Wie man Gerichte für Instagram & Co. inszeniert

| Marketing Marketing

Egal, ob deren Ziel große Reichweite ist, finanzieller Erfolg oder einfach nur die Freude am viralen Teilen - es geht dabei anders als im Restaurant einzig darum, dass beim Publikum nur das Auge mitisst. Wer dabei beim Posten (dt. Veröffentlichen im Internet) mit cremigen Pürees, saftigen Kuchenstücken oder samtigen Soßen nach vielen Herzchen (Symbol für «Gefällt mir») heischt, hat auch gegenüber Werbeprofis einen Vorteil: Soziale Medien verlangen keine Perfektion.

Im Fokus steht vielmehr die Authentizität, der Einblick ins echte Leben. Da braucht es kein Haarspray oder Klebstoff für das perfekte Foto von Pasta, Burgern oder Salaten. Im Vordergrund steht beim heimischen Food-Bloggen zuallererst der Spaß, den man beim Zubereiten und Stylen der Gerichte hat.

 

Planung und Vorbereitung

Dennoch ist Planung beim Kreieren von Food-Content für die sozialen Medien unerlässlich. Die Vorbereitung lässt sich in zwei Teile gliedern: das Kochen und das Inszenieren des Gerichts für die Kamera. Zuletzt kann man sich mit Blick auf zukünftige Post auch Gedanken zur Homogenität der Inhalte des eigenen Profils machen.

Hans Gerlach, gelernter Koch und Food-Kolumnist, bereitet seine Rezepte immer auch für Instagram auf und empfiehlt, eine thematische Linie im Feed (dt. das eigene Profil auf Instagram) zu verfolgen. Etwa einen bestimmten Ernährungs- und Zubereitungsstil, wie beispielsweise das vegane Backen. Dadurch schafft man eine gewisse «Wiedererkennbarkeit» unter den Usern der Plattform.

Zutaten und Kochen

«Farben sind super wichtig», betont Eva Bachmann, Food-Bloggerin von «Madame Dessert», Food-Fotografin und Workshop-Leiterin zum Thema Food-Fotografie mit ihrem Angebot «Food im Fokus». Bunte Zutaten, die zu farbenfrohen Gerichten verarbeitet werden, wirken später auf dem Foto automatisch ansprechender als farblich Einheitliches.

Auch unterschiedliche Konsistenzen der einzelnen Komponenten, etwa Knuspriges oder Cremiges, können gut auf Fotos sichtbar gemacht werden. Hierbei gilt: «Dinge nicht verkochen lassen», rät die Kölner Food-Stylistin Agnes Prus. Der Grund: Zu lange Gegartes sieht schrumpelig oder trocken aus. Wichtig ist bei der Zubereitung außerdem, rohe Zutaten zurückzuhalten, da man diese später als Requisiten für das Foto nutzen kann.

Unfotogene Gerichte gibt es nicht, sind sich die Profis einig. Es lässt sich jedes Rezept, dass man gerne kochen möchte, auch fotografieren. Sogar bei Eintöpfen, die auf Anhieb eher weniger fototauglich wirken, kann man mit unterschiedlichen Konsistenzen spielen. So lassen sich bunte Zutaten, etwa Erbsen, erst für das Foto hinzufügen - so wird nicht alles vermengt. Oder für das Foto werden einige Zutaten neben dem Topf oder der Schüssel drapiert.

Schwieriger zu fotografieren sind aber beispielsweise Aufläufe. Bei ihnen befindet sich der Blickfang im Inneren, aber ein Anschnitt gelingt häufig nicht glatt genug, denn die Schichten fallen meist auseinander. Agnes Prus hat einen Tipp: Aufläufe am besten abkühlen lassen und erst dann anschneiden, dadurch ist alles etwas fester.

Schritt für Schritt zu schönen Bildern

Vor dem Fotografieren schlägt Eva Bachmann vor, sich ein paar Fragen zu beantworten: Wo ist die Schokoladenseite meines Gerichts? Bei Burgern etwa vorne statt oben, um die einzelnen Zutaten abzubilden. Außerdem: Was ist der Zweck meines Fotos? Ist es für Instagram? Dann benötige ich es im Hochformat. Was will ich mit meinem Foto aussagen? In welche Szene lade ich die Betrachter ein? Und wo ist das beste Licht?

Licht ist überhaupt der Schlüssel zum Erfolg. Gutes, nicht zu sonniges, weißes Tageslicht ist die Grundvoraussetzung für ein schönes Food-Foto. Beim Dekorieren und Inszenieren des Fotosets empfiehlt Hans Gerlach auf die Maßstäbe der Dekoartikel sowie der Speisen zu achten.

«Auf Fotos wirkt alles monumentaler als es ist», weiß auch Eva Bachmann, die daher bei der Wahl ihrer Zutaten gerne auf lose Produkte setzt, um sich etwa die schönste kleine Möhre rauszusuchen, die sie kriegen kann. Kräuter, Nüsse und Co. zur Garnitur können die Bilder ebenfalls aufwerten, sollten aber immer auch geschmacklich zum Gericht passen.

Requisiten müssen zur Szene passen

Bei weiteren Requisiten wie Tüchern oder Besteck gilt es genauso auf die Proportionen und den inhaltlichen Zusammenhang zur Szene zu achten. Ein dicker Ofenhandschuh neben einem sommerlichen Salat macht keinen Sinn und käme dementsprechend auch auf dem Foto nicht gut rüber.

Ein weiterer Tipp von Agnes Prus: Ungerade Zahlen an Tellern oder Schüsseln lassen sich besser inszenieren. Außerdem kann es sich lohnen, bei mehreren Gerichten auf einem Bild auch mal einen Teller etwas aus dem Bild zu ziehen und ihn nur halb abzubilden.

Jeder könne ästhetische Bilder von Speisen für Instagram produzieren. Dabei sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Manchmal lohne sich der der Griff zur Sprühflasche, um mit Wassertropfen dem Gericht einen Frischekick zu verleihen. Oder aber man geht ein paar Schritte zurück und übt zum Beispiel mit einem Apfel, um erstmal das richtige Tageslicht zu finden.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Baden-Baden Tourismus GmbH hat die neue Markenkampagne „Doppelt schön“ gestartet. Die Kampagne macht den doppelten Namen der Stadt zum zentralen Gedanken und zeigt auf, wie aus einem schönen Erlebnis ein „doppelt schöner“ Moment wird.

Novotel startet erstmals eine globale Aktionswoche rund um gesundheitliche Alltagsgewohnheiten. Begleitende Studienergebnisse zeigen ein wachsendes Interesse an langfristiger Prävention sowie positive Effekte von Urlaubsreisen.

GastroSuisse startet die Branchenkampagne «Zum Glück gibt’s Gastro», um die Arbeit der Beschäftigten im Schweizer Gastgewerbe zu würdigen. Inhaltlich greift die Kampagne Alltagssituationen aus Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben über Kurzfilme auf.

OpenAI schaltet Werbeanzeigen in ChatGPT für 31 europäische Länder frei. Das Angebot gilt ausschließlich für Nutzer kostenfreier Versionen, während gebührenpflichtige Abonnements werbefrei bleiben.

Die Hotelkooperation Romantik vermeldet für das Jahr 2026 dreizehn Mitgliedsjubiläen von zehn bis 50 Jahren. Zwei Betriebe gehören der Vereinigung bereits seit 1976 an.

Burgerme führt das appbasierte Treueprogramm „meclub“ ein, bei dem Kunden pro Euro Bestellwert Punkte für Prämien und Rabatte sammeln. Begleitet wird der Start bis Ende September von einer Verkaufsaktion für ausgewählte Burger.

Coca-Cola startet die bundesweite Marketingkampagne „Schmeckt am besten zusammen“, um Kunden in die Gastronomie zu locken. Im Rahmen der Aktion kooperiert die Getränkemarke mit dem Berliner Gastronomen The Duc Ngo. 

Mit Lothar Matthäus durch den Englischen Garten laufen oder bayerische Königsschlösser aus der Luft sehen: Das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München führt mit „E.R.A.s – Experience Real Access“ ein neues Hospitality-Konzept ein.

Miles & More erweitert die Zusammenarbeit mit Booking.com. Teilnehmer können seit dem 12. August 2026 erstmals Meilen bei Unterkunftsbuchungen auf der Plattform einsetzen. Die Einlösung beginnt bei 3.000 Meilen.

Der Ansturm auf die Hot Wings war nach Angaben von KFC in vielen Restaurants kaum zu bewältigen. Deshalb beendet die Fastfoodkette ihren „All You Can Eat“-Deal zehn Tage früher als geplant und ersetzt ihn durch ein neues Angebot.