Auswärtige Gäste suchen zu Pfingsten Platz in Niedersachsen

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Nach der Öffnung des Tourismus in Niedersachsen bemühen sich viele Gäste aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Berlin noch um eine Unterkunft für Pfingsten. Einen Tag, nachdem ein Gericht die Beschränkung auf niedersächsische Landeskinder gekippt hatte, zogen am Mittwoch auswärtige Buchungen an. Die Branche an der Küste, in Heide und Harz hatte zwar auf die Öffnung zum kommenden langen Wochenende gehofft. Sie berichtete aber auch von Problemen mit der kurzfristigen Regeländerung.

Auf Borkum gingen bei der Tourismus-Zentrale viele Anrufe oder Mails ein. «Es besteht Nachfrage für Pfingsten und die Zeit danach», sagte die für Marketing zuständige Daniela Kastrau. Die Anfragen kämen aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus südlicheren Bundesländern. Ein Problem sei, dass die ursprünglichen Buchungen vieler Gäste aus anderen Bundesländern abgesagt worden seien. Einige fragten wieder an, andere hätten sich zu Pfingsten einen anderen Urlaubsort gesucht.

«Wir waren ausgebucht, mussten aber absagen. Die Gäste haben sich umorientiert», sagte auch Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Er rechnete deshalb nicht damit, dass die zugelassenen 60 Prozent Bettenkapazität in der Heide über Pfingsten ausgeschöpft werden. Das sei nur für die Campingplätze zu erwarten.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte am Dienstag die Regel gekippt, dass in den touristischen Unterkünften vorerst nur Gäste aus Niedersachsen übernachten dürfen. Die Beschränkung der Kapazität und die Testpflicht der Gäste seien als Schutzmaßnahmen gegen weitere Corona-Infektionen ausreichend, befanden die Richter.

Im Harz sei die Buchungslage ähnlich wie im vergangenen Jahr, aber nicht so gut wie in den Jahren vor Corona, sagte eine Vertreterin des Harzer Tourismusverbandes in Goslar. «Wir haben noch Platz.» Die Gäste hätten auch sehr viele Fragen. «Die Testerei ist tatsächlich eine Hemmschwelle.» Auch sie erwartete viel Betrieb auf den Campingplätzen des Mittelgebirges.

Auf den niedersächsischen Bauernhöfen mit Ferienwohnungen sorgte die kurzfristige Öffnung nicht nur für Freude. Viele Höfe müssten jetzt Stammgäste enttäuschen, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes LandTouristik Niedersachsen, Vivien Ortmann, in Oldenburg.

Sie hätten Gästen aus anderen Bundesländern wegen der sogenannten Landeskinder-Regelung zunächst abgesagt und freie Betten an Gäste aus Niedersachsen vermietet. Nun wollten viele Gäste aus anderen Ländern ihren Urlaub wie ursprünglich geplant verbringen - was aber nicht mehr möglich ist. «Das ist ein ziemliches Durcheinander und es herrscht Unmut – bei den auswärtigen Gästen, aber auch bei den Gastgebern», sagte Ortmann. Grundsätzlich seien die Höfe aber froh, dass die Landeskinder-Regelung nicht mehr gilt.

Auch in Friesland war die Nachfrage zu spüren. «Das Interesse ist groß, unsere Telefone glühen», sagte die Marketing-Leiterin der Wangerland Touristik GmbH, Larissa Strangmann. Trotz der gedeckelten Belegungskapazität von 60 Prozent gebe es aber noch Plätze. Urlauber aus anderen Bundesländern, die ihre Pfingst-Reisen bereits storniert hatten, sollten ihre Anbieter oder den Tourismusservice nach freien Unterkünften fragen. Auf den Camping- und Wohnmobilstellplätzen im Wangerland gebe es nur noch einzelne freie Plätze.

Eine ähnliche Nachfrage meldet auch die Halbinsel Butjadingen zwischen Jadebusen und Weser: «Allein bei den Online-Buchungen ist über Nacht schon ordentlich etwas passiert», sagte Patrik Poelmeyer vom Tourismus-Service Butjadingen. Für Kurzentschlossene gebe es über Pfingsten noch freie Kapazitäten. (dpa)


 

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