40 Jahre Nationalpark Wattenmeer: Ostfriesische Inseln bleiben Partner

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Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert 2026 sein 40-jähriges Jubiläum. Mittendrin in diesem so wichtigen Lebensraum liegen die sieben Ostfriesischen Inseln. Frisch rezertifiziert als Partner der Nationalparkverwaltung sind sie zusammen mit den nur tierisch bewohnten Inseln wie Memmert und der Kachelotplate Heimat tausender Tier- und Pflanzenarten. 

Ostfriesische Inseln GmbH: Rezertifizierung der Nationalpark-Partnerschaft 

Seit 2018 gehören die Ostfriesischen Inseln zum Partner-Netzwerk des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer. Diese Partnerschaft zwischen der Nationalparkverwaltung und der Ostfriesische Inseln GmbH wurde jetzt bis zum 31. Dezember 2028 rezertifiziert. 

Ziel dieser Partnerschaft ist es, naturverträglichen Tourismus gemeinsam zu entwickeln und zu gestalten: Natur- und Artenschutz gehören genauso zu den Aufgaben wie nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltiger Tourismus. Alle teilnehmenden Partner-Betriebe bekennen sich zu ihrer Verantwortung für die ökologisch sensiblen Lebens- und Naturräume im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Das Motto des Nationalparks: „Natur Natur sein lassen“

Mit einer Fläche von rund 3.450 Quadratkilometern ist das Niedersächsische Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark, außerdem ist er UNESCO-Biosphärenreservat und seit 2009 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Im Nationalpark gilt das Prinzip „Natur Natur sein lassen.“ Die sensiblen Lebensräume und Arten sollen ungestört bleiben. Dafür engagiert sich die Nationalparkverwaltung mit ihren Rangern und Partnern und lädt jeden dazu ein, das Wattenmeer bei einem Besuch hautnah zu erleben – gut informiert und mit Rücksicht.

Seltene und neue Tier-Pflanzenarten

Wie bunt und vielfältig das Treiben im Wattenmeer ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Mehr als 10.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten wurden bisher im Niedersächsischen Wattenmeer gefunden. Zum Vergleich: Auf den Ostfriesischen Inseln, die ein Hotspot der Biologischen Vielfalt sind, leben „nur“ 17.000 Menschen. Schätzungsweise 12 Millionen Zugvögel (rund 400 Arten) machen auch auf ihrem Weg zu den Überwinterungs- bzw. Brutgebieten hier Station. Trotz der Veränderungen durch den Klimawandel wurden in den letzten Jahrzehnten 124 Fischarten in teilweise noch großen Mengen angetroffen. 

Spannend: Es kommen auch immer wieder neue Arten hinzu – wie die eingewanderte Elfzähnige Rundkrabbe oder die Gestrichelte Buckelschnecke. In der Pflanzenwelt gibt es ebenfalls Neuankömmlinge, wie die Strand-Wolfsmilch, aber auch Wiederfunde. Das Sumpf-Glanzkraut aus der Familie der Orchideen beispielsweise wurde aktuell auf Borkum und Langeoog nachgewiesen. Dabei gab es den letzten Fund auf Langeoog vor 1950. Alles lebendige Beispiele dafür, wie veränderlich der Lebensraum Wattenmeer und wie wichtig es ist, der Natur ihren Lauf zu lassen.

Kachelotplate betreten Menschen an nur einem Tag im Jahr 

Kaum ein Ort zeigt die Wirkung des Nationalpark-Mottos „Natur Natur sein lassen“ so spektakulär, wie die Kachelotplate vor Juist. Hier, auf dem ungestörten Hochsand, haben sich vor 20 Jahren – nach 150 Jahren Abwesenheit – Kegelrobben niedergelassen und ihre einzige Wurfkolonie im niedersächsischen Wattenmeer gegründet. Ein Grund dafür ist die fast vollständige Abwesenheit des Menschen. Nur an einem Tag im Jahr, für wenige Stunden, betreten Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung die Kachelotplate. 

Die rund 200 Jahre alte Sandbank verändert sich stetig, seit den 1960er Jahren wandert sie gemütlich Richtung Südosten auf Memmert zu. Ihre aktuelle Fläche liegt bei rund 50 Hektar. Neben den Kegelrobben, die hier ein sicheres Refugium gefunden haben, siedelten sich hier auch Lach- und Trauerseeschwalben, Trottellummen oder Eissturmvögel an. Genauso Pflanzen wie Strandflieder, Strandaster und Andelgras.

Flora und Fauna erleben

Wer den Reichtum der Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer selbst erleben möchte, hat auf den sieben Ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge jede Menge Möglichkeiten dazu. Das Highlight sind die 18. Zugvogeltage, die vom 10. bis 18. Oktober 2026 stattfinden. Dann gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen – von geführten Beobachtungen bis zum Zähl-Wettbewerb Aviathlon. Ansonsten werden auf allen Inseln Wattwanderungen angeboten, wie geführte Touren mit den Nationalpark-Rangern. Außerdem bieten die Reedereien Schiffsfahrten zu den Seehundbänken an. 


 

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