokussiert – mit starkem Blick auf die Alpenregion.

Auf dem Brauereigelände von Maisel & Friends in Bayreuth hat die neue „Braukunstwelt“ eröffnet und erweitert damit das Angebot von Maisel’s Bier-Erlebniswelt. Die Attraktion richtet sich mit ihrem Konzept explizit an ein Fachpublikum aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch an Bierkenner und interessierte Neulinge.