Bund weckt Hoffnung auf ICE-Bahnhof am Flughafen München

| Tourismus Tourismus

Die Bundesregierung macht dem Münchner Flughafen und der Staatsregierung Hoffnungen auf den Bau des seit über 30 Jahren fehlenden Fernbahnhofs am zweitgrößten deutschen Airport. Bei der Eröffnung eines Erweiterungsbaus für bis zu sechs Millionen zusätzliche Passagiere kündigte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zunächst an, den Flughafen mit zusätzlichen Regionalzügen und S-Bahnen «weit besser» an den Hauptbahnhof München anzuschließen. Darüber hinaus prüft der Bund aber auch das vom Flughafen und Freistaat Bayern eingebrachte weitergehende Konzept. «Es wird geprüft, die Fernverkehrsanbindung des Flughafens weitgehend zu berücksichtigen», sagte Schnieder dazu. Diese Prüfung soll voraussichtlich im Sommer abgeschlossen sein. 

Staatsregierung will mehr als nur Ankündigungen

Finanzminister Albert Füracker (CSU) nahm den Ball sofort auf: «Sagen Sie uns, wann wir damit rechnen können, an die Umsetzung zu gehen», sagte der CSU-Politiker, der dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft vorsteht. Anders als in Frankfurt hat der Münchner Flughafen keinen Fernbahnhof, an dem schnelle ICE-Züge halten könnten. Ursprünglich wurde der Flughafen in den 1980er Jahren zwar mit Fernbahnhof geplant, doch letzterer wurde nicht gebaut. Zweites Dauerthema am Münchner Flughafen ist der von Umweltschützern und Grünen abgelehnte Bau einer dritten Startbahn, dieses Reizthema spielte bei der Feier aber keine Rolle. 

Neubau vergrößert Kapazität des Flughafens

Anlass der Feier war die Vollendung eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre im deutschen Luftverkehr: Der nach sieben Jahren Bauzeit fertiggestellte Erweiterungsbau des ersten Terminals schafft Raum für bis zu sechs Millionen zusätzliche Passagiere im Jahr. Das entspricht in etwa der Kapazität des Flughafens Hannover. Ministerpräsident Markus Söder (CDU) sprach von einem «weiteren Meilenstein in der Entwicklung Bayerns». In Betrieb geht das 665 Millionen Euro teure Bauwerk allerdings erst in einer Woche. «360 Meter lang ist unser neuer Pier und bietet Platz für bis zu zwölf Flugzeuge, die hier gleichzeitig abgefertigt werden», sagte Flughafenchef Jost Lammers.

Die Bauarbeiten an dem nun eröffneten «Terminal 1 - Pier» hatten 2019 begonnen und hätten eigentlich bereits 2023 oder 2024 abgeschlossen werden sollen. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich der Bau jedoch nicht nur, sondern wurde auch erheblich teurer: Die ursprünglichen Planungen lagen bei unter 500 Millionen Euro. 

Extra Fluggastbrücke für den A380

Gedacht ist der Erweiterungsbau für den stark wachsenden Interkontinentalverkehr. Eigens für das weltgrößte Passagierflugzeug Airbus A380 ist das Ein- oder Aussteigen über zwei Etagen auf drei Fluggastbrücken möglich. Vom Terminal eins fliegen die nicht zum Lufthansa-Konzern oder deren Partnern zählenden Fluggesellschaften. 

Die nächste Erweiterung des nach Frankfurt zweitgrößten deutschen Flughafens ist bereits geplant: Die Lufthansa will am zweiten Terminal Platz für bis zu zehn Millionen weitere Flugäste schaffen. Die Fluggesellschaft ist Mitbetreiberin des zweiten Terminals und will dort bis 2035 einen weiteren Neubau mit Kapazität für bis zu 10 Millionen Passagiere hochziehen. Im vergangenen Jahr starteten und landeten in München gut 43 Millionen Fluggäste. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen - anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als zehn Euro pro Tag sollen es aber nicht werden.

Heidelberg in Deutschland, Rom in Europa – diese Reiseziele erreichen in einer Auswertung von Meininger Hotels die höchsten Durchschnittsbewertungen von fünf KI-Modellen. Alle 200 untersuchten Ziele mit Platzierung und Punktzahl im Überblick.

Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 mehr Umsatz und Reisende verzeichnet als im Vorjahr. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegten, blieb das Fernreisegeschäft deutlich zurück.

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte.

Kultur ist für viele Deutsche Bestandteil des Urlaubs, aber nur selten der Hauptreisegrund. Eine Studie zeigt, welche kulturellen Angebote Reisende interessieren und welche Rolle das lokale Leben am Urlaubsort spielt.

Deutschland hat in den Sommermonaten 2026 mehr Übernachtungen ausländischer Gäste verzeichnet als im Vorjahr. Damit bestätige der Incoming-Tourismus seine Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren Marktumfeld, zog die DZT nun Bilanz.

Ob ETA oder ESTA: Wer für die Einreise notwendige Dokumente online beantragt, sollte genau hinschauen. Wie Urlauber offizielle Seiten erkennen - und was man tun kann, wenn man hereingefallen ist.

Eine Auswertung von Fit Reisen vergleicht Instagram-Beiträge zu 403 zertifizierten Wanderwegen in Deutschland. Der Rothaarsteig führt das Ranking vor dem Moselsteig und dem Heidschnuckenweg an.

Ein Ehepaar verpasst wegen eines verspäteten Zugs seinen Flug. Nach einem Urteil steht fest: Es bleibt auf den Kosten für den Ersatzflug sitzen. Wieso entschied das Gericht so?

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.