Benimmregeln am Ballermann – Gastronomen gegen Sauftourismus

| Tourismus Tourismus

Die Reaktivierung des Tourismus nach zwei Pandemie-Jahren soll auf Mallorca auch am «Ballermann» in geordneten Bahnen verlaufen. Zahlreiche Gastronomen und andere Unternehmer der Partymeile der spanischen Urlaubsinsel unterzeichneten einen Verhaltenskodex, mit dem unter anderem dem «Sauftourismus» Einhalt geboten werden soll, wie der für das Nachtleben zuständige Verband Abone am Freitag mitteilte.

Zu den Unterzeichnern der Vereinbarung gehören die Betreiber von Kultlokalen der Playa wie Megapark und Bierkönig. Das Dokument listet zehn Punkte auf, die von der «Mallorca Zeitung» als «Benimmregeln» bezeichnet werden. Die Lokal-Betreiber wollen demnach nicht nur die von der Politik vorgegebenen Regeln einhalten. Sie wollen auch gegen übermäßigen Alkoholverzehr, gegen Rassismus, Gewalt und Drogenkonsum verstärkt vorgehen.

Die Diskotheken wollen im Rahmen dieses Vorhabens auch stärker miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Wer zum Beispiel in einer Kneipe Hausverbot erhält, soll nicht so einfach in die nächste Bar schlendern können. Auch soll ein direkter Draht zur Polizei eingerichtet werden, mit der man eng zusammenarbeiten will.

Die Regionalregierung der Balearen strebt bereits seit einigen Jahren einen Imagewandel an. Man will vor allem an dem bei deutschen Urlaubern beliebten «Ballermann», aber auch an der «Briten-Hochburg» Magaluf die Qualität der touristischen Angebote steigern und die sogenannten «Saufurlauber» verbannen. Das soll zwar nicht das Ende der Party auf Mallorca bedeuten. Aber das Feierpublikum soll beispielsweise nicht mehr in Badehose oder mit anstößiger Kleidung in die Diskotheken gelassen werden.

Rund um die Osterfeiertage wird der erste Besucheransturm erwartet. Party wie früher ist nach den aktuellen Corona-Regeln aber nicht erlaubt. Theoretisch muss beim Tanzen Maske getragen werden. Nur am Tisch darf gegessen und getrunken werden. Zuletzt wurden diese Maßnahmen aber nur noch lasch eingehalten.

Angesichts der hohen Impfquote und der sinkenden Corona-Zahlen ist es möglich, dass die Restriktionen bis zur Saison weiter gelockert werden. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen betrug auf den Balearen zuletzt 213. Dieser Wert liegt in Spanien landesweit bei 211. In Deutschland lag er am Freitag bei 1439.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wandern ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität in der Natur. Es bringt auch Geld in ländliche Regionen. Touristiker ersinnen daher neue Angebote rund ums Wandern - auch in extremen Varianten.

Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag von Evaneos beleuchtet das Reiseverhalten der Deutschen in den kommenden Jahren und zeigt auf, welche Aktivitäten und Kriterien die Urlaubsplanung prägen.

Fast 44 Prozent für die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bei der Landtagswahl. Schreckt das Touristen ab? Diese Stimmen kommen aus dem Harz.

Eine neue Auswertung von Fit Reisen zeigt, welche deutschen Berge auf Instagram am häufigsten geteilt werden und wo Wanderer noch Ruhe finden.

Dertour hat das Reiseverhalten für den Sommer 2026 analysiert und verzeichnet einen gestiegenen Last-Minute-Anteil sowie stabile Präferenzen bei Luxus- und All-inclusive-Reisen.

Wald, Wartburg, Weimar - das verbinden viele Touristen mit Thüringen. Doch der Tourismus im Freistaat hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur verhalten entwickelt. Wie sich das ändern soll.

Alltours verzeichnet seit fünf Jahren ein jährliches Wachstum der bis September eingegangenen Fernreisebuchungen. Als Reaktion erweitert der Veranstalter sein Programm für die Wintersaison mit neuen Hotels, Flugverbindungen und ausgebauten Rundreisen.

Eine aktuelle Auswertung zeigt die häufigsten Reisebeschwerden österreichischer Urlauber im Sommer 2026, wobei vor allem die Themen Flugreisen, Unterkünfte und Mietwagen mit Frust verbunden waren.

Wieder einmal darf sich der Europa-Park über die Auszeichnung zum «besten Freizeitpark der Welt» freuen. Dabei setzt er sich erneut gegen namhafte Konkurrenz durch.

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.