Corona-Pandemie hat Reiseverhalten der Deutschen verändert

| Tourismus Tourismus

Die Corona-Pandemie hat das Reiseverhalten der Deutschen verändert - allerdings nicht für alle Bevölkerungsgruppen einheitlich. Dennoch gilt: Der Trend geht zu kürzeren und günstigeren Trips, und es werden eher naheliegende Ziele präferiert. Außerdem wollen die Deutschen mehr Individualreisen und verstärkt neue Ziele anstreben.

Große Differenzen bei CO2-Kompensation für Reisen

In seiner Deutlichkeit überraschend ist der Unterschied bei der Frage nach der Bereitschaft, seine Reise mit CO2-Kompensationen nachhaltiger zu gestalten. Während die Deutschen in Summe bei einem Gesamtreiseetat von rund 1.000 Euro angeblich bereit wären, zusätzlich durchschnittlich 131 Euro aufzuwenden, damit die Reise klimaneutral wird, liegt dieser Wert in der Generation Z bei 232 Euro.

Betrachtet man den Median (den Daten-Wert, der in der Mitte einer nach Größe sortierten Datenreihe liegt), wird der Unterschied noch deutlicher: Der Median der Gesamtbevölkerung liegt bei 70 Euro und bei den Jüngeren nahezu dreimal höher bei 200 Euro. Das Bewusstsein, die Einsicht in die Notwendigkeit und die Ausgabebereitschaft, um seine Reise klimaneutral zu gestalten, ist somit bei der nachkommenden Generation signifikant höher ausgeprägt als beim Rest der Bevölkerung, die gleichzeitig jedoch einen höheren Reiseetat zur Verfügung hat.

Bargeld im Mix der Reisezahlungsmittel unverändert bevorzugt

Sind die Deutschen auf Reisen, vertrauen sie unverändert dem Bargeld mehr als allen anderen Reisezahlungsmitteln. "Das hat natürlich in erster Linie mit negativen Erfahrungen zu tun. Viele haben schon einmal im Ausland erlebt, dass ein kartenbasiertes oder elektronisches Zahlungsmittel nicht akzeptiert wurde. Oder aber der Versuch, Geld im Ausland abzuheben, nicht funktionierte - Bargeld aber in der Regel akzeptiert wird", sagt Ekkehard Striegel, Vertriebsdirektor bei der Reisebank.

Die Studie zeigt hierfür Zahlen: So haben 27 Prozent aller Befragten schon einmal erlebt, dass eine Karte "nicht akzeptiert wurde" und 31 Prozent mussten feststellen, dass die Karte "nicht funktionierte". In puncto Präferenz der Zahlungsmittel unterscheiden sich die jüngeren Menschen wenig vom Rest der Bevölkerung. "Wer erwartet hat, dass die Generation Z den unbaren Zahlungsmitteln einen deutlichen Vorzug gibt, sieht hier nur geringfügige Abweichungen im Zahlungsverhalten im Ausland", so Studienherausgeber Professor Jens Kleine.

Die repräsentative Reisestudie von CFin - Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin und Reisebank wurde nach 2018 zum zweiten Mal aufgelegt und untersucht das Reiseverhalten der Deutschen sowie deren Auslandszahlungsverhalten. Durch den Abgleich mit der Vorgängerstudie lassen sich auch Veränderungen im Zeitverlauf ablesen. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse differenziert nach Gesamtpopulation und nach Angehörigen der Generation Z (= zwischen 1997 und 2012 Geborene) getrennt betrachtet. Dabei gibt es signifikante Unterschiede. So zeigen die so genannten Post Millennials, was Reiseziele und Reisedauer anbetreffen, deutliche Abweichungen gegenüber dem Rest der Bevölkerung. Die jüngeren Menschen wollen durchaus auch entfernte Ziele aufsuchen und nicht zwangsläufig nur Kurztrips unternehmen. Hier bildet sich ein deutliches "Nachholbedürfnis" ab.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.