„Kompostierbare“ Kaffeekapseln - Foodwatch mahnt Darboven ab

| Industrie Industrie

„Kompostierbar“ und „biologisch abbaubar“ sollen die „Mövenpick Green Cap“ vom Kaffeekonzern J. J. Darboven sein. Tatsächlich seien die Kaffeekapseln laut Foodwatch alles andere als umweltfreundlich: Abfallunternehmen könnten sie weder kompostieren noch recyceln – sondern müssten sie verbrennen, so die Kritik. Die Organisation hat den Hersteller deshalb wegen irreführender Werbeaussagen abgemahnt. Die Kaffeekapseln sind zudem für den Goldenen Windbeutel 2021 nominiert, dem Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres.

„Kaffeekapseln als kompostierbar zu bewerben ist das reinste Greenwashing – statt auf dem Kompost landen die Mövenpick-Kapseln in der Müllverbrennung“, kritisierte Manuel Wiemann, Wahlleiter des Goldenen Windbeutels. „Egal ob Bioplastik oder Plastik: Kaffee grammweise zu verpacken verursacht gigantische Müllberge, darüber dürfen die Hersteller nicht hinwegtäuschen!“

Auf der Schauseite der Kaffeekapseln wirbt Darboven mit den Claims „kompostierbar“ und „biologisch abbaubar“. Diese Begriffe und der Produktname „Green Cap“ suggerierten ein Produkt für den eigenen Kompost oder die Biotonne, welches dort vollständig zersetzt würde, kritisierte Foodwatch. Laut einer repräsentativen Umfrage von Kantar im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe halten drei Viertel der Verbraucher „biologisch abbaubare“ oder „kompostierbare“ Verpackungen für umweltfreundlicher als herkömmliche Kunststoffverpackungen.

Auf der Seite der Verpackung heißt es im Sternchen-Hinweis zu „kompostierbar*“: „Die industrielle Kompostierbarkeit ist garantiert und zertifiziert gemäß EN 13432“. Auf der Innenseite der Verpackung, also nach dem Kauf, erklärt der Hersteller, dass Kunden lokal prüfen sollen, ob das Abfallunternehmen den Standard überhaupt unterstützt.

Tatsächlich können etwa 95 Prozent der abfallverarbeitenden Unternehmen in Deutschland kein „kompostierbares“ Plastik verwerten, so Foodwatch. Denn nach DIN Norm EN 13432 müsse kompostierbares Plastik innerhalb von zwölf Wochen zu 90 Prozent abgebaut sein. Normale Bioabfälle zerfallen deutlich schneller, weswegen die Kompostierdauer in den meisten Betrieben wesentlich kürzer ist, als für den Abbau von kompostierbarem Plastik notwendig wäre. Die Kapseln werden deshalb in der Regel vor Kompostierung aussortiert und landen in der Müllverbrennung. Auch der heimische Kompost eigne sich nicht für die Kapseln, so foodwatch, da sie dort und in der Natur nur sehr langsam bis gar nicht zerfielen. Das Umweltbundesamt bewertet biologisch abbaubare Kunststoffe als „nicht nachhaltiger als konventionelle Kunststoffe“.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Feinschmecker hat die besten dunklen Schokoladen des Jahres 2025 ausgezeichnet. Im Rahmen einer Blindverkostung wurden 45 Tafeln mit einem Kakaoanteil um die 70 Prozent untersucht, darunter etablierte Marken und internationale Bean-to-Bar-Manufakturen.

Anzeige

Am 29. und 30. Oktober 2025 wird das MOC München erneut zum Hotspot für Gastgeber mit Haltung und Handschrift. Die Independent Hotel Show Munich (IH Munich) ist der einzige Branchentreff im deutschsprachigen Raum, der sich konsequent auf die unabhängige Luxus- und Boutique-Hotellerie fokussiert – mit starkem Blick auf die Alpenregion.

Auf dem Brauereigelände von Maisel & Friends in Bayreuth hat die neue „Braukunstwelt“ eröffnet und erweitert damit das Angebot von Maisel’s Bier-Erlebniswelt. Die Attraktion richtet sich mit ihrem Konzept explizit an ein Fachpublikum aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch an Bierkenner und interessierte Neulinge.

Das neue FCSI Magazin geht den zentralen Branchenthemen auf den Grund: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation stehen im Fokus. Experteninterviews, praxisnahe Berichte und Analysen zeigen, wie Hotellerie und Gastronomie mit neuen Technologien und nachhaltigen Konzepten zukunftsorientiert reagieren.

Das Deutsche Weininstitut und die Fachzeitschrift WEIN + MARKT haben herausragende Weinfachhändler für ihre Leistungen ausgezeichnet. Der Fachhandelspreis würdigt die besten Betriebe in den Kategorien Beratung, Sortimentsgestaltung und Kundenpflege.

Nach einem schwierigen Weinjahr 2024 nähern sich die Winzer bei der diesjährigen Ernte wieder den üblichen Werten. Doch nicht alle Gebiete profitieren gleichermaßen.

Die Independent Hotel Show Munich präsentiert vom 29. und 30. Oktober 2025 im MOC München ein deutlich erweitertes Seminarprogramm. Die Messe, die sich an das Fachpublikum aus Hotellerie, Design und Hospitality richtet, verzeichnet dieses Jahr nicht nur ein räumliches, sondern auch ein inhaltliches Wachstum.

Die Namensrechte für das bekannte Getränk sind kompliziert und haben schon die Justiz beschäftigt. Jetzt hat sich die Münchner Brauerei mit dem Augsburger Konkurrenten und Namenserfinder geeinigt.

Pressemitteilung

​​​​​​​Wenn sich die Mitglieder des FCSI Deutschland-Österreich treffen, stehen die drei Leitsätze des internationalen Planer- und Beraterverbands immer im Fokus: Nach dem Motto „we share – we support – we inspire” geht es stets um Kommunikation, Kooperation und Kollaboration von Experten verschiedener Disziplinen zum Wohle der gesamten Hospitality-Branche.

Das Deutsche Weininstitut hat den Deutschen Fußball-Bund erneut bei der Zusammenstellung des Weinsortiments für die kommende Saison unterstützt. Die Auswahl soll den VIP-Gästen bei einer Reihe von DFB-Veranstaltungen zur Verfügung stehen.