Warsteiner streicht etwa jede sechste Stelle

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Der schwächelnde Bierabsatz führt bei der Warsteiner-Brauerei zu einem herben Personalabbau. Wie die Haus Cramer Gruppe als Eigentümer der Brauerei mitteilte, sollen bis Jahresende 125 Arbeitsplätze wegfallen. Die Anzahl der Jobs wird dadurch auf rund 600 sinken. 

Damit schrumpft der Bierkonzern weiter. Im Sommer schloss die Haus Cramer Gruppe ihre Brauerei in Herford, außerdem wurde der Verkauf der Paderborner Brauerei eingeleitet. Von diesen beiden Maßnahmen waren insgesamt 211 Arbeitskräfte betroffen. Damals hieß es, man konzentriere die Bierproduktion auf den Stammsitz in Warstein. 

Die Biermarken Herforder und Paderborner bleiben zwar erhalten, deren Bierproduktion wird aber verlagert: Herforder wird schon jetzt in Warstein gebraut und Paderborner soll dort gebraut werden, wenn der Standort Paderborn verkauft oder - sollte sich kein Käufer finden - geschlossen worden ist. Personal wurde in Warstein wegen des Herforder-Bierbrauens nicht aufgebaut - im Gegenteil, es wird nun abgebaut. 

Die bisherigen Schritte tragen Firmenangabe zufolge zwar zu einer Entlastung bei. Wegen des schwierigen Marktumfeldes seien aber zusätzliche Maßnahmen erforderlich, «um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig auszubauen».

Konzernchef übernahm erst im Juli das Ruder

An geplanten Investitionen halte man fest, etwa für eine Entalkholisierungsanlage für alkoholfreies Bier - dieses Getränk wird bislang in Paderborn hergestellt, aber der Standort soll ja verkauft werden. Auch die Investition in eine Windkraftanlage, deren Strom Warsteiner nutzen will, wird weiter umgesetzt.

«Wir steuern jetzt gegen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft wiederherzustellen», sagt Haus-Cramer-Chef Bodo-Joachim Wendenburg. «Dazu gehört leider auch die Anpassung der Belegschaft an die insgesamt gesunkenen Absatzmengen.» Er verweist auf die branchenweite Nachfrageschwäche - der Bierabsatz in Deutschland sei in den vergangenen zehn Jahren um 19 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung treffe auch die Haus Cramer Gruppe. Wendenburg hatte die Konzernführung erst im Juli übernommen. 

Von den 125 Jobs, die gestrichen werden sollen, sollen rund 50 durch Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Für die anderen Arbeitsplätze führe man Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Sozialverträgliche Lösungen seien das Ziel. 

Gewerkschafterin schüttelt mit dem Kopf

«Wir sind geschockt von der Nachricht, der Betriebsrat wurde eiskalt erwischt», sagte Isabell Mura von der Gewerschaft NGG. Das Management habe der Gewerkschaft zugesagt, wegen der Maßnahmen in Herford und Paderborn Stellen in Warstein aufzubauen. «Dass nun abgebaut wird, ist nicht nachvollziehbar.» (dpa)


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