Alpenvereine starten Aufklärungskampagne gegen Bettwanzen auf Hütten

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Alpenvereine starten gemeinsame Kampagne gegen Bettwanzen auf Hütten

Der Deutsche Alpenverein (DAV), der Österreichische Alpenverein und die Alpenvereine in Südtirol starten eine gemeinsame Kampagne gegen die Verbreitung von Bettwanzen auf Berghütten. Gäste sollen mit einfachen Maßnahmen verhindern, dass die Parasiten über Rucksäcke, Kleidung oder Ausrüstung von Unterkunft zu Unterkunft weitergetragen werden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den DAV berichtet, seien allein beim Deutschen Alpenverein jährlich fünf bis 20 Hütten betroffen. Das entspreche rund fünf Prozent aller Hütten. Der DAV spreche zudem von einer steigenden Tendenz, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal.

Der Österreichische Alpenverein meldete für das vergangene Jahr fünf Verdachtsfälle bei insgesamt 223 Hütten. Die gemeinsame Informationsoffensive setzt nach Angaben des Vereins auf Aufklärung und die Zusammenarbeit mit Gästen und Hüttenwirten.

Bauweise vieler Berghütten erleichtert Bettwanzen geeignete Rückzugsorte

Berghütten böten Bettwanzen nach Darstellung des DAV teilweise günstige Bedingungen. „Holz, verwinkelte Räume und schwer zugängliche Bereiche schaffen ideale Rückzugsorte“, zitiert dpa/tmn den Verein.

Die ein bis acht Millimeter großen Insekten könnten nach Angaben des Österreichischen Alpenvereins über Gepäck, Kleidung oder Ausrüstung von Hütte zu Hütte gelangen. Ein Befall sei dabei nicht vom Hygienestandard einer Unterkunft abhängig. Bettwanzen übertrügen keine Krankheitserreger, ihre Bisse könnten jedoch Juckreiz sowie rote Quaddeln oder Blasen auslösen.

Die Hüttenbetreiber gingen nach Angaben des DAV mit Kontrollen und baulichen Maßnahmen gegen eine Ausbreitung vor. Zugleich seien die Gäste gefordert, weil die Tiere unbemerkt in Rucksäcken oder Kleidung weitertransportiert werden könnten.

Gäste sollen Rucksäcke verschließen und Abstand zu Betten halten

Der DAV empfiehlt nach dem Bericht von dpa/tmn, Gepäck und Kleidung möglichst in verschließbaren Beuteln aufzubewahren. Spezielle Schutzbeutel würden empfohlen und seien in einigen Hütten vorgeschrieben. Notfalls könnten auch verschließbare Müllsäcke verwendet werden. Rucksäcke sollten nicht auf Betten oder in deren Nähe gelagert werden.

Auch der Österreichische Alpenverein rät zu fest verschließbaren Beuteln für Rucksäcke innerhalb der Hütte. Getragene Wäsche solle ebenfalls verschlossen aufbewahrt werden. Der Rucksack solle gut geschlossen und in größtmöglicher Entfernung zum Schlafplatz abgestellt werden.

Vor und nach einer Tour empfiehlt der DAV laut dpa/tmn, das Gepäck etwa durch Ausschütten in der Dusche auf einen möglichen Befall zu kontrollieren. Der Österreichische Alpenverein nennt ebenfalls die Kontrolle in Badewanne oder Dusche.

Bei der Behandlung von Kleidung unterscheiden sich die veröffentlichten Empfehlungen: Der DAV rät laut dpa/tmn zu einer Wäsche bei mindestens 60 Grad Celsius. Der Österreichische Alpenverein nennt mindestens 40 Grad Celsius oder alternativ ein dreitägiges Einfrieren bei minus 18 Grad Celsius.

Verdächtige Spuren sollen Gäste dem Hüttenteam sofort melden

Als mögliche Hinweise auf einen Befall nennen die Alpenvereine sichtbare Bettwanzen, Häutungsreste, kleine schwarze Kotspuren und winzige Blutflecken auf Bettwäsche oder Schlafsäcken. Auch mehrere nebeneinanderliegende, juckende Bisse könnten einen Verdacht begründen. Beobachtungen sollten dem Hüttenpersonal gemeldet werden.

„Wir sind davon überzeugt, dass ein bewusster Umgang mit dem Thema wesentlich dazu beiträgt, Gäste zu sensibilisieren und Hütten besser zu schützen. Wegschauen ist beim Thema Bettwanzen keine Lösung“, erklärt Carolin Scharfenstein von der Abteilung Hütten und Wege im Österreichischen Alpenverein.

Zugleich wendet sich der Verein gegen eine öffentliche Stigmatisierung einzelner Unterkünfte. „Was wir jedoch nicht für zielführend halten, ist, einzelne betroffene Hütten an den Pranger zu stellen. Ein Befall kann grundsätzlich jeden Beherbergungsbetrieb treffen“, ergänzt Scharfenstein.

Alpenvereine schulen Hüttenwirte und verteilen neue Informationsmaterialien

Die Kampagne umfasst nach Angaben des Österreichischen Alpenvereins neue Faltblätter, Aushänge und Beiträge in Vereinsmedien. Hüttenwirte sollen zudem mit Online-Vorträgen und einem eigenen Ratgeber unterstützt werden.

Bestehe ein erster Verdacht auf Bettwanzen, würden Maßnahmen wie eine professionelle Bekämpfung, die Information der Hüttengäste und eine weitere Überwachung eingeleitet. Auch speziell ausgebildete Wanzenspürhunde könnten bei der Suche nach den Insekten eingesetzt werden.

Informationsseite: www.alpenverein.at/bettwanzen

Flyer „Bettwanzen wandern mit!“:Online-Version

Podcast „Die Rückkehr der Bettwanze“: alpenverein.at/basecamp

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