Das Vier-Sterne-Resort Mondi am Grundlsee in der Steiermark setzt derzeit auf eine ungewöhnliche Marketingmaßnahme, um Gäste in den Wintermonaten anzusprechen. Wie unter anderem die Abendzeitung München berichtet, garantiert das Hotel mit dem sogenannten „Mondi-Nebelfrei-Versprechen“ seinen Gästen eine teilweise Rückerstattung der Übernachtungskosten, falls die Sicht auf die umliegende Berglandschaft durch Nebel beeinträchtigt wird. Das Angebot ist bis Ende Januar befristet.
Konditionen und Überprüfung der Sichtverhältnisse
Die Preisreduzierung greift unter spezifischen Bedingungen: Gäste erhalten einen Nachlass von 50 Prozent auf die Übernachtungskosten eines Tages, wenn die Sicht auf die „Gößler Wand“ vollständig durch Nebel versperrt ist. Die Felswand liegt etwa sieben Kilometer vom Resort entfernt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist die Buchung des entsprechenden Angebotspakets.
Zur objektiven Überprüfung der Wetterlage nutzt das Hotel eine Webcam auf der Resort-Terrasse. Diese speichert im 20-Minuten-Takt Bilder der Umgebung. Nur wenn die Sicht auf die 180 Meter hohe Kalksteinwand den gesamten Tag über unterbrochen bleibt, wird der Rabatt gewährt. Resort-Direktor Franz Kromoser begründet die Aktion mit dem Ziel, das im Januar meist klare Winterwetter der Region offensiv zu bewerben.
Einschränkungen und rechtliche Einordnung
Das Versprechen des Hotels ist eng gefasst: Es bezieht sich ausschließlich auf Sichteinschränkungen durch Nebel. Andere Witterungseinflüsse wie Schneefall oder Regen führen nicht zu einer Erstattung. Damit unterscheidet sich dieses freiwillige Serviceversprechen deutlich von der allgemeinen Rechtslage bei Pauschalreisen.
Grundsätzlich haben Urlauber bei ungünstigen Wetterverhältnissen keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Reisepreisminderung. Wie die Ergo-Versicherung betont, gehören Wetterkapriolen zum allgemeinen Lebensrisiko eines Reisenden. Auch Gerichtsurteile, wie etwa vom Landgericht Frankfurt, bestätigen diese Sichtweise: Veranstalter sind nicht verpflichtet, explizit über jahreszeitübliche Wetterphänomene wie Regenzeiten oder Nebelrisiken zu informieren, da Reisende diese Informationen selbst einholen können.











