„Es darf keinen Lockdown mehr geben“: Hoteliers und Gastronomen schlagen Alarm

| Politik Politik

„Einen Lockdown für Geimpfte und Genesene im Gastgewerbe darf es nicht mehr geben. Es muss alles dafür getan werden, diesen zu verhindern.“ Diesen klaren und eindringlichen Aufruf richtet der Präsident des DEHOGA-Bundesverbands Guido Zöllick an die morgige Ministerpräsidentenkonferenz. Der DEHOGA drängt zudem auf klare und möglichst bundesweit einheitliche Corona-Regelungen. Gleichzeitig appelliert der DEHOGA an Gastgeber wie Gäste, ihren Beitrag für die Offenhaltung zu leisten. „Die meisten Bundesländer haben 2G für Restaurants und zum Teil auch für Hotels beschlossen beziehungsweise bereits eingeführt. Jetzt geht es darum, dies sorgfältig und konsequent umzusetzen. 2G ist besser als ein Lockdown.“

Der Einführung einer 2G Plus-Regelung erteilt Zöllick indes eine strikte Absage. „2G Plus ist keine Lösung für Restaurants und Hotels. 2G Plus käme einem Lockdown für die Branche gleich. Hotels und Restaurants sind nachweislich keine Pandemietreiber. Und die Geimpften haben ihren Beitrag zur Pandemiebekämpfung bereits geleistet. Wir werden die vierte Welle nicht dadurch brechen, dass wir just von ihnen nun für jeden spontanen Restaurantbesuch einen Test verlangen.“ Statt die 57 Millionen vollständig geimpften Menschen in unserem Land in den Fokus der Maßnahmen zu nehmen, müsse vielmehr alles unternommen werden, die Ungeimpften aufzuklären und zur Impfung zu motivieren. Ebenso müssen die Boosterimpfungen schnellstmöglich umgesetzt werden. Auch verweist Zöllick auf die Gefahr, dass mit 2G Plus wieder mehr im Privaten ohne jegliche Hygienekonzepte und Kontrolle gefeiert werde. „Mit 2G Plus ist die Gefahr groß, dass Restaurants und Hotels so geringe Umsätze tätigen, dass sich die Öffnung nicht mehr lohnt. Das wäre dann ein Lockdown durch die Hintertür.“

Umfrage zeigt schon jetzt deutlich angespannte Situation der Betriebe

Die Lage im Gastgewerbe zeigt sich ohnehin wieder deutlich angespannt, auch ohne weitere Verschärfungen. Hotels und Restaurants setzten vom 1. bis 15. November 28,2 Prozent weniger um als im November des Vorkrisenjahres 2019. „Das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft droht komplett wegzubrechen, wir erleben erneut eine Absagewelle“, erklärt Zöllick mit Verweis auf das Ergebnis einer aktuellen Verbandsumfrage. „Mit Blick auf steigende Infektionszahlen und die damit einhergehenden strengeren Zugangsregeln nehmen die Verunsicherung und die Existenzsorgen der Betriebe wieder zu.“ Umso wichtiger seien jetzt die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes sowie der Überbrückungshilfe III plus bis Ende März.

Fast 90 Prozent (88,3 Prozent) der befragten Unternehmer berichten von coronabedingten Stornierungen von Weihnachtsfeiern. Fast jede zweite Feier (45,3 Prozent) wurde bereits abgesagt. Auch im Veranstaltungs- und Tagungsbereich hagelt es Absagen. In 85,5 Prozent der Betriebe wurden Events storniert. 46,3 Prozent der Veranstaltungen finden nicht statt. Gleiches gilt für den Beherbergungssektor. 80,6 Prozent der Betriebe beklagen coronabedingte Stornierungen von Übernachtungen von Geschäftsreisenden als auch von Touristen. Besonders viele Absagen registrieren Betriebe in den Bundesländern Sachsen, Bayern und Thüringen. Das liegt auch daran, dass die 2G-Regelung in Sachsen bereits seit 8. November gilt. Von den Gästen als Hauptgrund für den Verzicht auf Übernachtungen und Veranstaltungen genannt, wurde laut 77,9 Prozent der Betriebe die aktuelle Infektionslage. Aber auch die strengeren Zugangsregeln kosten Gäste und damit Umsätze. 46,3 Prozent der Betriebe melden, dass ihre Gäste unter Verweis auf die 2G-Regelung storniert hätten.

An der Blitz-Umfrage des DEHOGA Bundesverbandes zur aktuellen wirtschaftlichen Lage beteiligten sich in der Zeit vom 15. bis 17. November 6.870 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland.

Initiative Gastgeberkreis begrüßt 2G-Regelung, spricht sich aber vehement gegen 2GPlus in der Gastronomie aus

Nachdem bereits in den letzten Tagen einige Bundesländer bekanntgaben, ganz auf die 2G-Regelung in breiten Teilen des öffentlichen Lebens zu setzen, ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis sich diese Entwicklung auf das gesamte Bundesgebiet ausweitet. Die Vertreter:innen des Gastgeberkreises begrüßen die bundesweite Einführung von 2G, denn der Gastronomie-Genuss muss für alle Beteiligten sicher sein. Der Gastgeberkreis steht zu 100 % hinter der Einhaltung der mit 2G einhergehenden Maßnahmen, spricht sich aber schon jetzt klar gegen eine etwaige 2GPlus-Regelung aus, die für die Gastronomie-Branche einem Lockdown gleichkommen würde.

Die von der Pandemie über die Maßen gebeutelte Gastronomie-Branche steht abermals vor einem herben Rückschlag. Nachdem sie sich in den Sommermonaten gerade erst wieder etwas erholt hat, stehen die nächsten Rückschläge bereits vor der Tür. Dennoch begrüßt der Gasteberkreis eine flächendeckende 2G-Regelung ausdrücklich, um den größtmöglichen Schutz für alle Beteiligten der Gastronomie gewährleisten zu können. Die Mehrheit der Gäste fällt bereits unter den Status von 2G, ist also geimpft oder genesen. Die Vertreter:innen gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter und sprechen sich explizit für strenge Kontrollen aus: Wer sich nicht an die Regeln hält, spielt mit der Gesundheit seiner Gäste und Mitarbeitenden und muss entsprechend sanktioniert werden. Mit Nachdruck weist der Gastgeberkreis darauf hin, dass die klassische Gastronomie mit einem sitzplatzbezogenen Angebot kein Treiber der Pandemie ist, was aktuell auch eine Auswertung der Luca App ergab.[1] „Die sitzplatzbezogene Gastronomie ist aufgrund von etablierten Hygiene-Konzepten, der nötigen Abstandswahrung zu anderen Gästen, Lüftungssystemen und der Möglichkeit der Kontaktdatennachverfolgung ein sicherer Ort“, betont Mirko Silz, CEO der FR L’Osteria SE und Mitinitiator des Gastgeberkreises. 
 

2GPlus käme einem Lockdown gleich
Bereits jetzt wird von einigen Experten eine Ausweitung der Regelungen auf 2GPlus (geimpft oder genesen und zusätzlich aktueller Testnachweis) gefordert. Dies würde eine erneute wirtschaftliche Katastrophe für die Gastronomie hervorrufen und einem Lockdown gleichkommen. „Der Aufwand bzw. die Hürde vor dem Restaurantbesuch noch einen Test machen zu müssen, wird vielen Geimpften und Genesenen zu hoch sein. Hinzu kommt die damit verbundene Verunsicherung der Gäste, die sich dann vielleicht doch lieber zu Hause mit Freunden oder der Familie treffen. Und mit ausbleibenden Gästen steigt auch wieder die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden, die sich fragen werden: Ist mein Job in der Gastronomie noch sicher? Muss ich wieder in Kurzarbeit? Werde ich vielleicht gekündigt?“, erklärt Stephan von Bülow, CEO der Block-Gruppe und ebenfalls Mitinitiator des Gastgeberkreises.

Weitere Verschärfungen (2GPlus oder Lockdown) wären nicht nur für uns als Gastronomen:innen existenzbedrohend, sondern auch für die Mitarbeitenden. Daher fordert der Gastgeberkreis sicherzustellen, dass seitens der Arbeitsagentur bei einer möglichen erneuten Kurzarbeit in den einzelnen Betrieben sofort 80 % Kurzarbeitergeld gezahlt wird und somit eine Abwanderung der Mitarbeitenden verhindert wird.
Eine weitere Forderung des Gastgeberkreises ist klar an die Politik adressiert: Aufgrund des aktuellen Geschehens in Verbindung mit dem bisherigen Verlauf der Pandemie müssen die Hilfen für die Gastronomie als besonders belastete Branche weiter verlängert und optimiert werden. „Die Hilfen dürfen nicht erst greifen, wenn die Restaurants auch tatsächlich im Rahmen eines angeordneten Lockdowns ganz oder teilweise geschlossen werden, sondern auch bei hoher finanzieller Belastung bzw. deutlichem Umsatzrückgang durch das Ausbleiben der Gäste. Mit steigenden Zahlen und zunehmend negativer Berichterstattung trauen sich viele Menschen nicht mehr auszugehen, obwohl sie es dürften und es unter Einhaltung aller Auflagen auch sicher wäre“, unterstreicht Mirko Silz


 

 

 

 

Die von der Pandemie über die Maßen gebeutelte Gastronomie-Branche steht abermals vor einem herben Rückschlag. Nachdem sie sich in den Sommermonaten gerade erst wieder etwas erholt hat, stehen die nächsten Rückschläge bereits vor der Tür. Dennoch begrüßt der Gasteberkreis eine flächendeckende 2G-Regelung ausdrücklich, um den größtmöglichen Schutz für alle Beteiligten der Gastronomie gewährleisten zu können. Die Mehrheit der Gäste fällt bereits unter den Status von 2G, ist also geimpft oder genesen. Die Vertreter:innen gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter und sprechen sich explizit für strenge Kontrollen aus: Wer sich nicht an die Regeln hält, spielt mit der Gesundheit seiner Gäste und Mitarbeitenden und muss entsprechend sanktioniert werden. Mit Nachdruck weist der Gastgeberkreis darauf hin, dass die klassische Gastronomie mit einem sitzplatzbezogenen Angebot kein Treiber der Pandemie ist, was aktuell auch eine Auswertung der Luca App ergab.[1] „Die sitzplatzbezogene Gastronomie ist aufgrund von etablierten Hygiene-Konzepten, der nötigen Abstandswahrung zu anderen Gästen, Lüftungssystemen und der Möglichkeit der Kontaktdatennachverfolgung ein sicherer Ort“, betont Mirko Silz, CEO der FR L’Osteria SE und Mitinitiator des Gastgeberkreises.

2GPlus käme einem Lockdown gleich

Bereits jetzt wird von einigen Experten eine Ausweitung der Regelungen auf 2GPlus (geimpft oder genesen und zusätzlich aktueller Testnachweis) gefordert. Dies würde eine erneute wirtschaftliche Katastrophe für die Gastronomie hervorrufen und einem Lockdown gleichkommen. „Der Aufwand bzw. die Hürde vor dem Restaurantbesuch noch einen Test machen zu müssen, wird vielen Geimpften und Genesenen zu hoch sein. Hinzu kommt die damit verbundene Verunsicherung der Gäste, die sich dann vielleicht doch lieber zu Hause mit Freunden oder der Familie treffen. Und mit ausbleibenden Gästen steigt auch wieder die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden, die sich fragen werden:

Ist mein Job in der Gastronomie noch sicher? Muss ich wieder in Kurzarbeit? Werde ich vielleicht gekündigt?“, erklärt Stephan von Bülow, CEO der Block-Gruppe und ebenfalls Mitinitiator des Gastgeberkreises. Weitere Verschärfungen (2GPlus oder Lockdown) wären nicht nur für uns als Gastronomen:innen existenzbedrohend, sondern auch für die Mitarbeitenden. Daher fordert der Gastgeberkreis sicherzustellen, dass seitens der Arbeitsagentur bei einer möglichen erneuten Kurzarbeit in den einzelnen Betrieben sofort 80 % Kurzarbeitergeld gezahlt wird und somit eine Abwanderung der Mitarbeitenden verhindert wird.

Eine weitere Forderung des Gastgeberkreises ist klar an die Politik adressiert: Aufgrund des aktuellen Geschehens in Verbindung mit dem bisherigen Verlauf der Pandemie müssen die Hilfen für die Gastronomie als besonders belastete Branche weiter verlängert und optimiert werden. „Die Hilfen dürfen nicht erst greifen, wenn die Restaurants auch tatsächlich im Rahmen eines angeordneten Lockdowns ganz oder teilweise geschlossen werden, sondern auch bei hoher finanzieller Belastung bzw. deutlichem Umsatzrückgang durch das Ausbleiben der Gäste. Mit steigenden Zahlen und zunehmend negativer Berichterstattung trauen sich viele Menschen nicht mehr auszugehen, obwohl sie es dürften und es unter Einhaltung aller Auflagen auch sicher wäre“, unterstreicht Mirko Silz.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Werden Arbeitnehmer in Deutschland zu oft krankgeschrieben? Ja, befand Kanzler Merz schon am Wochenende. Er bekam dafür auch Kritik zu hören. Doch er bleibt bei seiner Position.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, sagte der CDU-Chef.

Die Einführung des verpflichtenden staatlichen Tierwohllogos verzögert sich deutlich. Wie Union und SPD im Bundestag beschlossen haben, wird der Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 verschoben. Diese zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um das System grundlegend nachzubessern und bereits ab Mitte 2027 auch auf Restaurants, Kantinen und die allgemeine Gastronomie auszuweiten.

Die Pläne der SPD zur Neugestaltung der Erbschaft- und Schenkungsteuer stoßen bei Wirtschaftsverbänden auf deutliche Ablehnung. Sowohl der DEHOGA Bundesverband als auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände warnen vor massiven Folgen für den deutschen Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Die erste Tarifrunde im hessischen Gastgewerbe endet ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaft NGG das Arbeitgeberangebot als respektlosen Reallohnverlust kritisiert, pocht der DEHOGA auf die notwendige Stabilisierung der Betriebe durch die Mehrwertsteuersenkung.

In Bad Kreuznach sind die Tarifverhandlungen für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe vorerst ohne Einigung zu Ende gegangen. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz reagierte auf das Scheitern der Gespräche mit deutlicher Kritik an der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht angesichts der Teuerung bei Nahrungsmitteln keinen Raum für weitere Preisaufschläge etwa für mehr Tierwohl oder auf stark gezuckerte Getränke. «Das kann ich nicht verantworten», sagte Rainer.

Der DEHOGA und die Gewerkschaft NGG haben sich auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für das baden-württembergische Gastgewerbe geeinigt. Die Übereinkunft umfasst eine Laufzeit bis zum 31. März 2028. Kern der Einigung ist eine schrittweise Erhöhung der Löhne und Gehälter in insgesamt drei Phasen.

Das neue Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung ist in Kraft. Durch digitale Buchprüfungen und automatisierten Datenaustausch will der Zoll illegale Beschäftigung effizienter aufdecken. Während das Gastgewerbe auf weniger Bürokratie hofft, wachsen die Anforderungen an die Dokumentationspflichten der Betriebe.

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung übt deutliche Kritik an den Plänen des Finanzministers zur Preisprüfung in der heimischen Gastronomie. Er sieht die Verantwortung für die Inflation bei den hohen Energiekosten sowie staatlichen Abgaben.