US-Reisende nutzen verstärkt künstliche Intelligenz bei der Reiseplanung

| Technologie Technologie

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) hat sich im Zeitraum von Anfang 2025 bis März 2026 bei US-Reisenden signifikant erhöht. Laut einem aktuellen Forschungsbericht von Phocuswright stieg der Anteil der aktiven Reisenden, die KI-Werkzeuge in verschiedenen Phasen ihrer Reise nutzen, innerhalb eines Jahres von 33 Prozent auf 56 Prozent. Damit verwendet mittlerweile mehr als die Hälfte dieser Zielgruppe entsprechende Technologien für die Suche, Entscheidung oder Buchung.

Rasante Entwicklung des Nutzerverhaltens

Nach Angaben von Phocuswright markiert dieser Anstieg eine der schnellsten Verhaltensänderungen in der Reisebranche innerhalb des letzten Jahrzehnts. Die künstliche Intelligenz hat sich demnach von einer experimentellen Anwendung zu einem festen Bestandteil der Reisevorbereitung und der Erlebnisse während der Reise entwickelt. Während klassische Suchmaschinen und die Webseiten der Direktanbieter weiterhin eine Rolle spielen, etabliert sich die KI laut Bericht als zentrale Ebene bei der Entdeckung von Reisezielen.

Die statistische Auswertung zeigt, dass die Akzeptanz der Technologie nicht auf jüngere Altersgruppen beschränkt ist. In allen untersuchten Altersklassen wurde ein zweistelliges Wachstum verzeichnet. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die KI-Nutzung in der Breite der Gesellschaft angekommen ist und die herkömmlichen Methoden der Informationsbeschaffung zunehmend ergänzt oder teilweise ersetzt.

Veränderung der Suchgewohnheiten und Buchungswege

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass KI-Plattformen bei der Recherche mittlerweile eine ähnliche Bedeutung einnehmen wie traditionelle Suchmaschinen. Dennoch bleibt der Buchungsprozess oft ein hybrider Vorgang. Viele Reisende nutzen zwar KI-gestützte Werkzeuge für die Planung, wechseln für den tatsächlichen Buchungsabschluss jedoch weiterhin auf die Internetseiten der jeweiligen Dienstleister. Dies unterstreicht, dass direkte Vertriebskanäle im Buchungsverlauf ihre Relevanz behalten.

Die Integration der Technologie beschränkt sich laut der Studie nicht mehr nur auf isolierte Anwendungen. Vielmehr wird künstliche Intelligenz zunehmend direkt in bestehende Plattformen und Reisedienste eingebettet. Die Analysten gehen davon aus, dass sich die nächste Phase der Entwicklung verstärkt auf die kontextbezogene Unterstützung während der Reise konzentrieren wird, anstatt lediglich die Phase vor dem Reiseantritt zu bedienen.

Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung

Für die kommenden Jahre wird eine Fortsetzung dieses Trends prognostiziert. Mehr als die Hälfte der befragten Reisenden gab an, die Nutzung von KI-Anwendungen künftig weiter steigern zu wollen. Dies deutet laut den Marktforschern auf eine langfristige Auswirkung auf das Reiseverhalten und die gesamte Struktur der Branche hin. Die Technologie wird somit als dauerhafter Faktor in der Interaktion zwischen Reisenden und Anbietern eingestuft.

In regionaler Hinsicht zeigen sich bei der Nutzung von digitalen Hilfsmitteln oft deutliche Unterschiede, wobei der US-Markt im Bereich der KI-Adaption derzeit eine Vorreiterrolle einnimmt. Weltweit beobachten Experten, dass die Akzeptanz von automatisierten Systemen stark von der technologischen Infrastruktur und dem digitalen Reifegrad der jeweiligen Quellmärkte abhängt. Während in Nordamerika die Prozessoptimierung im Vordergrund steht, gewinnt das Thema in Europa vor allem im Kontext der personalisierten Kundenansprache an Bedeutung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google hat das Agent Payments Protocol (AP2) angekündigt, ein offenes Protokoll, das KI-Agenten in die Lage versetzen soll, selbstständig Zahlungen abzuwickeln. Dieses System, das mit über 60 Partnern aus der Finanz- und Handelsbranche entwickelt wird, könnte die Art und Weise, wie Buchungen und Transaktionen in der Hotellerie und Gastronomie ablaufen, grundlegend verändern.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich in der deutschen Wirtschaft innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass bereits 36 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern KI nutzen.

Booking Holdings, der Mutterkonzern von Booking.com, setzt verstärkt auf sogenannte Agentic AI, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Das Ziel: eine KI, die nicht nur Fragen beantwortet, sondern eigenständig die gesamte Reise organisiert – inklusive automatischer Updates bei Verspätungen.

Intelligente Beleuchtung, sprachgesteuerte Assistenten und sogar Roboter-Butler – die Hotellerie setzt verstärkt auf Technologie, um den Aufenthalt für Gäste komfortabler zu gestalten. Doch eine neue Studie enthüllt: Viele Reisende sind von den smarten Funktionen überfordert.

Kundenzufriedenheit ist längst mehr als eine hübsche Kennzahl im Reporting. Sie ist das Rückgrat jedes erfolgreichen Unternehmens. Wenn Menschen begeistert sind von einem Service oder Produkt, dann erzählen sie auch im Freundeskreis davon.

Marriott International treibt eine mehrjährige digitale und technologische Transformation voran. Dabei stehen auch die Entwicklung und der Einsatz von KI-Agenten im Fokus, um repetitive Aufgaben zu automatisieren und die Mitarbeiter zu entlasten.

Das Alpbachtal in Tirol startet ein Pilotprojekt, bei dem in 24 Beherbergungsbetrieben digitale Sprachassistenten eingesetzt werden. Mit dem Projekt „Alpbachtal Voice Concierge“ soll die Gästebetreuung durch die Automatisierung von Routineanfragen optimiert werden.

Die Circus SE, ein spezialisiertes Unternehmen für KI-Software und Robotik, kooperiert zukünftig mit dem Facility-Services-Anbieter Secura. Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, die autonom arbeitenden Ernährungssysteme von Circus bei weiteren Großkunden von Secura zu etablieren - dazu zählen unter anderem Shell, General Electric, Thyssenkrupp und Audi.

Eine neue Studie enthüllt, welche Plattformen bei Firmen wirklich punkten. Während eine alte Bekannte an der Spitze steht, verliert ein anderer Social-Media-Riese deutlich an Boden.

Deutschland hat sich bei der Digitalisierung im EU-Vergleich wieder etwas verbessert und belegt nun unter den 27 Mitgliedstaaten den 14. Platz. Im Vorjahr lag Deutschland noch auf Rang 16, hatte in den Jahren 2021 bis 2023 aber auch schon bessere Werte erzielt.