DEHOGA: "Branche teilt sich in zwei Lager"

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Der Dehoga Hessen fordert die Hotels und Gaststätten im Land eindringlich auf, die Corona-Abstands- und Schutzregeln einzuhalten. Die Branche teile sich derzeit in zwei große Lager, sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. «Die einen, die die Auflagen auch sichtbar umsetzen. Das stiftet Vertrauen.» Es gebe aber auch Betriebe, die die Corona-Regeln überhaupt nicht ernstnehmen. «Und das ist Wettbewerbsverzerrung.»

Der Hotel- und Gastronomieverband habe keinen Überblick über die Zahl der schwarzen Schafe in der Branche, erklärte Wagner. «Aber wir bekommen Hunderte Rückmeldungen pro Woche von Betrieben, die sich massiv über den Regelbruch von Mitbewerbern beklagen.» Die Gäste in den verantwortungsvollen Gaststätten und Hotels diskutierten dann darüber, «warum werden bei Ihnen die Gästedaten erfasst und weshalb muss ich einen Mundschutz tragen und da drüben nicht», berichtete der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. «Die Redlichen fühlen sich zuweilen ein bisschen wie die Doofen.»

Nach Einschätzung von Wagner werden aber die Betriebe, bei denen die Gastronomen den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern von Beginn an einhalten und den Mundschutz ordentlich tragen, auch im Winter Gäste haben. Für die Menschen sei ein gutes Gefühl beim Besuch der Restaurants, Kneipen, Bars und Hotels extrem wichtig. «Das schafft Vertrauen», betonte der Hauptgeschäftsführer. «Mehr kann man nicht tun - aber das muss man dann auch tun.»

Technische Lösungen mit dem Fraunhofer-Institut

Wagner kündigt an, dass der Branchenverband bundesweit in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut auch an technischen Lösungen mit Filtern für geschlossene Räume gerade in der kühleren Jahreszeit arbeite. Es würden gerade mehrere Vorschläge von Unternehmen geprüft. Es gehe darum: «Was tötet das Maximum an Viren in der Raumluft, um auf die kühlere Jahreszeit vorbereitet zu sein.»

Der Hauptgeschäftsführer geht davon aus, dass die Branche in der Winterzeit wieder mir rückläufigen Gästezahlen rechnen muss. Es gebe bereits Absagen von Weihnachtsfeiern von Firmen. Diese Entwicklung bei Geschäftskunden zeige sich schon seit Beginn Corona-Krise generell bei Buchungen, aber gerade auch mit einem massiven Rückgang bei Tagungen und Kongressen.

Privatpersonen seien etwas weniger zurückhaltend. Das belege auch das stabile Geschäft der Außengastronomie in den letzten zwei Sommermonaten. Diese positive Entwicklung könne jedoch nicht die zwei Monate des Lockdowns wettmachen, betonte Wagner. Der Sommer habe dem Beherbergungsgewerbe und der Tourismuswirtschaft in Hessen insgesamt bei weitem nicht das gebracht, was er verheißen hatte. Es gebe viele Tagesreisen. Die Daheimgebliebenen seien auch viel in Restaurants gegangen und hätten sich Sehenswürdigkeiten angeschaut. «Aber sie übernachten nicht. Sie machen nicht eine Woche Willingen, statt eine Woche Mallorca.»

«Wir werden eine Delle bekommen, wenn es wirklich kalt und ungemütlich draußen wird; dann wird das wie eine kleine Pause in der Branche wirken», sagte Wagner mit Blick in Richtung Jahresende. «Aber ich bin auch davon überzeugt: Den Menschen fällt zuhause irgendwann die Decke auf den Kopf. Und dann empfängt sie das Gastgewerbe mit offenen Armen. Freiwillig werden die Leute auf Gastronomie und die Begegnung auch in den Wintermonaten nicht verzichten.» (dpa)


 

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