Christie & Co analysiert die Kanarischen Inseln

| Tourismus Tourismus

2017 verzeichnete Spanien mit über 82 Millionen internationalen Touristenankünften, wovon rund 8 Millionen auf die Kanarischen Inseln entfielen, einen neuen Rekord. Der spanische Hotelmarkt erlebte in den letzten Jahren einen außergewöhnlichen Boom, der sich auch in wiederholten Performancezuwächsen widerspiegelte. Doch konkurrierende Urlaubsziele wie Tunesien, Ägypten oder die Türkei, die in den letzten Jahren insbesondere aufgrund politischer Ereignisse Wachstumseinbußen in Kauf nehmen mussten, erholen sich wieder, was sich nun teilweise in spanischen Urlaubszielen wie den Kanaren bemerkbar macht.

Der neue Bericht von Christie & Co über den Hotelmarkt auf den Kanarischen Inseln analysiert die verfügbaren statistischen Daten von 2017 bis Ende August 2018 und untersucht, ob die erstarkte Konkurrenz im östlichen Mittelmeerraum die lokalen Hotelmärkte hinsichtlich Hotelnachfrage, Angebot und Wirtschaftlichkeit tatsächlich beeinflusst hat. Die vom Kanarischen Institut für Statistik (ISTAC) veröffentlichten Daten ermöglichen eine objektive Sicht auf die Inseln, insbesondere auf die touristisch wettbewerbsstärkeren Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote, die auch bei Investoren und Betreibern auf größeres Interesse stoßen. Die Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro werden aufgrund ihres geringen touristischen Gewichts nicht einzeln analysiert, zumal hier 2017 nur 2,5 % der Übernachtungen aller Inseln verbucht wurden.

In absoluten Zahlen war Gran Canaria 2017 sowohl in Bezug auf den RevPAR (82,5 € im Jahr 2017) als auch auf die Auslastung (86,6 % im Jahr 2017) führend, obwohl ein leichter Rückgang gegenüber 2016 hingenommen werden musste (-0,4 % bzw. -0,6 %). Bis August 2018 war die Performance erneut rückläufig. So verringerte sich der RevPAR auf 77,9 € (-3,2 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017) und die Auslastung sank auf 82,9 % (-3,0 % gegenüber August 2017). Der RevPAR-Rückgang wurde primär durch die Auslastung ausgelöst, da der durchschnittliche Zimmerpreis (ADR) mit 93,6 € bis August 2018 (-0,2 % im Vergleich zu August 2017) stabil blieb.

Dicht auf Gran Canaria folgt Teneriffa, das 2017 einen RevPAR von 80,8 € (+3,7 % gegenüber dem Vorjahr), eine Auslastung von 84,9 % (-2,1 % gegenüber 2016) und einen Durchschnittspreis von 95,2 € (+5,9 % gegenüber 2016) aufwies. Seit Jahresbeginn bis August 2018 verzeichnete jedoch auch Teneriffa einen deutlichen Performancerückgang von 4,3 % in Bezug auf den RevPar (auf 76,8 €), ausgelöst durch einen Nachfragerückgang. So sank die Auslastung um 4,9 % auf 81,1 %. Ähnlich wie auf Gran Canaria blieben auch auf Teneriffa die Preise stabil (+0,6%).

Fuerteventura verzeichnete 2017 einen RevPAR von 77,7 € (+8,5 % im Vergleich zu 2016). Als einzige Insel konnte Fuerteventura auch im aktuellen Jahr bis August ein RevPAR-Wachstum verzeichnen, welches durch gestiegene Zimmerpreise realisiert werden konnte. Die Auslastung stieg 2017 im Vergleich zu 2016 um 0,4 % (auf 86,0 %), ist allerdings im Zeitraum Januar bis August 2018 auf 84,1% (-0,2 %) leicht gesunken. In Bezug auf den Durchschnittspreis konnte die Insel mit 90,4 € im Jahr 2017 (+8,1 % im Vergleich zu 2016) und 90,1 € bis August 2018 (+2,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2017) einen kontinuierlichen Anstieg verbuchen.

Im Fall von Lanzarote setzt sich der positive Trend von Fuerteventura fort, zumal die Insel 2017 den größten Anstieg beim RevPAR auf 76,6 € erreichte (+14,0 % im Vergleich zu 2016). Allerdings verzeichnete dieser im Zeitraum Januar bis August 2018 einen Rückgang (-0,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2017). Die Auslastung betrug auf Lanzarote 2017 86,1 % (-0,7 % gegenüber 2016) sowie bis August 2018 82,9 % (-4,1 % im Vergleich zu Januar bis August 2017) und konnte sich somit dem allgemeinen Abwärtstrend bei der Auslastung, der insbesondere auf Gran Canaria und Teneriffa zu beobachten ist, nicht wiedersetzten. Beim Durchschnittspreis verbuchte Lanzarote jedoch die größten Zuwächse, nachdem 2017 88,9 € (eine Rekordsteigerung von +14,8 % gegenüber 2016) sowie bis August 2018 91,4 € (+3,5 % gegenüber August 2017) erzielt wurden.

Joan Bagó, Analyst bei Christie & Co Spanien & Portugal und verantwortlich für den Bericht, sagt: „Nach einem für den Hotelsektor der Kanarischen Inseln außergewöhnlichen Jahr 2017 deuten die bisher erzielten Ergebnisse 2018 auf eine Stabilisierung des Performancewachstums der Inseln hin, wobei die geringere Auslastung Hauptgrund für den RevPAR-Rückgang ist.“

Inmaculada Ranera, Geschäftsführerin von Christie & Co für Spanien & Portugal, ergänzt: „Die Kanarischen Inseln haben sich als Reiseziel etabliert, das für Betreiber sowie nationale und internationale Investoren gleichermaßen weiterhin sehr attraktiv ist. Trotz der Erholung konkurrierender Mittelmeerdestinationen hat die Tourismuswirtschaft der Kanaren in den letzten Jahren ihre Angebotsqualität verbessert und sich damit als Urlaubsziel in einem erstklassigen Markt in Europa in Stellung gebracht.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.