Wien mit neuer Tourismusstrategie: Bevölkerung im Mittelpunkt

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Mit einer neuen Tourismus-Strategie gibt die Stadt Wien bisherige Ziele wie die Steigerung von Übernachtungszahlen auf. Dieser «Gold-Standard» in der Tourismuswirtschaft sei ab sofort keine Messlatte mehr für den Erfolg, erklärte Tourismus-Direktor Norbert Kettner am Dienstag. Bis 2025 solle der Umsatz der Hotels von jetzt 900 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro steigen. Dies werde höhere Preise für eine Nacht im Hotel bedeuten, erklärte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. In den ersten sieben Monaten 2019 sei in dieser Branche der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um 20 Prozent geklettert.

Zentral sei es, bei Investitionen in die Infrastruktur die Bevölkerung der Stadt in den Mittelpunkt aller Bestrebungen zu stellen. «Es geht nicht so sehr darum, der Frage nachzugehen, was kann die Stadt Wien für den Tourismus machen, sondern die Frage umzukehren, was kann der Tourismus für die Bevölkerung machen», sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

Im Gegensatz zu anderen Reisezielen wie Venedig leidet Wien laut Kettner noch nicht unter einem belastenden Massentourismus. Neun von zehn Einheimischen stünden laut Umfragen dem Tourismus positiv gegenüber, so der Tourismus-Chef. Insofern könne die 1,8-Millionen-Metropole «aus einer Position der Stärke und der breiten Akzeptanz neue Wege einschlagen», hieß es. Zu dem Konzept gehören sowohl die stärkere Lenkung der Besucher in der Innenstadt als auch das Verteilen der Gäste auf andere, künftig stärker zu bewerbende Ziele in diversen Stadtbezirken.

Bei der Anreise solle die Bahn als Verkehrsmittel deutlich attraktiver gemacht werden und das Auto bis 2025 überholen, meinte Kettner. Wesentlich dafür sei der geplante Ausbau Wiens zu einem Zentrum für Nachtreisezüge. Auf diesem Gebiet hätten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fast europaweit das Geschäft übernommen. Als Signal für die neue Ausrichtung werde Wien 2020 erstmals nicht auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vertreten sein, sagte Kettner. (dpa)


 

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