Brände in Südosteuropas: Keine Gratis-Storno für Urlaub in einigen Wochen

| Tourismus Tourismus

In Teilen Südosteuropas und in der Türkei toben heftige Waldbrände. Doch ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht nicht für Reisen, die erst in einigen Wochen beginnen sollen, wie der Rechtsanwalt Roosbeh Karimi aus Berlin erklärt.

«Ich rate dazu, allenfalls ganz kurzfristig zu stornieren. Wann die Feuer gelöscht sind, lässt sich nicht vorhersagen.» Selbst wenn die Brände in einigen Wochen noch toben sollten, leitet sich daraus allein nicht automatisch ein Recht auf kostenlose Stornierung ab. «Wenn es irgendwo in der Türkei brennt, kann ich nicht meinen Türkei-Urlaub absagen, es muss die konkrete Reise betroffen sein.»

In Teilen Südosteuropas und in der Türkei toben heftige Waldbrände. Mancher Urlauber, dessen Reise erst in paar Wochen ansteht, dürfte sich angesichts der Bilder fragen: Kann und will ich in der Ecke überhaupt noch Urlaub machen?

Pauschalurlauber haben das Recht, ohne Gebühren zu stornieren, wenn ihre Reise durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände absehbar erheblich beeinträchtigt ist. Ein Brand in der Nähe des Hotels mit Asche und Rauch in der Luft wäre ein solcher Grund.

Aber: Ein Recht auf kostenlose Stornierung besteht nicht für Reisen, die erst in einigen Wochen beginnen sollen, wie der Rechtsanwalt Roosbeh Karimi aus Berlin erklärt. «Ich rate dazu, allenfalls ganz kurzfristig zu stornieren. Wann die Feuer gelöscht sind, lässt sich nicht vorhersagen.» Für die Stornierungsfrage kommt es aber darauf an, ob die konkrete Reise des Urlaubers erheblich beeinträchtigt sein wird. Wochen im Voraus lässt sich das noch nicht sagen.

Daher lautet der Ratschlag des Juristen: Unbedingt noch abwarten. «Je kurzfristiger Sie stornieren, umso besser ist die Prognose, ob die Reise erheblich beeinträchtigt ist - und umso mehr Rechtssicherheit haben Sie bei einer Stornierung», erläutert Karimi.

Liegt mein Urlaubsort tatsächlich im Katastrophengebiet?

Selbst wenn die Brände in einigen Wochen noch toben sollten, leitet sich daraus allein nicht automatisch ein Recht auf kostenlose Stornierung ab. «Wenn es irgendwo in der Türkei brennt, kann ich nicht meinen Türkei-Urlaub absagen, es muss die konkrete Reise betroffen sein», stellt der Rechtsanwalt klar. Es geht also darum, ob tatsächlich der eigene Urlaubsort beeinträchtigt ist. Nur dann ist die Absage der Pauschalreise ohne Stornogebühren möglich.

Kaum Absagen bei Reiseveranstaltern

Die Ferienorte mit Hotels deutscher Veranstalter sind von den Feuern offenbar nicht betroffen. Die großen Anbieter Tui, FTI, Alltours und Schauinsland Reisen haben derzeit keine Reisen abgesagt, wie die Veranstalter auf Anfrage mitteilten. «Unsere Hotels befinden sich aktuell nicht in der Nähe der Brände», heißt es etwa bei Tui.

Schauinsland hat vereinzelt zukünftige Anreisen auf individuellen Kundenwunsch umgebucht. Die Absage von Reisen sei bisher nicht notwendig gewesen. Die touristischen Regionen, in die man Reisen anbiete, seien von den Bränden nicht konkret betroffen.

Lediglich DER Touristik bietet Griechenland-Pauschalreisenden mit Aufenthalt in den Brandregionen des Großraums Athen, auf Euböa und auf dem Peloponnes mit Abreise bis zum 9. August 2021 die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung oder Stornierung.

Individualreisende müssen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.