Von Smartphones bis Spielzeug: Alltag in der Leergutsortierung der Veltins-Brauerei

| Industrie Industrie

In der Brauerei C. & A. Veltins am Standort Meschede-Grevenstein durchlaufen täglich rund 100.000 Mehrwegkästen die Sortieranlage. Dabei zeigt sich regelmäßig, dass die Kästen während ihres Aufenthalts in privaten Haushalten oder in der Gastronomie als provisorische Ablage genutzt werden. Rund zehn Prozent der angelieferten Kästen enthalten Fremdkörper, die im automatisierten Prozess identifiziert und manuell entfernt werden müssen.

Automatisierte Erkennung und manuelle Nachsortierung

Der Sortierprozess bei Veltins ist hochgradig automatisiert. Bevor die Flaschen zur Reinigung und erneuten Befüllung gelangen, prüfen Kamerasysteme und Sensoren die Kästen auf Sortenreinheit und Fremdkörper. Da die Technik lediglich erkennt, dass ein Gegenstand nicht in das Raster passt, jedoch nicht zwischen Abfall und Wertgegenstand unterscheiden kann, werden betroffene Kästen in einen Handbereich ausgeschleust. Dort begutachten Mitarbeiter die Fundstücke. Die Verweildauer eines Kastens vom Eintritt in die Sortierung bis zum Austritt beträgt im Durchschnitt etwa zehn Minuten.

Das Spektrum der Fundstücke

Nach Angaben von Maik Bürger, der die Flaschensortierung seit 2017 leitet, gehören Kleingeld, Kronkorken, Feuerzeuge und Einweg-Pfandflaschen zu den häufigsten Funden. Es tauchen jedoch regelmäßig auch hochwertige Gegenstände auf:

  • Elektronische Geräte wie Smartphones, Armbanduhren oder Scanner aus dem Lebensmitteleinzelhandel
  • Persönliche Dokumente, darunter Portemonnaies mit Scheckkarten
  • Zahlreiche Schlüsselbunde und Schlüsselanhänger
  • Kinderspielzeug, etwa Playmobil-Figuren, sowie Textilien

Saisonale Ereignisse beeinflussen das Fundaufkommen erheblich. So verzeichnet das Unternehmen nach der Schützenfestsaison eine Häufung von verlorenen Wertgegenständen. In den Wintermonaten detektieren die Sensoren zudem häufiger Schnee und Eis in den Kästen, da diese oft im Freien gelagert werden.

Nachhaltigkeit und Rückführung

Das Unternehmen verfolgt das Ziel, identifizierbare Gegenstände an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Insbesondere bei Smartphones, Portemonnaies und gewerblichen Kundengeräten wird versucht, die Eigentümer zu ermitteln. Nicht zuzuordnende Fundstücke werden ordnungsgemäß entsorgt.

Die Bedeutung des Mehrwegsystems für das Unternehmen ist hoch: Der Mehrweganteil liegt bei 92,7 Prozent. Eine Glasflasche durchläuft im Durchschnitt bis zu 30 Abfüllzyklen, was zur Schonung von Ressourcen wie Wasser und Energie sowie zur Reduktion des Rohstoffverbrauchs beiträgt. Die Privat-Brauerei C. & A. Veltins erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 459 Millionen Euro bei einem Ausstoß von 3,36 Millionen Hektolitern


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Schweizer Hersteller Franke Coffee Systems nutzt die Fachmesse Intergastra in Stuttgart für die Deutschlandpremiere seiner neuen A-Linie. Die Modellreihen A600 und A800 lösen die bisherige Generation ab und richten sich an Betriebe in der Gastronomie, Hotellerie und im Außer-Haus-Markt.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine stabile Produktion zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke in Deutschland, während Light-Produkte Zuwächse verzeichnen.

Die Fachmesse Intergastra hat ihren Status als zentraler Treffpunkt für das Gastgewerbe untermauert. Rund 80.000 Fachbesucher besuchten das Stuttgarter Messegelände, um sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zu informieren.

Die Intergastra 2026 in Stuttgart präsentiert sich als Schaufenster für die Zukunft der Hospitality-Branche. Von innovativen Startup-Konzepten, über neue Wege in der Nachwuchsförderung, bis hin zu automatisierten Verpflegungslösungen bietet die Messe einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen, die Tageskarte.io in einer großen Bildergalerie zeigt.

Die Intergastra 2026 auf dem Gelände der Messe Stuttgart ist offiziell eröffnet. Seit dem 7. Februar versammelt sich das Gastgewerbe zur ersten großen Standortbestimmung des Jahres. Die Messe hat ein Programm initiiert, das den aktuellen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Kostendruck mit konkreten Innovationen begegnet.

Bayerns Brauereien kämpfen mit der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten: Sowohl der Bierkonsum im Inland als auch die Exporte sind 2025 eingebrochen. Dabei wird Kritik laut an der bayerischen Gesundheitsministerin Gerlach.

Die Bitburger Braugruppe meldet für das abgelaufene Jahr ein Umsatzminus von 5,7 Prozent auf 753 Millionen Euro. Während klassische Pilssorten unter Preiserhöhungen und Konsumflaute litten, verzeichnete das Segment der alkoholfreien Biere zweistellige Zuwachsraten. Für das Jahr 2026 ist wieder Wachstum angepeilt.

Der Sommer verändert das Verhalten der Gäste spürbar. Es werden kürzere Wege bevorzugt, die Entscheidungen fallen spontaner und der Wunsch nach unkompliziertem Genuss rückt in den Vordergrund.

Der Rechtsstreit mit Paulaner bringt Mio Mio viel Aufmerksamkeit. Hersteller Berentzen sieht sich als «David» im Kampf gegen «Goliath» – und nimmt das Verfahren mit einem Augenzwinkern.

Pressemitteilung

GreenSign eröffnet das Veranstaltungsjahr im Waldhotel Stuttgart. Am 23. Februar treffen sich Experten aus Hotellerie und Gastronomie zum ersten Community Circle. Das Afterwork-Format fördert den direkten Austausch über nachhaltige Strategien in der Tourismusbranche. Weitere Termine folgen im Jahresverlauf in Köln, Berlin und Leipzig.