KI-Einsatz in der deutschen Wirtschaft verdoppelt sich

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hat sich in der deutschen Wirtschaft innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass bereits 36 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern KI nutzen, im Vergleich zu 20 Prozent im Vorjahr. Fast die Hälfte (47 Prozent) plant oder diskutiert den Einsatz der Technologie. Nur noch 17 Prozent der Unternehmen sehen KI als irrelevant an, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 41 Prozent des Vorjahres.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst kommentierte die Ergebnisse: „Künstliche Intelligenz hat den Durchbruch in der deutschen Wirtschaft geschafft. Die Unternehmen haben nicht nur die Möglichkeiten von KI erkannt, sie setzen KI ein und investieren. Das ist eine gute Nachricht für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.“

Dominierende Chancen-Perspektive und Investitionsbereitschaft

Die Umfrage verdeutlicht eine wachsende Überzeugung von der Relevanz der Technologie. Acht von zehn Unternehmen (81 Prozent) sind sicher, dass KI die wichtigste Zukunftstechnologie ist, während nur noch 17 Prozent sie als vorübergehenden Hype betrachten. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent glaubt, dass Unternehmen, die KI nicht nutzen, zukünftig keine Chance mehr haben. Für 83 Prozent der Unternehmen stellt KI eine Chance dar.

Die Investitionsbereitschaft steigt ebenfalls: Insgesamt 29 Prozent der Unternehmen, die bereits KI nutzen oder den Einsatz planen, wollen ihre Investitionen in diesem Jahr erhöhen. Die meisten Unternehmen (60 Prozent) halten ihre Investitionen stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Wintergerst betonte, dass der Einstieg in KI so günstig wie nie sei, leistungsfähige, speziell zugeschnittene Lösungen jedoch nicht kostenlos verfügbar sind.
 

Anwendungsbereiche und Hürden

Der Einsatz von KI findet in deutschen Unternehmen hauptsächlich im Kundenkontakt (88 Prozent) sowie in Marketing und Kommunikation (57 Prozent) statt. Andere Bereiche wie Forschung und Entwicklung (21 Prozent) oder Produktion (20 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. Der Großteil der Unternehmen nutzt KI bisher punktuell: 24 Prozent setzen nur eine einzige Anwendung ein.

Als größte Hürden für den KI-Einsatz wurden rechtliche Unsicherheiten (53 Prozent), fehlendes technisches Know-how (53 Prozent) und unzureichende personelle Ressourcen (51 Prozent) genannt.

AI Act und Herkunft der Anbieter

Eine breite Mehrheit von 88 Prozent der Unternehmen legt Wert auf das Herkunftsland des KI-Anbieters. 93 Prozent bevorzugen Anbieter aus Deutschland. Anbieter aus den USA (51 Prozent), Japan (43 Prozent) und EU-Ländern (40 Prozent) folgen auf den Plätzen. Russland wird von keinem Unternehmen in Betracht gezogen.

Hinsichtlich des EU AI Acts sieht eine Mehrheit von 56 Prozent mehr Nachteile als Vorteile für deutsche Unternehmen. 93 Prozent der Unternehmen, die von der Regulierung betroffen sind, erwarten einen hohen Aufwand. Wintergerst fordert hier schnelle Klarheit und eine Verschiebung der Umsetzungsfristen für Hochrisiko-Anwendungen, um eine „Innovationsvollbremsung“ zu verhindern.


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