Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn im bayerischen Gastgewerbe

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Zum Auftakt der Tarifrunde im bayerischen Hotel- und Gaststättengewerbe hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Lohnerhöhung von sieben Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit gefordert. Der Dehoga Bayern berichtet in seiner Presseerklärung vom 13. Oktober 2026, die Gewerkschaft verlange zudem 100 Euro mehr für Auszubildende in jedem Ausbildungsjahr. Das Arbeitgeberangebot habe die NGG als unzureichend abgelehnt. Die Gespräche sollen Mitte November 2026 fortgesetzt werden.

Die erste Verhandlung fand auf Einladung der NGG in deren neu errichtetem Verbandshaus in der Münchner Schwanthalerstraße statt. Dort traf die Gewerkschaft auf die Tarifkommission des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Dehoga Bayern bietet zwei Lohnerhöhungen bei 30 Monaten Laufzeit an

Der Arbeitgeberverband habe eine Laufzeit von 30 Monaten gefordert und eine Lohnerhöhung von 1,1 Prozent zum 1. Januar 2027 sowie weitere 0,9 Prozent zum 1. Januar 2028 angeboten. Für Auszubildende habe er darüber hinaus Verbesserungen in Aussicht gestellt.

Der Dehoga Bayern begründet die geforderte Laufzeit mit dem Bedarf an Planbarkeit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Nach der Ablehnung des Angebots hätten sich beide Verhandlungsparteien darauf verständigt, sich zunächst erneut intern zu beraten und die Gespräche Mitte November fortzusetzen.

Der Arbeitgeberverband begründet sein Angebot mit der wirtschaftlichen Lage

In den Verhandlungen habe die Arbeitgeberseite auf wirtschaftliche Schwierigkeiten der Branche verwiesen. Mehr Gäste in ausgewählten Segmenten der Hotellerie bedeuteten nicht automatisch mehr Ertrag. Viele Betriebe hätten mit realen Umsatzrückgängen zu kämpfen, während die Kosten für Personal, Energie, Waren und Dienstleistungen weiterhin auf hohem Niveau lägen.

Aus Sicht des Dehoga Bayern bestehe deshalb gegenwärtig so gut wie kein Spielraum für Lohnerhöhungen. Die Beschäftigten verdienten eine angemessene Bezahlung, diese müsse jedoch für die Betriebe dauerhaft erwirtschaftbar bleiben. Der Verband warnt davor, dass Tarifabschlüsse andernfalls Arbeitsplätze oder die Existenz von Betrieben gefährden könnten.

Dehoga Bayern verweist auf Entgeltsteigerungen seit Mai 2022

Zur Begründung seiner Position führt der Verband außerdem die bisherigen Tarifsteigerungen an. Seit Mai 2022 seien die tariflichen Entgelte um insgesamt 33,8 Prozent gestiegen. Für den Zeitraum von Mai 2022 bis August 2026 beziffert der Dehoga Bayern die Steigerung auf 7,68 Prozent pro Jahr.

Damit sei die Inflation nach Darstellung des Arbeitgeberverbandes mehr als ausgeglichen worden. Er verweist zudem auf steigende Ausbildungs- und Beschäftigtenzahlen. Diese zeigten aus seiner Sicht, dass die Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen an ihren Mitarbeitern festhielten und Arbeitsplätze schafften.

Für die weiteren Verhandlungen nennt der Dehoga Bayern das Ziel, die Interessen der Beschäftigten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe in Einklang zu bringen.

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