Booking.com führt erste Kennzeichnung für nachhaltiges Reisen ein

| Tourismus Tourismus

Booking.com hat die Einführung der Kennzeichnung für nachhaltiges Reisen angekündigt. Diese Kennzeichnung erhalten Unterkünfte, die eine Kombination nachhaltiger Maßnahmen umgesetzt haben, die die erforderlichen Anforderungen für das Reiseziel erfüllen. Die Initiative wurde so konzipiert, dass sie für eine breite Palette von Unterkünften – von Ferienwohnungen, Pensionen und Ferienhäusern bis hin zu Hotels, Ferienanlagen und sogar Baumhäusern – anwendbar ist und an die örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen angepasst werden kann. 

Gemeinsam mit der Travalyst Coalition, in der Booking.com Gründungspartner ist, hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, einen universellen und transparenten Maßstab für nachhaltige Unterkunftsinformationen in der gesamten Branche zu schaffen. Diese erste Version des Booking.com Travel Sustainable Badge nutzt die erste Reihe von Merkmalen, die von der Travalyst Independent Advisory Group validiert wurden. Die Kennzeichnung konzentriert sich auf die wichtigsten Praktiken, die für eine breite Auswahl an Unterkunftstypen relevant sind, sowie auf ihr hohes Wirkungspotenzial, egal ob es sich um ein Apartment in Berlin, ein Ferienhaus im Allgäu oder ein Resort an der Ostsee handelt.

Es gibt fünf Hauptbereiche: Abfall, Energie und Treibhausgase, Wasser, Unterstützung lokaler Gemeinschaften und Naturschutz. Diese Hauptbereiche werden derzeit in 32 Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterteilt, die von den Unterkünften umgesetzt werden können. Diese reichen von der Abschaffung von Pflegeprodukten aus Einweg-Plastik oder der Umstellung auf LED-Leuchten bis hin zum Betrieb mit 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen oder der Investition eines bestimmten Prozentsatzes des Gewinns in lokale Gemeinschafts- und Naturschutzprojekte.

Für jede dieser Maßnahmen hat Booking.com mit dem Nachhaltigkeitsberatungsunternehmen Sustainalize zusammengearbeitet, um eine Methodik zu entwickeln, die die relative Gewichtung dieser Maßnahmen innerhalb eines Modells bewertet. Da diese Gewichtung ausschließlich von den sozialen und/oder ökologischen Auswirkungen der Maßnahmen abhängt, dient das Modell dazu, Unterkünfte zu identifizieren, die sinnvolle Nachhaltigkeitsinitiativen ergreifen.

Die Berechnung berücksichtigt auch die Lage der Unterkunft und ihre Größe, was die Genauigkeit und Anwendbarkeit des Modells bei der großen Vielfalt der Partnerunterkünfte verbessert. All diese Berechnungen werden kombiniert, jede Maßnahme wird entsprechend gewichtet und lokale Faktoren werden berücksichtigt. Das Ergebnis ist eine Gesamtnote für die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Unterkunft.

Ziel war es zwar, ein universelles Modell zu schaffen, doch nachhaltiges Wirtschaften bedeutet auf den verschiedenen Märkten unterschiedliche Dinge. So werden beispielsweise Maßnahmen zur Wassereinsparung in einem von Dürre betroffenen Gebiet oder die Nutzung erneuerbarer Energien in einem Land, in dem diese noch nicht weit verbreitet sind, als wirksamere Maßnahmen als anderswo angesehen. Ausführlichere Informationen darüber, wie einzelne Unterkünfte auf der ganzen Welt die Kennzeichnung erhalten haben, finden sich in diesem aktualisierten Abschnitt des Handbuchs zur Nachhaltigkeit im Partner Hub von Booking.com.

Unterkünfte, die die geforderten Anforderungen erfüllen, erhalten die erste Version der Kennzeichnung für nachhaltiges Reisen, einschließlich derjenigen, die bereits über eine Vielzahl von Zertifizierungen und Kennzeichnungen verfügen, z.B. die offiziell anerkannten vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC), Green Tourism und dem Europäischen Umweltzeichen. Dieser Rahmen und die Messmethodik wurden offiziell innerhalb der Travalyst Coalition entwickelt und von der unabhängigen Travalyst-Beratergruppe gebilligt und werden in Zusammenarbeit mit dem Global Sustainable Tourism Council (GSTC) ständig weiterentwickelt. 

Laut Randy Durand, CEO von GSTC, „hat Booking.com diese Methode systematisch entwickelt, getestet und verfeinert, indem das Fachwissen vom GSTC und die weltweit anerkannten GSTC-Kriterien genutzt wurden. Das macht das so sorgfältig konzipierte Programm besonders vertrauenswürdig.“

„Der Aufbau einer wirklich nachhaltigen Reisebranche erfordert Zeit, Koordination und gemeinsame Anstrengungen, aber Fortschritte sind durch kontinuierliche Innovation, die Unterstützung von Unterkünften und die Zusammenarbeit der Branche möglich“, so Marianne Gybels, Director of Sustainability bei Booking.com. „Mit unserer Kennzeichnung für nachhaltiges Reisen und unserem Programm „Nachhaltig reisen“ erkennen wir die Nachhaltigkeitsbemühungen einer breiteren Palette von Unterkünften weltweit auf vertrauenswürdige und transparente Weise für die Reisenden an. Wir möchten die Unterkünfte nicht nur ermutigen, sich um die Kennzeichnung für nachhaltiges Reisen zu bemühen, sondern auch zeigen, dass es ein Spektrum für Nachhaltigkeit gibt und dass es sinnvoll ist, die wachsende Zahl von Unterkünften vorzustellen, die sich auf ihrem individuellen Weg zur Nachhaltigkeit in verschiedenen Phasen befinden. Die Darstellung der von ihnen angewandten Maßnahmen macht es allen leichter, eine fundierte und hoffentlich nachhaltigere Entscheidung für ihre nächste Reise zu treffen, ganz gleich, wohin sie reisen möchten. Damit inspirieren wir auch noch mehr unserer Partnerunterkünfte, den nächsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu tun.“


Zurück

Vielleicht auch interessant

Unter dem Motto „Heritage meets innovation in the Green Heart of Germany“ lädt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) vom 20. bis 23. September 2026 gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH zum Thuringia Travel Summit nach Erfurt.

Eine aktuelle Datenanalyse beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung deutscher Touristen für die Gastronomie und Hotellerie in europäischen Reisezielen im Sommer 2026.

Auf dem Tegernsee ist das erste elektrische Passagierschiff in Betrieb genommen worden. Die neue „Gmund“ bietet Platz für bis zu 180 Fahrgäste und verfügt laut dpa über eine Batteriekapazität für rund zehn Stunden Fahrbetrieb.

 

Der Tourismus in Sachsen kommt nach neu berechneten Daten auf einen Bruttoumsatz von 9,8 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von rund 4,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen zudem Gästeankünfte und Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen ist mittlerweile schiefer als der Turm von Pisa und nach einer Sicherung und dem Ausbau als Besucherzentrum für Gäste eröffnet worden. Das Projekt kostete rund 14,5 Millionen Euro und soll die touristische Entwicklung der Kyffhäuserregion stärken.

Uber bietet im September erstmals Tagesausflüge mit dem sogenannten Weintaxi von Frankfurt in den Rheingau an. An vier Wochenenden stehen täglich vier Fahrzeuge für Touren zu Weingütern im Rheingau zur Verfügung.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Booking.com verklagt. Streitpunkt ist die Weiterleitung bei „Flug + Hotel“-Angeboten zu lastminute.com der COMVEL GmbH, die nach Auffassung der Verbraucherschützer nicht ausreichend deutlich gemacht wird.

Erstmals seit der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge im Grenzgebiet zu Nepal haben chinesische Behörden Details zu den auf ihrer Seite vermissten Ausländern bekanntgegeben. Unter den 261 Vermissten sind auch drei Deutsche.

Camping gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC zählt inzwischen jeder Vierte ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe. Besonders stark gewachsen ist der Anteil in der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen.

TUI will im Geschäft mit günstigeren Reisen wachsen und setzt dafür auf die neue Low-Cost-Marke Sundeals. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien ausgerichtet und wird ausschließlich online vertrieben. Beim Aufbau greift der Reisekonzern auf Erfahrungen von l’tur zurück.