Wie KI bei der Nordsee-Reise hilft

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Wer noch unschlüssig bei der Planung des nächsten Nordsee-Urlaubs ist, kann sich Inspiration von Künstlicher Intelligenz (KI) holen. «KI kann Urlauberinnen und Urlaubern an vielen Stellen helfen», meint Ann Kathrin Kleist vom Digitalzentrum Tourismus. «Bei der Inspiration für das Reiseziel, der Suche nach Unterkünften, beim Buchen von Freizeitaktivitäten oder auch vor Ort während des Urlaubs.» 

Künstliche Intelligenz ist auch Thema bei der Norddeutschen Tourismuskonferenz in Bremerhaven: Dort beraten Expertinnen und Experten, wie die Küstenregion von der Technik profitieren kann. Wie Urlauber Künstliche Intelligenz jetzt schon einsetzen können:

Wie KI bei der Suche nach Reisezielen helfen kann

Schon bei der Suche nach Reisezielen liefert Künstliche Intelligenz Ideen. «KI kann gute Reiseziele empfehlen», sagt Enno Schmoll, der zu Tourismusentwicklung an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven forscht. Dafür werte KI unter anderem Webseiten von verschiedenen Orten aus und greife auf Wetterdaten zurück.

Je konkreter Touristen ihre Vorstellungen für den nächsten Nordsee-Urlaub angeben, desto besser seien meistens die Vorschläge. Künstliche Intelligenz könne etwa binnen weniger Sekunden Ziele für Reisen mit Kindern oder barrierefreie Orte an der Küste heraussuchen, erklärt der Tourismusforscher. Hilfreich sei KI insbesondere für Gäste, die noch nie zuvor an der Nordsee Urlaub gemacht haben und die Sprache nicht sprechen.

Erste Experimente bei der Buchung von Unterkünften

Steht das Reiseziel erst einmal fest, kann Künstliche Intelligenz verschiedene Unterkünfte heraussuchen. Einige Hotels experimentieren bereits mit Chatbots, also KI-gestützten Assistenten auf ihren Webseiten. Etwa der Ferienanbieter Upstalsboom: Auf der Seite des Hotels in Wyk auf Föhr begrüßt Chatbot Fiete Interessierte, auf der Seite des Hotels auf Langeoog bietet Chatbot Tom seine Hilfe an - bei der Buchung eines Zimmers, bei Fragen zur Fähre oder wenn Gäste wissen wollen, wie viel eine Übernachtung mit Hund kostet.

Wer Fragen rund ums Camping im Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel hat, bekommt von Künstlicher Intelligenz Antworten zu den Preisen für einen Stellplatz und zum Zugang zum Freibad.

Doch der letzte Schritt fehlt: Wer eine Übernachtung buchen will, muss sich selbst darum kümmern. Noch sei Künstliche Intelligenz hierzulande nicht in der Lage, die Unterkunft zu kontaktieren, einen Preis auszuhandeln und die Buchung abzuschließen. «Da sind wir noch lange nicht», sagt Enno Schmoll von der Jade Hochschule.

Urlaubern müsse auch bewusst sein, dass längst nicht alle Unterkünfte durch Künstliche Intelligenz erfasst werden. Nach Angaben der Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) sind momentan nur knapp mehr als die Hälfte der Betriebe in der Region digital buchbar. 

Welche Tipps KI für die Reise geben kann

Tourismusexperte Enno Schmoll rät Reisenden, sich vor der Abfahrt eine Packliste erstellen zu lassen. Künstliche Intelligenz könne dabei besondere Bedingungen vor Ort - etwa kalten Wind an der Küste - berücksichtigen. 

Auch vor Ort kann KI Urlaubern helfen. Einige Tourismusregionen wie das Wangerland erfassen etwa Bewegungen, wie der Professor berichtet. So können Gäste mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zum Beispiel herausfinden, wie voll es gerade am Strand ist. 

Auf der Seite des Nordseebads Dangast informiert ein Chatbot bei Fragen rund um Wattwanderungen, auf der Seite der Insel Wangerooge hilft ein Chatbot bei der Suche nach einem Strandkorb und nach der Touristeninfo. Ein weiteres Beispiel ist die Juistpost: Gäste können sich per Newsletter oder online über Gezeiten, Veranstaltungen und Fotospots informieren - mehrmals täglich aktualisiert mit Künstlicher Intelligenz.

Auch die Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) setzt auf KI: Ein Chatbot spuckt unter anderem Veranstaltungstipps in der Nordseeregion aus und informiert über die besten Aktivitäten mit Kindern. Wer mehr über die Menschen in der Region hören will, kann dem Podcast «53Grad-Nordlichter» lauschen: «Ich bin der Fiete und ich identifiziere mich als Robbe, bin aber eigentlich eine KI-generierte Stimme», heißt es gleich zu Beginn der ersten Folge. In dem Podcast interviewt die KI-Robbe Einheimische und stellt unter anderem die Sportart Boßeln vor.

Worauf Urlauber bei der Urlaubsplanung mit KI achten sollten

Reisende sollten sich jedoch nicht ausschließlich auf Künstliche Intelligenz verlassen, betont Tourismusforscher Schmoll. «KI eine gute Einstiegsmöglichkeit, um sich begleiten und beraten zu lassen. Das ersetzt aber das Reisebüro nicht.» Schmoll empfiehlt, Informationen zu Preisen, Öffnungs- oder Fährzeiten sicherheitshalber zu überprüfen. Daten könnten unvollständig oder veraltet sein. «Also man sollte sich sicherlich nicht blind darauf verlassen.» 

Das Digitalzentrum Tourismus rät außerdem zur Vorsicht bei der Eingabe von persönlichen Informationen. Chatbots könnten Daten etwa zu Trainingszwecken weiterleiten. (dpa)


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