Österreich öffnet Gastronomie ab 15. Mai

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In der Corona-Krise erweitert Österreich seinen Öffnungsplan auch auf fast alle Dienstleistungen. Ab Anfang Mai dürften neben den Friseuren nun unter anderem auch Kosmetik- und Nagelstudios ihre Services wieder anbieten, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien. Ausgenommen seien Dienstleistungen im Freizeit- und Tourismusbereich. Zudem dürfen sämtliche Geschäfte wieder öffnen. «Wir gehen diesen Weg, weil wir in Österreich ganz besonders diszipliniert waren und weil die Entwicklung bei uns eine bessere ist als in anderen Ländern», sagte Kurz. In Tirol wird der Weg in Richtung Normalität mit dem Quarantäne-Ende etwa für Ischgl ab Donnerstag weiter beschritten.

Der Neustart in der Gastronomie soll nach Angaben der Regierung am 15. Mai erfolgen. Mitarbeiter der Lokale müssten dann einen Mund-Nasen-Schutz tragen, für die Zahl der Gäste gelte eine Obergrenze, sagte Kurz. Zudem müssten die Lokale spätestens um 23 Uhr schließen. Auch Gottesdienste seien ab diesem Datum unter Einhaltung von Abstandsregeln wieder möglich. Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeute das «Licht am Ende des Tunnels». Die Entwicklung sei so gut, «dass Vieles schneller möglich scheint», sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). 

Ziel sei es zudem, dass ab 15. Mai die Schulen schrittweise wieder den Unterricht aufnehmen könnten. Für Abiturienten und Lehrlinge solle die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen bereits ab dem 4. Mai beginnen. Ab wann die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ihre Dienstleistungen wieder anbieten darf, blieb offen.

In Tirol dürfen sich die Menschen in Sölden, St. Anton am Arlberg sowie dem gesamten Paznauntal inklusive Ischgl auf ein Ende der Quarantäne freuen. Landeschef Günther Platter (ÖVP) teilte in Innsbruck mit, dass diese in der Nacht zum Donnerstag aufgehoben werde. Damit steht ab Donnerstag in dem österreichischen Bundesland kein Ort mehr unter Quarantäne. Unter anderem für Ischgl, das als Keimzelle der Verbreitung des Coronavirus für Teile Europas in der Kritik steht, galt die strenge Maßnahme bereits seit dem 13. März. Ähnlich wie die Bundesregierung rief aber auch Platter weiterhin zu Vorsicht und Achtsamkeit auf, damit es nicht zu einer zweiten Infektionswelle komme.

«Es wird die gewohnte Normalität nicht geben, solang uns dieses heimtückische Virus begleitet», sagte Kogler. In welcher Weise die bis Ende April geltenden Ausgangsbeschränkungen modifiziert würden, werde demnächst entschieden, hieß es. Das Tragen des Mundschutzes habe sich jedenfalls binnen kürzester Zeit etabliert, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): «Das hat so schnell gegriffen, dass man wirklich begeistert sein muss.»

Ein Zurück zur gewohnten Reisefreiheit sei bisher nicht absehbar, meinte Kurz. Denkbar seien aber Vereinbarungen mit Nachbarländern mit ähnlich günstigen Corona-Zahlen wie Deutschland und Tschechien. Generell rate er den Österreichern aber, einen Heimaturlaub einzuplanen. «Ich werde meinen Urlaub in Österreich verbringen und kann nur vielen Österreicherinnen und Österreichern auch empfehlen, Selbiges zu tun.»

In Österreich sind zuletzt weniger als 100 Menschen pro Tag mit dem Coronavirus infiziert worden. Im internationalen Vergleich sei die Entwicklung sehr günstig, sagte Anschober. Der Fahrplan steht weiter unter dem Vorbehalt, dass sich die Corona-Lage nicht verschlechtert.  Für eine Notbremse sehe er aber aktuell keinen Grund, so Kurz. 

(dpa)


 

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