DAV meldet akuten Wassermangel auf zahlreichen Berghütten

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Der Deutsche Alpenverein (DAV) berichtet von einer außergewöhnlich angespannten Wasserversorgung auf zahlreichen Berghütten in den Alpen. Nach Angaben des Verbandes seien derzeit fast alle Hütten von Wasserknappheit betroffen. Besonders drastisch sei die Situation auf der Blaueishütte bei Berchtesgaden, die Trinkwasser derzeit per Hubschrauber erhalte.

Deutscher Alpenverein verschärft auf zahlreichen Hütten die Sparmaßnahmen

Wie der DAV mitteilt, mussten auf vielen Hütten Waschräume geschlossen oder die Nutzung stark eingeschränkt werden. Wasserintensive Spültoiletten würden teilweise durch Trockentoiletten ersetzt. Auf der Blaueishütte werde Trinkwasser nur noch in PET-Flaschen gegen Gebühr ausgegeben.

Nach Angaben der Sektion Berchtesgaden sei erstmals zu beobachten, dass die natürlichen Quellen auf mehreren Hütten vollständig versiegt seien. Bereits im Frühjahr hätten sich die Auswirkungen durch geringe Wasserführung in Bächen abgezeichnet. Dass sich die Lage innerhalb weniger Tage so deutlich verschärfen würde, habe jedoch überrascht.

Klimawandel und trockene Winter verschärfen die Versorgungslage deutlich

Der DAV führt die aktuelle Situation auf zwei schneearme Winter, eine längere Trockenperiode sowie den fortschreitenden Rückgang von Schneefeldern und Gletschern zurück. Viele Hütten seien auf oberflächennahe Wasservorräte aus Niederschlägen oder Schmelzwasser angewiesen. Bleiben diese aus, müsse die Wasserversorgung aufwendig organisiert werden.

Der Verband unterhält rund 320 Berghütten, davon gut zwei Drittel in den deutschen und österreichischen Alpen. Besonders hoch gelegene Hütten seien von den Veränderungen betroffen. Versiege eine Wasserquelle dauerhaft, könne dies umfangreiche Umbauten der Versorgungsanlagen erforderlich machen.

Hubschrauber transportieren Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen auf die Hütten

In den Berchtesgadener Alpen werden nach Angaben der zuständigen Sektion nicht nur Trinkwasser, sondern auch mobile Toiletten per Hubschrauber transportiert. Das Trinkwasser werde teilweise aus aufgefangenem Regenwasser gewonnen und mithilfe von UV-Anlagen aufbereitet.

Nach Angaben der Sektion koste eine Flugminute 31 Euro, hinzu kämen 600 Euro für den Anflug. Auf einigen Hütten werde deshalb für einen Liter Trinkwasser vier Euro berechnet. Ohne diese Maßnahmen müssten einzelne Hütten ihren Betrieb einstellen.

Alpenverein ruft Bergsteiger zum sparsamen Umgang mit Wasser auf

Bereits am 29. Juli 2026 hatte der DAV auf seiner Internetseite zu einem bewussteren Umgang mit Wasser auf Berghütten aufgerufen. Der Verband weist darauf hin, dass im Durchschnitt im Tal rund 120 Liter Wasser pro Person und Tag verbraucht werden. Auf einer Berghütte der Kategorie 1 liege der zulässige Höchstverbrauch dagegen bei 75 Litern pro Person und Tag.

Nach Angaben des DAV lasse sich der Verbrauch mit einfachen Maßnahmen deutlich reduzieren. Der Verzicht auf das Duschen spare rund 30 Liter Wasser pro Person und Tag. Wer Trinkgläser mehrfach nutze und Wasser beim Waschen oder Zähneputzen nur kurz laufen lasse, könne den Verbrauch weiter senken. Insgesamt seien Einsparungen von 36 Litern pro Person und Tag möglich.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen. (mit dpa)


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