Dertour analysiert Buchungsverhalten für den Reisesommer

| Tourismus Tourismus

Der Reiseveranstalter Dertour hat das Buchungs- und Reiseverhalten seiner Gäste für den Sommer 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum untersucht. Boris Raoul, CEO Dertour Deutschland und Österreich, erklärte dazu, dass geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten ein anspruchsvolles Umfeld geschaffen hätten. Viele Reisende hätten ihre Urlaubsplanung zunächst verschoben und später als im Vorjahr gebucht.

Frühbuchungen bleiben stärkste Kategorie

Die Buchungen für den Sommerurlaub 2026 starteten zunächst mit einer starken Frühbucherphase, während es ab Ende Februar infolge des Krieges im Iran zu einer spürbaren Zurückhaltung kam. Nach der Öffnung der Flugdrehkreuze im Mai zog die Nachfrage wieder an. Dertour teilt mit, dass Frühbuchungen mit mehr als 150 Tagen Vorlauf mit einem Anteil von 39 Prozent erneut die größte Buchungskategorie darstellten. Der Anteil der Last-Minute-Reisen mit einem Buchungsvorlauf von höchstens 50 Tagen stieg um 2,5 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent.

Die im Frühjahr diskutierten Befürchtungen hinsichtlich möglicher Flugengpässe durch die Blockade der Straße von Hormus bestätigten sich nicht. Boris Raoul führt aus, dass in einer typischen Sommerferienwoche rund 5.300 Abflüge und damit mehr als im Vorjahr zur Verfügung gestanden hätten. Die nachfragebedingten Anpassungen der Fluggesellschaften führten zu keinem Zeitpunkt zu Engpässen.

Regionale Unterschiede im Last-Minute-Atlas

Der Dertour Last-Minute-Atlas weist deutliche regionale Unterschiede beim Buchungsverhalten aus. Chief Product Officer Sven Schikarsky erklärt, dass niedrigere Last-Minute-Anteile in bestimmten Regionen nicht auf weniger Reisen, sondern auf eine langfristigere Planung hindeuten. In Hamburg wurden 35,3 Prozent der Reisen kurzfristig gebucht, gefolgt von Bremen mit 32 Prozent und Berlin mit 31,6 Prozent. Die fünf niedrigsten Quoten entfielen auf die ostdeutschen Flächenländer, angeführt von Sachsen-Anhalt mit 19,7 Prozent.

Die Türkei verteidigt ihre Position als weltweit meistgebuchtes Reiseziel der deutschen Dertour-Gäste auf der Kurz- und Mittelstrecke. Dahinter folgen Spanien, Griechenland, Deutschland und Ägypten. Sven Schikarsky betont, dass insbesondere die Türkei und Ägypten von ihren starken All-inclusive-Angeboten profitieren. Auf der Fernstrecke behauptet der Indische Ozean mit den Malediven, Mauritius und den Seychellen den ersten Platz vor Nordamerika und Thailand.

Luxussegment zeigt hohe Stabilität 

Während die Gästezahlen insgesamt hinter dem Vorjahr zurückblieben, entwickelte sich das Luxussegment nahezu konstant. Sven Schikarsky teilt mit, dass Luxusreisende ihrem Anspruch an Qualität, Komfort und besondere Erlebnisse treu geblieben seien. Die durchschnittliche Reisedauer bei Luxusreisen lag unverändert bei acht Tagen, wobei Griechenland in diesem Segment vor Spanien und Deutschland das beliebteste Ziel war.

Bei den Urlaubspräferenzen setzten die Gäste im Sommer 2026 auf bewährte Strukturen. All-inclusive blieb mit einem konstanten Anteil von 57 Prozent die meistgebuchte Verpflegungsart, während jede dritte Buchung auf ein Fünf-Sterne-Hotel entfiel. Boris Raoul fasst zusammen, dass Komfort, Verlässlichkeit und eine gute Planbarkeit für die Gäste wichtig geblieben seien.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.

Der Sächsische Weinwanderweg verbindet die Betriebe der zweitkleinsten deutschen Weinregion, die nach schwierigen Jahren zu DDR-Zeiten eine Renaissance feiert. Vor allem der Schaumwein startet durch.

Der Edersee ist mitten in den Ferien nur noch zu rund einem Fünftel gefüllt. Wassersport geht kaum noch, Betriebe melden teils 50 Prozent Umsatzminus. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Die Daten ergänzen die amtliche Tourismusstatistik insbesondere um kleinere Anbieter.

Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus. Es ist nicht der erste Protest. Warum die Inselbewohner auf die Barrikaden gehen.

Die Lagunenstadt macht 2026 mit Tagesbesuchern Einnahmen in Rekordhöhe. Nächstes Jahr geht es wohl weiter mit der Gebühr. Der neue Bürgermeister spricht sogar schon von noch höheren Preisen und bringt bis zu 50 Euro ins Gespräch.