Winzer freuen sich über Altweibersommer - Hauptlese startet in den Weinregionen

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Die Hoffnung auf einen vielversprechenden Weinjahrgang 2019 begleitet den Beginn der Hauptlese: Zum Start der Lese in einem Weinberg in Westhofen (Kreis Alzey-Worms) sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut, die kühlen Nächte und warmen Tage in dieser Woche seien ideal für die Aromabildung in den Trauben.

«Es ist früher losgegangen, als wir noch vor drei Wochen gedacht haben», sagte der Sprecher des Weininstituts. Der traditionelle Lesebeginn liegt in der zweiten Septemberhälfte - «in den letzten zehn Jahren hat sich dies aber immer weiter nach vorne verlagert.» «Wertvoll sei der Regen am vergangenen Wochenende gewesen. Dadurch hätten sich die ansonsten eher kleinen Beeren noch etwas gefüllt. Der Ertrag werde aber unter dem langjährigen Durchschnitt von bundesweit neun Millionen Hektolitern im Jahr bleiben.

Neben Rheinhessen und der Pfalz - den beiden größten deutschen Anbaugebieten - habe die Lese auch in Baden, Franken und Sachsen begonnen, sagte Büscher. Insgesamt etwas später dran sind die Anbaugebiete Mosel, Mittelrhein und Rheingau. «Beim Riesling dauert es noch ein bis zwei Wochen», sagte Büscher.

Im Weingut Hirschhof in Westhofen wurde am Dienstag Spätburgunder gelesen, um daraus für die spätere Sektherstellung einen «Blanc de Noir» zu erzeugen, also ohne die roten Farbstoffe aus der Beerenhaut. Mit einem Messgerät, dem Refraktometer, ermittelte der Winzer Tobias Zimmer den Zuckergehalt im Traubenmost: «80 Grad Oechsle, das ist eine Punktlandung.»

«Dieses Jahr haben wir weniger Probleme mit viel Zucker und entsprechend hohen Alkoholwerten», sagte der Winzer. Zwar habe es auch wieder Hitze und Trockenheit gegeben wie 2018. Aber im August und Anfang September habe der Regen den Trauben gut getan.

An der Handlese in der Lage Westhofener Aulerde beteiligten sich acht Helfer. Auch die rheinhessische Weinkönigin Anna Göring packte mit an.

«Der Zustand der Trauben ist sehr gut», sagte der Präsident des Weinbauverbands Rheinhessen, Ingo Steitz, beim Gang durch die Rebzeilen. «Wir rechnen bei etwas mehr Säure in den Trauben mit einer guten Qualität und bundesweit mit 20 Prozent weniger Ertrag als 2018.» Für die Verbraucher seien gleichwohl keine wesentlichen Preisänderungen zu erwarten. (dpa)


 

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