Sternekoch Müller: Tönnies bringe «Gedankengut vieler» an Oberfläche

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Sternekoch Nelson Müller (40) findet die Äußerungen des Fleischunternehmers und Schalke-Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies über Afrikaner entlarvend. «Ich finde es gut, dass diese Aussagen gefallen sind.» Dadurch komme «das Gedankengut vieler» an die Oberfläche, teilte Müller der Deutschen Presse-Agentur dpa in einer Stellungnahme mit.

«Wir haben ja ein Grundgesetz. Mit solchen Aussagen wird immer wieder bewiesen, dass viele es einfach nicht verstanden haben. Will sagen: Die Leute brauchen scheinbar mehr Wissen und vielleicht braucht Herr Tönnies ja eine Weiterbildung.» Jemand wie er, der auf der privilegierten Seite des Lebens stehe, könne dadurch nur profitieren «und mit dem neuen Wissen viel bewegen», so Müller weiter.

Nelson Müller betreibt in Essen zwei Restaurants. Als Koch tritt er auch häufig im Fernsehen auf. Der Starkoch bezeichnet sich selbst als «Stuttgarter Junge mit ghanaischen Wurzeln».

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert.

Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren», hatte Tönnies gesagt. Tönnies hat sich danach für seine Worte «bei den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04» entschuldigt. Im Einvernehmen mit dem Ehrenrat des Vereins will er sein Amt nun für drei Monate ruhen lassen.


 

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