Krombacher: Dank alkoholfreier Getränke nur 3,9 Prozent Umsatzrückgang

| Industrie Industrie

Deutschlands größte Privatbrauerei Krombacher hat die Folgen der Corona-Krise auf das Biergeschäft mit starken Standbeinen im Einzelhandel und bei alkoholfreien Getränken abfedern können. Trotz der wiederholt geschlossenen Kneipen und Gaststätten sowie vieler ausgefallener Großveranstaltungen sank der Gesamtausstoß der Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Rekordjahr 2019 nur um 2,5 Prozent - auf gut 7,4 Millionen Hektoliter, wie das im Siegerland beheimatete Familienunternehmen am Dienstag mitteilte.

Der Umsatz der Gruppe ging zugleich um 3,9 Prozent auf 828,4 Millionen Euro zurück. Zum Gewinn machte das nicht börsennotierte Familienunternehmen traditionell keine Angaben.

Allerdings macht die Gastronomie schon in normalen Jahren nur etwa 15 Prozent des Bierausstoßes von Krombacher aus. Hier beträgt das Minus nach Auskunft eines Unternehmenssprechers über 60 Prozent. Gerade bei kleinen Brauereien ist der Anteil der Gastronomie weitaus höher.

Aber auch im Krombacher-Biergeschäft sind Spuren der Corona-Krise sichtbar: Der Ausstoß von Krombacher Pils ging um 6 Prozent auf gut 4,2 Millionen Hektoliter zurück. Auch bei Hell und Weizen gab es demnach deutliche Rückgänge. Fassbrause, mehrere alkoholfreie Varianten und Vitamalz legten hingegen zu. Zusammengenommen schrumpfte der Ausstoß der Biersparte um 4,6 Prozent auf gut 6 Millionen Hektoliter.

Die Sparte Erfrischungsgetränke rund um die Marke Schweppes wuchs auch durch weitere neue Produkten wieder kräftig. Der Ausstoß stieg um 7,9 Prozent auf 1,38 Millionen Hektoliter. Ein gutes Drittel des Gesamtausstoßes der mit Bier groß gewordenen Krombacher Gruppe entfallen bereits auf alkoholfreie Getränke und alkoholfreies Bier.

Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs geht davon aus, dass auch die erste Jahreshälfte 2021 von den Auswirkungen der Pandemie bestimmt sein wird. Die insgesamt rund 1000 Mitarbeiter zählende Gruppe macht im Bereich Gastronomie-Außendienst für einige Dutzende Angestellte von Kurzarbeit Gebrauch. Die Möglichkeit der Stundung der Biersteuer, die den Brauereien in der Corona-Krise von staatlicher Seite eröffnet worden war, nutzte Krombacher nicht. Die Brauerei stellte Ethanol zur Herstellung von Desinfektionsmittel kostenlos zur Verfügung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Sie sind vergleichsweise leicht und gelten als gute Speisebegleiter: Leichtere Weine im Kabinett-Stil aus Deutschland sind nach Einschätzung von Fachleuten im In- und Ausland zunehmend gefragt.

Pressemitteilung

Die Fachmesse für Wein am 28. Februar und 1. März 2027 in der Messe Karlsruhe wirft ihre Schatten voraus: Interessierte haben noch bis 31. Juli 2026 die Gelegenheit, bei ihrer Anmeldung als Ausstellende von Frühbucher-Konditionen zu profitieren. Zudem sind ab sofort die EUROVINO Classrooms als neues Programmformat der EUROVINO 2027 buchbar genauso wie das EUROVINO Discover Programm. 

Der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss hat seine Jahrespublikation veröffentlicht. Der Dachverband der deutschen Messewirtschaft bilanziert darin, welche Entwicklungen die Branche aktuell prägen und welche Herausforderungen und Chancen die Zukunft bestimmen.

Der ehemalige BrewDog-Mitgründer James Watt strebt einen Rückkauf des Unternehmens von Tilray Brands an, stößt jedoch auf deutliche Ablehnung beim aktuellen Eigentümer.

Wie jeden Sommer steht der Italo-Drink mit seinem leuchtenden Orange wieder überall auf den Tischen. Allerdings ist in den Gläsern nicht immer das Original. Jetzt geht der Mutterkonzern dagegen vor.

Handarbeit statt Maschinen: Für Frankens Steillagen-Winzer gibt’s bald mehr Geld. Doch reicht das, wenn immer mehr Betriebe aufgeben und der Markt schrumpft?

Nach der gescheiterten Rettung will die insolvente Brauerei Eichbaum die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September abwickeln. Der Betrieb solle mit einem kleinen Abwicklungsteam geordnet auslaufen, heißt es in einer Mitteilung des Mannheimer Unternehmens. 

Das Deutsche Weininstitut registriert einen anhaltenden Trend zu trockenen Weinen. Gleichzeitig nimmt der Anteil von Rotweinen weiter ab, während die Menge der qualitätsgeprüften Weine im Jahr 2025 zurückging.

Die Brauwirtschaft gerät tiefer in die Krise: Der Bierkonsum in Deutschland geht 2026 weiter zurück. Das hat Auswirkungen auf das Sortiment im Handel und die Preise. Insolvenzen, Schließungen und Verkäufe von Brauereien werden an immer mehr Standorten ein Thema. 

Anzeige

Steigende Energiepreise, anhaltender Kostendruck und höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit verändern die Rahmenbedingungen für Gastronomie, Hotellerie und Lebensmittelhandel. Gleichzeitig rücken technische Bereiche stärker in den Fokus, die lange Zeit vor allem als notwendige Infrastruktur betrachtet wurden. Dazu gehört die gewerbliche Kühltechnik.