1.000 Euro für alle: Ausbildungstarifvertrag im NRW-Gastgewerbe allgemeinverbindlich

| Politik Politik

Der Ausbildungstarifvertrag für das Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen ist seit dieser Woche rückwirkend zum 1. Februar durch das zuständige Ministerium für allgemeinverbindlich erklärt worden. Den Antrag hatten die Gewerkschaft NGG und der Dehoga NRW gemeinsam gestellt. Damit gelten die Ausbildungstarife, auf die sich die Tarifparteien im Oktober letzten Jahres geeinigt hatten, jetzt verbindlich für alle Auszubildende im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe. Die Ausbildungsvergütungen liegen zwischen 750 Euro im ersten und 1.000 Euro im dritten Lehrjahr. 

„Die Allgemeinverbindlichkeit des Ausbildungstarifvertrages ist für uns ein wichtiges Signal, um die Bedeutung der Ausbildung für das Gastgewerbe hervorzuheben. Die Erhöhung auf 1.000 Euro im dritten Lehrjahr soll die finanzielle Wertschätzung für unsere Auszubildenden zum Ausdruck bringen“, erklären Bernd Niemeier, Präsident des Dehoga Nordrhein-Westfalen und Mohamed Boudih, NRW-Landesvorsitzender der NGG. Neben den Ausbildungsvergütungen beinhaltet der Ausbildungstarifvertrag aber noch weitere wichtige Eckpunkte eines Ausbildungsverhältnisses wie beispielsweise die Freistellung der Auszubildenden nach dem zweiten Berufsschultag.

„In einer personalintensiven Branche wie dem Gastgewerbe ist eine gute Ausbildung die fundamentale Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft in Hotellerie und Gastronomie. Deshalb werden wir in Zeiten, in denen demografisch bedingt weniger junge Menschen die Schule verlassen und von denen eine größere Zahl studieren möchte, noch mehr Anstrengungen unternehmen, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und auf die tollen Chancen unserer Berufe aufmerksam zu machen. Ein allgemeinverbindlich erklärter Ausbildungstarifvertrag ist dabei ein Baustein“, so Boudih und Niemeier übereinstimmend.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bundesregierung will den Start des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung verschieben. Eine Verbändeallianz fordert, die geplante Ausweitung auf die Außer-Haus-Verpflegung und verarbeitete tierische Lebensmittel zu streichen.

Ärgernis Verpackungssteuer: Sie sorgt in Freiburg für Unmut. Teile des Gemeinderates wollen die umstrittenen Regeln eindampfen und die Abgabe neu aufstellen – kommt ihr Antrag durch?

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der Bundesregierung beschlossen. Der Bundestag ist am Zug.

Union und SPD wollen eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einführen. Um die Details wurde lange gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung. CDU-Ministerpräsident Boris Rhein aus Hessen spricht von einem falschen Signal.

Sieben Prozent mehr Lohn fordert die NGG im bayerischen Gastgewerbe. Der Dehoga Bayern bietet zwei Erhöhungen bei 30 Monaten Laufzeit an – die Gewerkschaft hat das Angebot nach Angaben des Verbandes abgelehnt.

Kommt die Zuckersteuer noch? Die neun Länder-Agrarminister von CDU und CSU sind dagegen - und schreiben dem Kanzler einen Brief.

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.