Niedersachsen prüft Öffnung der Außengastronomie

| Politik Politik

Die Landesregierung in Niedersachsen prüft mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Zuge der Erarbeitung der nächsten Corona-Verordnung, die vom 10. Mai an gelten wird. «Wir werden in der nächsten Woche die Einzelheiten der zu erwartenden Verordnung miteinander besprechen», sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag im Landtag in Hannover. Unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 zähle dazu auch das Prüfen einer Öffnung der Außengastronomie, wie dies der Stufenplan vorsieht. Diesen Schritt hatte zuvor Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) vom 10. Mai an in Aussicht gestellt.

«Die Gefahr einer Corona-Infektion lauert vor allem drinnen, nicht draußen. Es sollte bei einem regionalen Inzidenzwert unter 100 also möglich sein, die Außengastronomie mit der kommenden Corona-Verordnung noch im Mai zu öffnen», sagte der CDU-Politiker der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Gleichzeitig müsse eine Öffnung an bestimmte Auflagen wie ein Hygienekonzept, digitale Kontaktnachverfolgung, Tischreservierung und eine Sperrstunde geknüpft werden, sagte er.

Ein solches Konzept sah auch der von Bund und Ländern Anfang März vereinbarte Stufenplan vor, der ebenfalls die später umstrittene Notbremse enthielt. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in 30 der 45 Landkreise und Großstädte in Niedersachsen unter 100.

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen gilt noch bis zum 9. Mai. Für Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Niedersachsen, ist der Vorstoß ein «in dieser Phase absolut notwendiges Zeichen». «Nach jetzt sechs Monaten Lockdown am Stück sind die Betriebsinhaber und ihre Beschäftigten in Niedersachsen zutiefst frustriert und der Depression nahe. Sie sehen ihre Lebenswerke vor der Zerstörung und einer ungewissen Zukunft entgegen», betonte Balke.

Das Gastgewerbe werde «jeden sinnvollen Weg mitgehen, um diese Öffnung zu erreichen», kündigte Balke an. Positive Beispiele im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz zeigten, dass die Teilöffnung erfolgreich sei. «Wir haben die Konzepte, um das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Dies haben wir in der Sommerphase 2020 ab Mai unter Beweis gestellt. Wir würden es auch bei einer jetzigen Öffnung wieder beweisen», sagte der Dehoga-Hauptgeschäftsführer und verwies darauf, dass jedes vierte Restaurant und Hotel in Niedersachsen aktuell kurz vor der Geschäftsaufgabe stehe. Landesweit gibt es nach Verbandsangaben rund 20 000 Gastronomiebetriebe. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung des geplanten Entlastungspakets spitzt sich zu. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat die Länder scharf vor einem Scheitern der geplanten Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie gewarnt. Jetzt äußerten sich weitere Politiker und Verbände.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat angesichts des anhaltenden Streits über die Verteilung der Steuerausfälle mit einem Scheitern der geplanten Entlastungen für die Gastronomie und Pendler gedroht. Die Länder fordern eine Kompensation der zu erwartenden Mindereinnahmen durch den Bund.

Entlastung für eine krisengeschüttelte Branche: In einer öffentlichen Anhörung im Bundestag bekräftigen Wirtschaftsvertreter und Fachexperten die Notwendigkeit der geplanten Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf sieben Prozent. Kritiker stellten die fiskalischen Kosten und die soziale Treffsicherheit der Maßnahme infrage.

Österreichs Tourismuswirtschaft erhält neue Rahmenbedingungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Die Bundesregierung beschließt nicht nur eine Erhöhung der Saisonkontingente, sondern auch die Einrichtung eines Beschäftigtenfonds.

Der Chef darf ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest verlangen. Diese Regel zu ändern, könnte Ärzte entlasten. Die Gesundheitsministerin zeigt sich überraschend offen für die Idee.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mobilisiert am 23. Oktober Essenskuriere und Support-Mitarbeiter. Hintergrund sind die Pläne des Essenslieferdienstes zur bundesweiten Auslagerung von etwa 2.000 Arbeitsplätzen.

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, ein Zusammenschluss von zehn Wirtschaftsverbänden, legte nun ihren zweiten Mittelstandsmonitor vor und zieht erneut eine ernüchternde Bilanz der politischen Rahmenbedingungen.

Der Dehoga in Hessen lehnt das geplante EU-Verbot von Bezeichnungen wie «Veggie-Burger» ab. Warum der Verband und ein veganes Lokal vor mehr Bürokratie und Verunsicherung von Kunden warnen.

Die Stadt Konstanz meldet eine Trendwende beim Müllaufkommen im öffentlichen Raum und führt diese auf die seit 1. Januar 2025 erhobene Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Sofortverzehr zurück. Parallel dazu äußern Verbände Kritik an der Bewertung der Stadt und bemängeln das vorschnelle Fazit.

Der Verband der Veranstaltungsorganisatoren hat das Bundeskartellamt über mögliche Wettbewerbsbeschränkungen und eine zunehmende Marktkonzentration im Bereich der MICE-Buchungsportale informiert. Nach Auffassung des Verbands droht in diesem zentralen Marktsegment für die deutsche Wirtschaft eine „gefährliche Ballung von Marktmacht“.