Brandenburg will Dorfkneipen unterstützen - aber wartet ab

| Politik Politik

Die Dorfkneipen in Brandenburg sollten nach Ansicht von Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) angesichts existenzieller Probleme unterstützt werden - doch wann ist offen. Die Landesregierung wartet nach seinen Angaben ab: «Da brauchen wir tragfähige Lösungen», sagte Keller im Landtag. Das Thema sei ernst. «Wir wollen auch gemeinsam Lösungen finden.» Er wolle aber zunächst die Ergebnisse einer Studie über die Zukunft der Gastronomie in Brandenburg abwarten.

Die CDU-Opposition dringt auf schnelle Hilfe für Dorfkneipen. Sie fordert ein Förderprogramm des Landes für Dorfgaststätten in Höhe von mindestens 7,5 Millionen Euro. Damit sollen kleine Gaststätten, Kneipen, Bars, Cafés und Gasthöfe auf dem Land unterstützt und zu Dienstleistungszentren weiterentwickelt werden.

CDU-Fraktionsvize: «Es ist Heimat»

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Frank Bommert warb für das Programm. «Eine Kneipe ist keine Nebensache, es ist Heimat», sagte er. «Wenn wir sie verlieren, verlieren wir ein Stück Brandenburg.» Der SPD-Abgeordnete Kurt Fischer entgegnete, es gehe auch der SPD darum, Dorfkneipen zu erhalten als ein Stück Heimat. Das Förderprogramm schaffe aber in keiner Weise Abhilfe. Unklar sei auch, woher das Geld kommen solle.

Die Dorfkneipen leiden unter anderem unter steigenden Energiekosten, einem Defizit an Arbeitskräften und fehlender Nachfolge. Die Zahl an Gaststätten in Brandenburg sank nach Angaben der Landesregierung von 4.101 im Jahr 2010 um ein Zehntel auf 3.697 im Jahr 2023. Besonders betroffen waren demnach ländliche Kreise wie die Prignitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein politischer Appell des DEHOGA Sachsen-Anhalt, im Nachgang der Landtagswahlen, sorgt für heftigen Streit: Rund 1.700 Kommentare haben sich unter dem Facebook-Beitrag gesammelt. Während einige Nutzer ankündigen, das Bundesland als Reiseziel zu meiden, werfen andere dem Verband vor, Hotellerie und Tourismus zu schaden.

Ferienwohnungen für Touristen, steigende Mieten für Einheimische: In vielen europäischen Städten wächst der Druck auf den Wohnungsmarkt. Die Europäische Kommission will Kommunen und Behörden deshalb einen rechtssicheren Rahmen an die Hand geben, um Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb und Booking stärker zu begrenzen. 

Klare Ansage der Potsdamer Wirtschaft: 85 Prozent der 110 teilnehmenden Unternehmen lehnen die Einführung der kommunalen Verpackungssteuer ab. Das ist das zentrale Ergebnis einer gemeinsamen Mitgliederbefragung verschiedener Verbände.

Hürden für einen gelungenen Einstieg ins Berufsleben müssen abgebaut werden, sagt der Gewerkschaftsbund. Auch auf hohe Lebenshaltungskosten müsse reagiert werden. Wie sich der DGB das vorstellt.

Vertreter des Berliner Senats und des Dehoga haben das Konzept für die Errichtung des Hoga Campus in Berlin-Tempelhof vorgestellt. Das Projekt soll Ausbildung, Weiterbildung, Praxis und Austausch an einem Ort verknüpfen.

Anfang Juli bezeichnete der DEHOGA Bayern die höhere Pauschalsteuer für Minijobs noch als „moderate Anpassung“. Zwei Monate später spricht der Bundesverband von einem „völlig falschen Signal“. Ein Kommentar von Marc Schnerr über veränderte Rahmenbedingungen – und bemerkenswert unterschiedliche Tonlagen.

Zahlreiche Wirte an der Frankfurter Bockenheimer Landstraße wenden sich gegen den geplanten Straßenumbau. In einem offenen Brief fordern sie Verkehrsdezernent Yannick Schwander auf, die vorgesehene Verkehrsführung zu überarbeiten.

Mit deutlicher Kritik reagiert der Dehoga auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform. Wer sich politisch zum Minijob bekenne, müsse ihn auch bezahlbar halten, so Verbandspräsident Guido Zöllick.

Online-Plattformen für Kurzzeitvermietungen müssen erstmals Belegungsdaten über die Datendrehscheibe der Bundesnetzagentur übermitteln. Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland verweist bei der Umsetzung auf die entscheidende Rolle einer zentralen Infrastruktur auf Landesebene.

Bis zu 120 Betriebe aus Rheinland-Pfalz sollen das kostenfreie Beratungsangebot bis Ende 2027 nutzen können. Minister Ebling hat vor allem Hoteliers oder Gastronomen aus einer Region im Auge.