Winzer lesen Eiswein in klirrend kalter Nacht

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Sternklare Nacht und minus acht Grad: Max Zimmermann von der Bischofsmühle im rheinhessischen Nieder-Olm hat in aller Frühe Trauben für Eiswein gelesen. Dafür hatte der Winzer Trauben der neuen Rebsorte Souvignier Gris hängen lassen. 

Auch in der Pfalz, an der Mosel, der Hessischen Bergstraße sowie in Franken, Sachsen und dem Anbaugebiet Saale-Unstrut haben mehrere Weinerzeuger Eiswein-Trauben geerntet, wie Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) nach der Lese sagte. 

Die Mostgewichte hätten bei einem fränkischen Silvaner sogar 197 Grad Oechsle erreicht. Vorgeschrieben seien mindestens 120. In der Bischofsmühle hatte der Most 150 Grad Oechsle, wie Büscher sagte. Von einem Hektar seien dort rund 1.300 Liter geerntet worden.

«Für Eiswein müssen die Trauben möglichst gesund sein», sagte Büscher. «Die robuste Sorte Souvignier Gris hat eine sehr dicke Beerenschale und bleibt dadurch sehr lange gesund.» Sie werde daher immer öfter für die Eisweinbereitung genutzt.

Eiswein ist ein Risiko für die Winzer

«Die Eisweinbereitung ist immer mit einem Risiko verbunden», sagte Büscher. Voraussetzung sind mindestens minus sieben Grad. Und die schon auch für einige Zeit, denn der Most müsse bei diesen Temperaturen auch in die Kelter. In der Nacht zum 22. November seien es bis zu minus neun gewesen. Ob die vorgeschriebenen Grad Oechsle auch wirklich erreicht sind, überprüfe hinterher zumindest in Rheinland-Pfalz die Weinkontrolle. 

«In Zeiten des Klimawandels wird es immer schwieriger, Eiswein zu erzeugen, weil der starke Frost, wenn überhaupt, immer später einsetzt und gleichzeitig die Trauben immer früher reif werden», sagte Büscher. Einen so frühen Frost im November habe es schon lange nicht mehr gegeben. «In den letzten Jahren mussten die Winzerinnen und Winzer immer bis zum Januar warten.»

Mitte Januar dieses Jahres war es einigen Weinbauern an der Hessischen Bergstraße, in der Pfalz und an der Mosel aber gelungen, die Trauben zu ernten.

Feine Spezialität mit hohem Restzuckergehalt

«Das Geheimnis der Eisweine liegt in der dichten Konzentration der Inhaltsstoffe von möglichst gesunden Weintrauben», sagte Büscher. Bei den frostigen Temperaturen gefriert das Wasser in den Beeren und verbleibt in der Weinpresse. Von der Kelter tropfe dann zuckersüßer Saft. Moste mit derart hohen Zuckergehalten könnten von den Hefen nur sehr mühsam zu Wein vergoren werden. 

Eisweine haben in der Regel sehr hohe natürliche Restzuckergehalte von deutlich mehr als 100 Gramm pro Liter. Anders als südländische Süßweine hätten sie aber meist wenig Alkohol, oft lediglich um sieben Volumenprozent, erläuterte Büscher. (dpa)


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