BrewDog-Zerschlagung nach Insolvenz: Deutsches Geschäft vor dem Aus

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Die Ära der Unabhängigkeit für BrewDog ist beendet. Nach Einleitung der Insolvenzverwaltung (Administration) wurde das Unternehmen im Rahmen eines Notverkaufs veräußert. Der US-Konzern Tilray Brands hat am 2. März 2026 den Kauf wesentlicher Bestandteile des britischen Brauereiunternehmens abgeschlossen. Der Kaufpreis für die strategisch ausgewählten Vermögenswerte beträgt 33 Millionen Pfund. Die Transaktion erfolgt nach einer Phase erheblicher finanzieller Verluste und markiert einen drastischen Wertverfall der einst mit über einer Milliarde Pfund bewerteten Marke. 

Insolvenzverwaltung führt zur Schließung von 38 Standorten

Mit der Einleitung der Insolvenzverwaltung durch die Spezialisten von AlixPartners wurde der Verkauf als sogenannter Notverkauf vollzogen. Während Tilray Brands die weltweiten Markenrechte, das geistige Eigentum sowie die britischen Brauereien übernimmt, ist die Zukunft zahlreicher Gastronomiebetriebe besiegelt. Von den bisherigen Standorten werden lediglich elf strategische Brewpubs in Großbritannien und Irland weitergeführt, darunter Betriebe in Birmingham, Manchester sowie London-Waterloo und Paddington.

Für den Großteil des Filialnetzes bedeutet die Insolvenz das Aus: Insgesamt 38 Bars wurden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Damit verbunden ist der Verlust von 484 Arbeitsplätzen. Die verbliebenen 733 Mitarbeiter in den übernommenen Bereichen werden in die neue Konzernstruktur überführt. Laut den Insolvenzverwaltern gab es kein Angebot, das den Erhalt des gesamten Unternehmens ermöglicht hätte.

Totalverlust für Kleinanleger und deutsches Geschäft

Besonders hart trifft die Pleite die rund 220.000 Kleinanleger des Crowdfunding-Programms Equity for Punks. Da der Verkaufserlös von 33 Millionen Pfund weit unter den Verbindlichkeiten liegt, gehen die Investoren, die durchschnittlich 400 Pfund angelegt hatten, leer aus. Die Insolvenzverwalter bestätigten, dass keine Rückzahlungen an die Anteilseigner erfolgen werden.

Das operative Geschäft in Deutschland ist ebenfalls nicht Teil der Rettung durch Tilray Brands. Die Brauerei in Berlin-Mariendorf sowie die deutschen Bars verbleiben im separaten Insolvenzverfahren und stehen vor der Liquidation. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, will das Unternehmen beim Amtsgericht Berlin Insolvenzantrag stellen. Nachdem bereits zum Jahreswechsel die Standorte in Friedrichshain und Wiesbaden aufgegeben wurden, droht nun auch der Filiale in Hamburg das baldige Ende.

Brewdog wurde 2007 im schottischen Ellon gegründet und kam 2016 mit einer Bar erstmals nach Berlin. Seit 2020 braut Brewdog in einer eigenen Brauerei in Berlin Bier für den deutschen Markt.

Neuausrichtung unter dem Dach von Tilray Brands

Der Käufer Tilray Brands, der seine Wurzeln im Cannabis-Sektor hat, integriert BrewDog in seine wachsende Getränkesparte. Das Unternehmen erwartet von den übernommenen Teilen einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 6 bis 8 Millionen US-Dollar. Vorstandschef Irwin D. Simon plant, das Geschäft bis zum Jahr 2027 in den positiven Cashflow zu führen.

Simon erklärte das Ziel, BrewDog wieder auf die Kernstärken als Craft-Beer-Marke zu konzentrieren. Durch die Übernahme soll der globale Getränkeumsatz von Tilray auf jährlich rund 500 Millionen US-Dollar steigen. Während die Verhandlungen über weitere Standorte in den USA und Australien noch andauern, steht fest, dass die bisherige Struktur von BrewDog infolge der Zahlungsunfähigkeit zerschlagen wurde.


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