Metro setzt bei Lebensmittelabfällen auf Insektenlarven

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Metro Deutschland hat ein mehrmonatiges Pilotprojekt zur Verwertung organischer Lebensmittelabfälle gestartet. Gemeinsam mit dem Aachener Unternehmen Omnivore Recycling erprobt der Großhändler ein Verfahren, bei dem Larven der Schwarzen Soldatenfliege Lebensmittelreste in Biomasse für Futtermittel sowie organischen Dünger umwandeln. Das Verfahren soll Nährstoffe aus unvermeidbaren Lebensmittelabfällen in den Lebensmittel- und Agrarkreislauf zurückführen. Getestet wird die Technologie an Lebensmittelresten aus einem Metro-Großmarkt. 

Für das Verfahren werden organische Abfälle wie Obst, Gemüse, Joghurt und Teigwaren zunächst ausgepackt und sortiert. Fisch- und Fleischabfälle sind ausdrücklich ausgeschlossen. Anschließend werden die verbleibenden Lebensmittelreste zu einem Futtersubstrat verarbeitet, das den Larven der Schwarzen Soldatenfliege als Nahrung dient.

Die Larven wachsen in speziellen Containern heran und wandeln die enthaltenen Nährstoffe in Biomasse um. Diese könne als alternativer Futtermittelrohstoff in der Geflügel-, Schweine- und Fischzucht eingesetzt werden. Aus den Ausscheidungen der Larven entstehe zusätzlich organischer Dünger für die Landwirtschaft.

Metro verfolgt nach eigenen Angaben bereits verschiedene Maßnahmen, um Lebensmittelverluste zu verringern. Dazu gehörten eine bedarfsgerechte Warensteuerung und optimierte Abläufe. Lebensmittel, die noch für den menschlichen Verzehr geeignet seien, sollten demnach weiterhin über Tafeln oder andere Spendenwege weitergegeben werden können. Das Larvenverfahren richtet sich dagegen an Reste, die dafür nicht mehr infrage kommen.

Unternehmen erprobt stoffliche Verwertung statt Energiegewinnung

Metro ordnet das Pilotprojekt in die Abfallhierarchie und die eigene Kreislaufwirtschaftsstrategie ein. Bei der üblichen energetischen Verwertung werden Lebensmittelabfälle beispielsweise in Biogasanlagen zur Energiegewinnung genutzt. Das Verfahren von Omnivore Recycling soll dagegen die enthaltenen Nährstoffe für andere Zwecke verfügbar machen.

Dabei entstehen nach der Beschreibung des Unternehmens zwei Produkte: Biomasse als möglicher Rohstoff für Futtermittel und organischer Dünger. Die Nährstoffe aus den Lebensmittelresten sollen so erneut in landwirtschaftliche Produktionskreisläufe gelangen. 

Omnivore Recycling bringt Erfahrung mit Insektenverfahren ein

Als Kooperationspartner nennt Metro das Aachener Unternehmen Omnivore Recycling. Dieses sei auf die Verwertung organischer Reststoffe mithilfe von Insekten spezialisiert und begleite weltweit Projekte mit der Technologie der Schwarzen Soldatenfliege. Außerdem verfüge es über Erfahrung bei der Entwicklung und dem Betrieb entsprechender Anlagen.

Die Schwarze Soldatenfliege wird bei dem Verfahren gezielt eingesetzt, um organische Reststoffe in verwertbare Biomasse umzuwandeln. Metro will mit dem Pilotprojekt nach eigener Darstellung prüfen, wie sich unvermeidbare Lebensmittelabfälle auf diesem Weg nutzen lassen.

Metro Deutschland betreibt nach Unternehmensangaben 102 Großmärkte und zwölf Belieferungsdepots in Deutschland und beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur international tätigen Metro-Gruppe, deren Geschäft auf den Großhandel mit Lebensmitteln und weiteren Produkten für Gastronomie, Hotellerie und unabhängige Händler ausgerichtet ist.

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