Digitale Kompetenzen sind größte Weiterbildungsbaustelle

| Technologie Technologie

Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland sieht einen hohen Bedarf an Weiterbildungen für digitale Anwendungskompetenzen. Laut der TÜV Weiterbildungsstudie 2026, für die das Institut Forsa500 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragte, geben 56 Prozent der Betriebe an, dass ein großer oder sehr großer Bedarf an Qualifizierungen in diesem Bereich bestehe. Dies betreffe insbesondere digitale Grundkenntnisse sowie die Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

Große Unternehmen mit hohem Qualifizierungsbedarf

Der Weiterbildungsbedarf nehme mit der Unternehmensgröße zu. Bei Großbetrieben ab 250 Beschäftigten verzeichne der TÜV-Verband einen Anteil von 74 Prozent, der entsprechenden Qualifizierungsbedarf melde. Bei Unternehmen mittlerer Größe mit 50 bis 249 Beschäftigten liege der Wert bei 55 Prozent, während kleine Betriebe mit 20 bis 49 Mitarbeitenden zu 54 Prozent einen Bedarf auswiesen. Branchenübergreifend stehe der Handel mit 63 Prozent an der Spitze, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung mit 59 Prozent und dem Dienstleistungssektor mit 54 Prozent.
 

Digitalkompetenzen gewinnen an Bedeutung

Neben den Anwendungskompetenzen sei auch das Interesse an spezialisiertem Wissen, etwa in den Bereichen IT-Sicherheit, Datenanalyse oder KI-Entwicklung, gestiegen. Hier registriere der TÜV-Verband bei 46 Prozent der befragten Unternehmen einen hohen bis sehr hohen Weiterbildungsbedarf. Auch hier zeige sich bei großen Unternehmen mit 61 Prozent ein überdurchschnittliches Interesse. In der Industrie liege dieser Wert bei 44 Prozent, während der Bereich Energie, Bau und Verkehr mit 38 Prozent den geringsten Bedarf an vertieften Digitalkompetenzen angebe.

Rahmenbedingungen verbessern

Der TÜV-Verband fordert angesichts der Ergebnisse eine verstärkte Initiative zur digitalen Bildung in den Betrieben. Unternehmen sollten laut Dr. Patrick Gilroy, Referent für Künstliche Intelligenz und Bildung, Kompetenzbedarfe strategisch analysieren und ausreichende Ressourcen bereitstellen. Gleichzeitig verweise der Verband darauf, dass die Politik die Förderangebote für kleine und mittlere Unternehmen transparenter gestalten sowie bürokratische Hürden abbauen müsse. Um diese Herausforderungen zu erörtern, veranstaltet der TÜV-Verband am 26. Juni 2026 in Berlin den TÜV Talk, bei dem Vertreter aus Politik und Wirtschaft über Lösungsansätze diskutieren.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Anzeige

PMS, Restaurantkasse, Revenue, Housekeeping, Events: In vielen Hotels läuft alles nebeneinander statt zusammen. Das bremst Entscheidungen, erschwert den Einsatz von KI und kostet jeden Tag Geld. Vernetzte Hospitality-Plattformen sind daher das Zukunftsmodell. Dieser Beitrag zeigt warum, und mit welchen Quick Wins Häuser jetzt aus der Insel-Logik aussteigen.

Eine Untersuchung der Organisation Which? zeigt, dass KI-Zusammenfassungen auf Tripadvisor negative Gästerückmeldungen verharmlosen oder sicherheitsrelevante Warnungen ausblenden. Verbraucherschützer raten zur Vorsicht.

Der Hotelsoftware-Anbieter Mews trennt sich von Mitarbeitern und richtet seine Organisation stärker auf künstliche Intelligenz aus. Richard Valtr und Matthijs Welle betonen zugleich die starke Geschäftslage des Unternehmens.

KI-Bilder, Chatbots oder automatisch erstellte Texte: Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des EU AI Act. Wann Hotels und Restaurants Inhalte kennzeichnen müssen – und wann nicht.

Warum sind manche Google-Apps auf Android-Handys Standard? Der Tech-Gigant muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission akzeptieren.

Anzeige

Fragmentierte IT-Systeme kosten Hotels in der DACH-Region jährlich bis zu 51 Arbeitstage pro Mitarbeiter:in und bis zu 21 Prozent ihrer Betriebskosten. Der Prozess dorthin ist unbewusst und schleichend. Es gibt jedoch sechs Warnsignale, die zeigen, ob ein Haus an veralteten Lösungen festhält und: Quick Wins für einen schlanken Veränderungsprozess.

Das Berliner Hoteltechnologie-Unternehmen Smart Host erhält eine Wachstumsfinanzierung von Riverside Acceleration Capital. Die Mittel sollen in den Ausbau der Plattform, die DACH-Region und die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

Microsoft beobachtet seit April 2026 eine gezielte Cyberangriffskampagne gegen Hotels in Europa und Asien. Die Angreifer nutzen täuschend echte Phishing-Mails und installieren nach dem Öffnen vermeintlicher Bilddateien eine dauerhaft aktive Schadsoftware.

Ab August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des AI Act. Was bedeutet das für Hotels, Restaurants und touristische Unternehmen? Ein Praxis-Check zeigt, welche KI-Inhalte gekennzeichnet werden müssen – und welche nicht.

Pressemitteilung

Otherwander Soho hat sich für Apaleo als ihr PMS entschieden. Das neu eröffnete Pod-Hotel mit 566 Pods im Herzen Londons setzt auf die offene Plattform für eine vollständig digitale Gästereise und einen konsequent schlanken Betrieb.