Gewerkschaft warnt vor „Überstunden-Berg“ im Gastgewerbe

| Politik Politik

Den neuen Übernachtungsrekord in Deutschland nimmt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Anlass zu warnen: Die Top-Bilanz sei hart erarbeitet. Das Gastgewerbe schiebe – nicht ohne Grund – einen „Überstunden-Berg“ vor sich her. Der Boom bedeute auch allzu oft unbezahlte Mehrarbeit, so die NGG-Vorsitzende Michaela Rosenberger. 

„Ohne die Beschäftigten in Hotels, Pensionen und Gaststätten wäre der Tourismus-Rekord nicht vorstellbar. Doch der Boom bedeutet allzu oft unbezahlte Mehrarbeit“, sagt die NGG-Vorsitzende. Forderungen nach einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes oder der Dokumentationspflichten beim Mindestlohn erteilt die Gewerkschaft NGG vor diesem Hintergrund eine klare Absage. Stattdessen solle sich das Gastgewerbe um Fachkräfte kümmern. „Die gewinnt man aber nur mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen“, so Rosenberger.

Strikt abgelehnt hat die NGG-Vorsitzende die Forderung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) die 450-Euro-Grenze für Minijobs anzuheben. Tageskarte berichtete. „Wir brauchen eine Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse, keine weitere Verfestigung des Niedriglohnsektors und vorprogrammierte Altersarmut. Minijobs gehören abgeschafft.“

Zurück

Vielleicht auch interessant

Vertreter des Berliner Senats und des Dehoga haben das Konzept für die Errichtung des Hoga Campus in Berlin-Tempelhof vorgestellt. Das Projekt soll Ausbildung, Weiterbildung, Praxis und Austausch an einem Ort verknüpfen.

Anfang Juli bezeichnete der DEHOGA Bayern die höhere Pauschalsteuer für Minijobs noch als „moderate Anpassung“. Zwei Monate später spricht der Bundesverband von einem „völlig falschen Signal“. Ein Kommentar von Marc Schnerr über veränderte Rahmenbedingungen – und bemerkenswert unterschiedliche Tonlagen.

Zahlreiche Wirte an der Frankfurter Bockenheimer Landstraße wenden sich gegen den geplanten Straßenumbau. In einem offenen Brief fordern sie Verkehrsdezernent Yannick Schwander auf, die vorgesehene Verkehrsführung zu überarbeiten.

Mit deutlicher Kritik reagiert der Dehoga auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform. Wer sich politisch zum Minijob bekenne, müsse ihn auch bezahlbar halten, so Verbandspräsident Guido Zöllick.

Online-Plattformen für Kurzzeitvermietungen müssen erstmals Belegungsdaten über die Datendrehscheibe der Bundesnetzagentur übermitteln. Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland verweist bei der Umsetzung auf die entscheidende Rolle einer zentralen Infrastruktur auf Landesebene.

Bis zu 120 Betriebe aus Rheinland-Pfalz sollen das kostenfreie Beratungsangebot bis Ende 2027 nutzen können. Minister Ebling hat vor allem Hoteliers oder Gastronomen aus einer Region im Auge.

Die EU-Kommission hat Einwände gegen Teile der geplanten deutschen Tierhaltungskennzeichnung. Ein Verbändebündnis um den DEHOGA fordert deshalb erneut, die vorgesehene Kennzeichnungspflicht für die Außer-Haus-Verpflegung aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Die Bundesregierung bereitet eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke vor. Die Deutschen zeigen sich bei dem Thema gespalten.

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.